Bildungsmäuschen

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Was? Wann? Wie?

Vor bald zwei Jahren bin ich aufgebrochen, nicht um eine neue Welt zu entdecken, sondern um ein Bildungszertifikat zu erwerben, mit dem ich in einer mehr und mehr zertifikatsorientierten Welt einen Nachweis dafür habe, dass ich überhaupt etwas kann. Persönlichen Gewinn habe ich von den Inhalten nicht erwartet, und ich hatte auch nicht erwartet, dass sich mein Leben gravierend ändert. Eigentlich hatte ich keinen Weg gesehen danach etwas wirklich anderes zu tun als vorher, und trotz mangelndem Zeitrahmen in Vollzeit zu studieren, d.h. zwei Module pro Semester zu bearbeiten, habe ich nur als revidierbaren Versuch begonnen, um das Ziel Zertifikat schneller zu erreichen.

Doch bald zwei Jahre nach dem ersten Interesse stelle ich fest, dass ich mich in einer neuen Welt befinde. Mich faszinieren Moocs.

Ich habe mein Studium noch mit der Begleitung eines kleinen Studienzentrums begonnen, der persönliche Kontakt zu anderen war mir wichtig. Aber nach einem Jahr war Schluss mit dem Zentrum und es blieb nur das Netz. Und ausgerechnet in den Modulen des anschließenden Semesters wurde wenig über Moodle gemeinsam bearbeitet und ich stand mit meinen Auseinandersetzungen recht alleine da. Das war zu wenig.

Und dann stieß ich auf die Moocs. Und fand etwas, das mich fasziniert und beunruhigt und mehr und mehr Fragen aufwirft und ich möchte inzwischen wissen: was ist da eigentlich los?

Hätte der laufende #iddg13 mich im letzten Semester so faszinieren können? Und welcher Mooc war es eigentlich, der mein Interesse geweckt hat? Oder war es etwas ganz anderes? Die spezielle Situation in der ich war vielleicht? Aber ich bin ja nicht allein fasziniert. Ist es die gemeinsame Begeisterung, die etwas zu mehr macht als es ist? Alles verschwimmt in einem Konglomerat von Einflüssen, die ich nicht ordnen kann, die Tag für Tag, Stück für Stück irgendwo eingetröpfelt sind zwischen den tausenden von Klicks, dem Lesen von vielen Seiten Text, mit den Videos und Ideen, den Formaten und Plattformen.

Das Netz ist kein greifbarer Ort. Mein Gehirn kann keine räumliche Ordnung schaffen wie in der realen Welt. Alles dringt über den gleichen Bildschirm ein. Wo etwas verortet ist verschwimmt in Zeit und Räumlichkeit. Ob anders strukturierte Gehirne andere Vorstellungswelten als Hilfsmittel konstruieren können? Doch auch wenn das so ist, hilft es mir nicht weiter. Ich muss mit dem arbeiten, was mir zur Verfügung steht.

Fragen sind ein Anfang. Der #iddg13 fördert bei mir momentan das Fragen und wieder einmal bekomme ich etwas anders als intendiert als Nebenprodukt, das für mich dann zum Hauptprodukt wird. Fragen und Antwortschnipsel und immer noch mehr Fragen. Und dazwischen Sozialpsychologie und Gegenwartsdiagnosen und Lerntheorien und persönliche Blogs. Ich habe keinen Überblick über alle Einflüsse, die sich vermischen und brauche ihn auch nicht. Das Gehirn nimmt ohne mein Zutun auf, solange es ausgeruht genug ist, und arbeitet nach seinen eigenen Methoden.

Vielleicht ist das die neue Welt, die sich auftut. Vielleicht ist es genau das, was die Faszination an bestimmten Formen von Moocs ausmacht. Etwas das mit dem Gehirn anstellt wird, etwas das ihm Input für eine neuen Form der Wahrnehmung anbietet. Eine komplexere Wahrnehmung, anders als die komplexe Wahrnehmung in der realen Welt. Material zu einem Thema, Fragen zu einem Thema, geteiltes Wissen zu einem Thema. Lernen in einer strukturierten Überfülle, in der das Lernen außerhalb der realen Welt in einer Weise vollzogen wird, die eine ähnliche Brisanz hervorruft wie das Lernen dort. Und damit stellt es eine ernstzunehmende Alternative zu einer Umwelt dar, die keine ausreichenden Lern- und Anwendungsmöglichkeiten bietet. Und damit wird der Bezug zu den Computerspielwelten hergestellt. Auch dort bietet sich die Möglichkeit etwas zu erfahren, das in der realen Welt nicht unbedingt zur Verfügung steht, nur mit einer anderen Ausrichtung.

Damit wird Lernen über das Netz zu einem spannenden Abenteuer. Und wie bei einem Videospiel bin ich Akteurin und Schöpferin, bin Beteiligte in einem Geflecht von Personen, die ich zwar meist nie anders kennenlernen werde als über ihre Präsenz im Netz. Diese Präsenz ist aber nicht geringer als die meiner Nachbarn, die ich in ihrer Körperlichkeit wahrnehme, die ich freundlich grüße und nebenbei in ihrem Verhalten wahrnehme, deren innere Welt mir aber weitgehend verschlossen bleibt.

Und mit der Basis meiner eigenen Überlegungen finde ich einen sehr nützlichen Blog zur Pädagogik in Moocs und ein Prezi, das sich ausführlicher mit der Frage beschäftigt, was ein Mooc ist.

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