Bildungsmäuschen

Tag 1

Startschwierigkeiten.

Leider funktionieren von 9 bereitgestellten Materialien bei mir zwei nur ohne Bild, eine nur über einen zusätzlichen Link und eine Ressource bleibt völlig weiß. Das beflügelt nicht gerade.

Außerdem geht es gleich voll hinein ins Chaos der Betrachtung digitalen Lernens mit Lerntheorien, den Theorien über digital natives und digital immigrants, selbstgesteuertes Lernen über das Netz, neuen Anforderungen von Berufen und weiteres mehr, das momentan im Bereich der Bildung diskutiert wird. Da es Prozesse sind, die gerade geschehen, ist es sehr schwierig einen Überblick darüber zu bekommen und damit zu einer Einschätzung fähig zu sein.

Nun befinde ich mich ja in einem interdisziplinären Mooc mit der Intention eines Studium Generale. Und ich habe inzwischen auch einige Erfahrung damit und mit den Themen und weiß, dass Lernen funktioniert, wenn ich hier mal klicke, da mal klicke, hier mal suche, da mal hängen bleibe. Gerade für Themen, die noch nicht fertig sind, die sich entwickeln, ist das keine schlechte Arbeitsmethode. Irgendetwas kommt immer zusammen und ich merke, auf diesem Weg habe ich mir schon einiges Wissen angeeignet. Zum Beispiel bin ich bei den Diskussionen zu einer Sendung vom hr2 Funkkolleg Medien 2.0 schon auf das Problem der Einteilung in digital natives und digital immigrants nach Alter gestoßen, das auch im ersten Vortrag der Materialien thematisiert wurde. Ich finde diese Einteilung ist zu sehr vereinfacht. Es wird weder den Älteren gerecht, die zeitgleich in die Verwendung digitaler Medien hinein gewachsen sind, noch erfasst es die Jüngeren, die beispielsweise von ihren Eltern daran gehindert wurden mit digitalen Medien aufzuwachsen. Und davon gibt es in meiner Region immer noch eine ganze Menge.

Der erste Tag hinterlässt bei mir den Eindruck, dass ich den Kurs auf jeden Fall regelmäßig besuchen und auf mich wirken lassen will, aber nicht mit der Intention irgend etwas zu erreichen oder irgend etwas genauer zu untersuchen. Ich denke, ich werde mich treiben lassen und mir dafür einen überschaubaren Zeitrahmen stecken. Momentan habe ich den Eindruck, dass es für mich als Studierende der Bildungswissenschaft wichtig ist die Themen und Auseinandersetzungen zu kennen sind, aber nicht darüber hinaus. Für den Rest meines Lebens sehe ich keine Verwendungsnotwendigkeit. Und dafür eignet sich eine Beobachterrolle ganz gut. Momentan fühle ich mich thematisch nicht ausreichend persönlich involviert, um ein Interesse an einer aktiven Beteiligung zu entwickeln oder Zeit für die Lösung der gestellten Aufgabe zur Verfügung zu stellen.

Andererseits – mit diesem Blog setze ich eigentlich genau das um, was thematisiert wir. Ich nutze zwar das Angebot, bestimme mein Lernen aber selbst. Ich schaue mir an was angeboten wird und wenn ich meine es nicht zu brauchen, dann nutze ich es auch nicht und suche mir eine eigene Aufgabe. Damit habe ich meiner Einschätzung nach eine gute Chance 4 Wochen dran zu bleiben und dabei in einen Lernprozess zu geraten, der jetzt noch nicht absehbar ist.

