Bildungsmäuschen

Startseite » Uncategorized » Start in die dritte Woche

Start in die dritte Woche

Für mich ist die dritte Woche noch nicht gestartet. Dieses Mal habe ich meinen Studieninhalten Priorität eingeräumt und versucht mein Tagespensum zu schaffen, bevor ich den Mooc besuche. Bei den Studieninhalten bin ich gut voran gekommen, aber den Mooc zu besuchen, habe ich gezögert und lieber eine zu den Studieninhalten passende Recherche im Fernsehen angeschaut.

Ein Präsenzstudierender hat zu mir gesagt: "Ich verstehe euer Interesse an solchen Angeboten nicht. Ich möchte im Netz ein Lernangebot, das ich dann nutzen kann, wann ich will, dass ich ruhen lassen kann, wenn ich keine Zeit habe und wieder aufnehmen kann, wenn ich z.B. ein langes Wochenende habe oder etwas anderes ausfällt. Und was soll das, dass Lernmaterialien auf Plattformen nur für eine befristete Zeit zur Verfügung stehen. Sie sind doch vorhanden! Warum bleiben sie nicht immer zur Verfügung und können genutzt werden, wenn ich sie brauche? Ich würde mir erst einmal alles runterladen was es an Materialien gibt, damit ich auch weiterhin darüber verfügen kann. Was ist denn das für ein System?" Diese Aussagen bezogen sich auf die Organisationsform von Cousera.

Ich habe am ersten Tag der dritten Woche gezögert weil ich nicht wusste, was jetzt an Zeit- und Auseinandersetzungsaufwand auf mich zukommt. Mein Kopf war noch mit den Studieninhalten beschäftigt und dann auf den Abend noch etwas Neues? Oder sogar jetzt, mitten in der Nacht? Die Arbeit im Mooc bleibt nicht stehen. Ich muss eine Entscheidung treffen oder sie wird für mich getroffen. Aber mein Kopf ist doch momentan gar nicht für andere Inhalte offen, ich will doch eigentlich an meinen Studieninhalten weiterarbeiten und es gibt auch noch andere Dinge zu erledigen.

Ein Angebot, das zeitlich unbegrenzt zugänglich im Netz steht, verursacht diese Probleme nicht. Aber es bietet auch weniger die direkte unmittelbare Kommunikation mit anderen über oder zu dem Thema. Letzte Woche war das sehr offensichtlich. Montag die Aufgabe, Kommunikation dazu, Mittwoch das Feedback und danach langsames Verebben an Beiträgen. Vielleicht ist es das Gefühl nicht allein zu arbeiten. Das "massive" eben. Und daher interessant für diejenigen, die eben nicht an einer Präsenzuni studieren und daher nur über das Netz die Möglichkeit zu Austausch und Auseinandersetzung haben. Und daher vielleicht auch der hohe Anteil an BiWi-Studierenden, da sich diese mehr für Vermittlung interessieren als andere Studierende? Und warum diese an Präsenzveranstaltungen orientierte Form? Gut, für eine Zertifizierung können dadurch Aufgaben in einem vorgegebenen Zeitraum gelöst und bewertet werden, aber für andere Zwecke – für das reine Lernen oder die Auseinandersetzung mit einem Thema?

Ich bleibe mit vielen Fragen zurück. Und die Zeit läuft. Ich weiß, wenn ich den Mooc dann besuche wenn mein Kopf dafür frei ist und das noch eine Weile dauert, ist es vielleicht zu spät zur aktiven Teilnahme, vielleicht überflutet mich dann eine Fülle von Beiträgen, vielleicht habe ich etwas Interessantes verpasst. Vielleicht werde ich aber auch abgehalten Wichtigeres zu tun. Ich muss Risiken eingehen. Ein Mooc ein Risiko? Als wenn es nicht schon genug Probleme in der Welt gäbe.

Dieses Lernformat trägt etwas höchst Beunruhigendes mit sich.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: