Bildungsmäuschen

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Wochenende

Gefühlt ist die erste Woche vorbei. Die Aufgaben sind gemacht, die Unruhe hat sich gelegt. Die letzten aufgeworfenen Fragen werden ausdiskutiert. Das zusammengetragene Material ist reichlich und kann nun noch nach interessierenden Beiträgen durchforstet werden. Wahrscheinlich nimmt jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin etwas anders mit. Auch das Lehrgebiet wird jetzt die gemachten Erfahrungen verarbeiten.

Was ist der Gewinn einer solchen Teilnahme?

Im Zusammenhang mit dem Studium der Bildungswissenschaft werden Bezüge zu aktuellen Diskussionen hergestellt. Auch wenn die Beschäftigung mit den aufgekommenen Themen zum Beispiel aus Zeitgründen nicht intensiv ist, so entsteht doch ein Überblick darüber, was Fragen aufgeworfen hat.

Hängen geblieben ist bei mir die Auseinandersetzung über digital natives und digital immigrants, die Auseinandersetzung über die Frage, ob Schule die Kreativität zerstört, natürlich das von mir aufgeworfene Thema des Umgangs mit Fehlern im Bereich Lehren und Lernen, Handys im schulischen Unterricht, Motivation im Fernunterricht. Andere Teilnehmer würden sicher ganz andere Listen zusammenstellen.

Es ist ein Mooc, das heißt ein offener Kurs, und ich bin Teilnehmerin und darf bei dem Blickwinkel meiner persönlichen Position bleiben. Auch Prof. Bastiaens präsentiert seine Position der Thematik mit dem Angebot zur Diskussion. Alles erscheint flüchtig und in Bewegung. Ein offenes Arbeitstreffen: nimm was du willst, gib was du willst. Klar gibt es Regeln, aber sie sind offen genug, dass jede/r seinen eigenen Interessen nachgehen kann, wenn sie denn in den Zusammenhang der Thematik passen. Als Gewinn bleiben Erkenntnisse und Fragen, Eindrücke von Themen und Werkzeugen und das Gefühl, dass die Zukunft offen ist. Am meisten beeindruckt hat mich die Präsentation von sixth sense durch Patty Maes. Die hätte ich am liebsten den Schülern in der Grundschule gezeigt, das hätte sie bestimmt ebenfalls sehr fasziniert. Augmented Reality in dieser Form der Vermengung von Realität und Virtualität ist extrem faszinierend für mich und lässt Visionen von sehr interessanten Lernmöglichkeiten entstehen. Ob es den kanadischen Ureinwohnern so mit den Büchern und der Schrift der Neuzuwanderer erging, ob sie damals auch eine solche Faszination empfanden?

Damit habe ich den Bogen zu einem anderen Mooc gespannt, der in seiner Didaktik an intensiven persönlichen Bezügen ansetzte, um dann zum Thema hin zu lenken, dass dann wiederum diese Methodik als diejenige der Ureinwohner beim Unterrichten präsentierte. Für mich war dieser Mooc über "Aboriginal Worldviews and Education" bisher das Moocerlebnis mit der größten persönlichen Beteiligung. Ich habe in diesem Mooc die Materialien gelesen und betrachtet und kläglichst geheult. Und ich war nicht die einzige. Prof. Restoule, selber zu den First Nations gehörend, hatte uns unmittelbar (und das online!) vorgeführt wie Aboriginal Education arbeitet und worin sie sich von westlichem Unterricht unterscheidet. Und damit wurde auch eindeutig klar, dass es seine Berechtigung hat, wenn die kanadischen First Nations eine eigene Form des Unterrichtens wünschen, die mit ihrer Sicht der Welt harmoniert und daher den Zugang zu Bildung für die momentan benachteiligten Bevölkerungsteile verbessert. Natürlich wurden noch viele akademische Materialien zur Verfügung gestellt, einerseits ist er Professor an einer westlichen Uni, andererseits geht es ja darum Aboriginal Education mit westlichen Formen von Wissenserwerb und Lehre zu verbinden. Der Zugang erfolgte aber auf einer sehr persönlich involvierten Basis, die in meinen Augen eher nicht mit akademischer Lehre assoziiert wird.

Genug abgeschweift. Ich habe den Kurs deshalb erwähnt, weil er für mich der Maßstab für alle weiteren ähnlich gearteten Angebote wurde. So zu sagen für die Positionsbestimmung. Ich war bei der Nutzung des FU Mooc für mich davon klar beeinflusst, ich wollte meinen persönlichen Zugang und konnte auch Gedankengänge, die der Mooc in Gang gebracht hat, einstellen und bekam Feedback, das mir sehr weiter geholfen hat.

Nächste Woche geht es mit Prof. Dr. Baumöl, Fakultät für Wirtschaftswissenschaft, weiter. Die einzelnen Fakultäten der FU Hagen haben nicht sehr viel miteinander zu tun, doch dieser Mooc ist für alle offen und jede der vier Fakultäten wird ihn eine Woche gestalten. Ich bin gespannt ob sich die Zusammensetzung der Fakultätszugehörigkeit in den Beiträgen ändern wird. Diese Woche schienen mir die Studierenden der Bildungswissenschaft doch sehr dominierend.:D

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