Bildungsmäuschen

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Sonntag

Der Aufbau der ersten Woche von Seiten des verantwortlichen Lehrgebiets bestand aus einem Impulsvortrag mit einer bereitgestellten überschaubaren Menge an Materialien und einem Feedback am Donnerstag zu den aufgeworfenen Fragen mit zwei weiteren Videos als ergänzende Materialien. In gewisser Weise Arbeitswochenrhythmus. Da gibt es ein Wochenende und damit einen Sonntag.

Wochenende war für mich am Samstagabend mit einem zweistündigen Uni-IRC-Chat der von unser BiWi studierenden Technikerin Monika Koethnig als Begleitung zum Mooc angeregt worden war, von ihr beobachtet wird und für den es einen Termin zum Treffen jeweils um 20.00 Uhr gibt. Es war meine erster IRC-Chat an der Fernuni, da dieses Angebot von den Studierenden sonst eher nicht genutzt wird. Am Ende der zwei Stunden habe ich innerlich die Luft angehalten. Persönlich relevante Themen bis zu existentiellen Fragen mit vier Personen in einer schriftlichen Form, in der Beiträge nicht in direktem Bezug aufeinander erscheinen, sondern durcheinander gewürfelt werden! Es war emotional sehr intensiv und damit das Wochenende eingeläutet. Und ein Wochenende hat auch einen Sonntag.

Die Existenz eines Sonntags halte ich für eine große Errungenschaft westlicher Kulturen. Ein Ruhetag, der damit auch die Wochen deutlich unterteilt. Doch das Netz schläft nie. Die Angebote des Mooc sind Tag und Nacht offen, aktive Zeiten und Ruhezeiten müssen von den Teilnehmenden selbst bestimmt werden. Der Mooc selbst steht immer zur Verfügung und Beiträge können immer eingestellt werden. Durch die bisherige Struktur des #iddg13 wurde die aktive Teilnahme zum Wochenende aber geringer und es entstand weniger Neues, das auch noch aufgenommen werden konnte.

Mir hat mein Mooc-freier Sonntag sehr geholfen. Es ist nicht so dass ich nicht gearbeitet hätte, nein, ich habe für mein Studium das nachgeholt was die Woche über in Verzug geraten war, habe viel gearbeitet und es trotzdem gerade mal geschafft, dass ich jetzt nicht mehr nachhinke. Dennoch war es ein Ruhetag. Nur ich und mein Studienbrief auf dem Balkon im Sonnenschein mit einem weiten Blick auf blühende Bäume, Felder und Wald, Nachbarhäuser, spielende Kinder und vorbeiziehenden Fuß-, Rad- und Autoverkehr. Keine weiteren Auseinandersetzungen, keine Beiträge lesen, kein Wunsch zu antworten, kein Link der noch angeklickt werden kann, kein kurzes Video, das zeitlich auch noch passt. Keine neuen Informationen. Stille. Zeit dafür, dass sich die bereits gewonnenen Eindrücke setzen, nachwirken, auch dass ein Abstand entsteht für die neuen Anregungen der neuen Woche. Aber ich musste mich schon aktiv zurückhalten den Mooc nicht aufzurufen, wenn ich an den Rechner gegangen bin um etwas nachzuschauen!

Kurz und gut. Es ist schön wenn Moocs so strukturiert sind, dass solche Ruhezeiten entstehen können. Mag das der Sonntag des Kalenders sein oder ein anderer Tag. Ein Zeitraum in dem die Beiträge nachlassen, das Gefühl etwas zu verpassen weniger entstehen und das, was an Informationen neu hinzugekommen ist, verarbeitet werden kann. Gerade wenn Verfügbarkeit Grenzen zwischen Ruhezeiten und Aktivitätszeiten aufhebt.

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