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2 Kommentare

  1. Ameisenferdinand sagt:

    Sorry im Voraus falls ich hier eine unqualifizierte Bemerkung loslasse, ich bin ja im Bildungssektor überhaupt nicht involviert. Aber für mich persönlich ist eigentlich die Basis der Bildungswissenschaften zunächst einmal begreiflich zu machen warum man überhaupt lernen soll. Das Problem ist ja das Schüler zu lernen beginnen und das Lernen nicht als Rüstzeug ihrer Zukunft zu sehen sondern als notwendiges Übel, oder, je nach Schüler als höchst überflüssiges Übel. Die schulische Bildung ist bei den meisten Schülern ja abgeschlossen bevor der Sinn des Lernens grundlegend erkannt ist. Ich nehme mich selbst da nicht aus, ich weiß ja selbst wie ich diese Dinge als Schüler erlebt habe. Ich war nicht gerade der beste Schüler…………. Vor einigen Jahren habe ich dann im Alter von 44 Jahren eine Umschulung absolviert. In der Berufsschule waren wir einige Umschüler in einer Klasse mit normalen Auszubildenden. Und diese Umschüler, obwohl sie zum Teil eine geringere Schulbildung hatten als die meisten Lehrlinge, waren mit Abstand die Klassenbesten. Weil sie Lernen wollten und nicht mussten. Sie hatten begriffen das sie das für sich selbst machen und für niemanden sonst. Noch einmal Entschuldigung für meinen Kommentar, sicherlich passt es nicht in die Bildungstheoretischen Probleme mit denen du dich herumschlägst.

  2. amirabai sagt:

    Hallo Andreas!Es gibt keinen Grund, dass du dich für deinen Kommentar entschuldigst. Du beziehst dich zwar nicht auf das Unterthema meines Blogs, den Mooc der gerade für die Studierenden der Fernuni Hagen läuft, aber auf meinen Haupttitel. Und alles was du schreibst, hat mit den Inhalten der Bildungswissenschaft zu tun. Wir beschäftigen uns grundsätzlich mit allem was in den Bereich Bildung gehört, ob innerhalb oder außerhalb von Institutionen, ob Lehren oder Lernen, ob informell oder formal. Und damit hört die Liste nicht auf. Und wir tun das nicht nur indem wir existierende Theorien studieren, sondern auch indem wir uns direkt mit den sich ständig verändernden gesellschaftlichen Erscheinungen und Hintergründen beschäftigen. Bildungswissenschaftler sind Sozialwissenschaftler und das sind Leute, die an ganz normalem Erscheinungen von Bildung im Alltag ein großes Interesse haben und auch daran, was andere Menschen dazu mitteilen können. Und du äußerst dich ganz klar zu Bildungserfahrungen.Daher besten Dank für deinen Beitrag. Ein Problem wäre nur dann da, wenn ich plötzlich mit vielen solchen Beiträgen konfrontiert würde, die mit meinem Thema der Moocbeobachtung nichts zu tun haben und ich dann Zeitprobleme bekäme. Daher auch nur kurz zu deinem Beitrag. Das allgemeinbildende Schulsystem steht seit längerem in einer Dauerkritik von vielen Seiten. Das was du beschreibst gehört mich Sicherheit zu den dort existierenden strukturellen Problemen dazu. Und sehr viele Studierende der Bildungswissenschaft und Bildungswissenschaftler sind mit dem existierenden Schulsystem alles andere als zufrieden. Ich persönlich versuche mich momentan mehr mit den Bereichen zu beschäftigen, in denen Menschen freiwillig von sich aus und mit Motivation lernen. Und wie du ja auch erfahren hast: eine hohe Motivation zum Lernen bringt Erfolge. Es gibt eine ganze Reihe Leute, die sich Gedanken darüber machen und gemacht haben wie Schulen es bewerkstelligen können, dass Grundschüler, die noch mit Begeisterung und leuchtenden Augen aus den Kindergärten in die Schulen kommen (Zuckertüte inbegriffen) über Jahre diese Motivation aufrecht erhalten. Klar kann man Kindern immer wieder sagen: ihr braucht das für euer Leben, dafür braucht ihr gute Noten, aber was wollen eigentlich Kinder? Vielleicht eher das was Spaß macht, was interessant ist? Kann Lernen Spaß machen? Sind Inhalte interessant aufgearbeitet? Sind die Bedingungen der Wissensaneignung motivierend? Zehn, zwölf, dreizehn Jahre Schule und immer noch Spaß am Lernen und das unabhängig von Benotung? Keine routinierte Schülermentalität, die darauf ausgerichtet ist irgendwie durchs System durch zu rutschen, während die interessierenden Inhalte ganz woanders gelernt werden? Lernen weil das Lernen Spaß macht und interessant und nützlich ist? Direkt erfahrbar nützlich. Ist Schule darauf ausgerichtet? Auch wenn man über viele Informationen verfügt: es gibt keine einfachen Antworten. Sonst wären Lösungen viel einfacher.

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