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Vorläufiges Fazit

Nach etwa vier Wochen des Blogschreibens, der Auseinandersetzung mit dem #iddg13 und mit Moocs im Allgemeinen, und das zusätzlich zu einem für mich durchaus vollen Wochenprogramm, sehe ich mich mit beträchtlichen Ermüdungserscheinungen konfrontiert. Das was ich mir vor genommen hatte ist weitgehend erreicht, und die Signale, die ich bekomme sprechen eine klare Sprache. Es ist jetzt genug. Was bleibt ist den Blog abzuschließen und ein Fazit zu ziehen.

Würde ich wieder einen solchen Blog schreiben? Nein, viel zu aufwändig. Werde ich wieder an Moocs teilnehmen? Ja, ganz sicher. Habe ich durch das Schreiben meines Blogs mehr über Moocs gelernt als ohne Blog? Ich denke schon. Nach wie vor bleibt es mir weitgehend unklar was mich persönlich an Moocs begeistert, doch die momentanen Ermüdungserscheinungen entfernen alles Unwichtige und fokussieren mich auf das Wesentliche.

Ohne Blog hätte ich die Teilnahme in der zweiten Woche abgebrochen, da die danach folgenden Themen für mich keine ausreichende persönliche Wichtigkeiten hatten. Genau so ist es mir auch in anderen Moocs gegangen und ich denke, genau so geht es vielen anderen Teilnehmern, wenn nur der aktuelle persönliche Gewinn das Ergebnis eines Moocs ist. Hohe Abbruch- oder Ausschleichraten, viele nur mehr oder wenig flüchtig Mitlesende, nachlassende Teilnahme im Zeitverlauf, eine geringe Anzahl tatsächlich Aktiver im Verhältnis zur Zahl der Anmeldung sind logische Konsequenzen des Formats. Eine attraktive verwertbare Teilnahmebescheinigung kann möglicherweise die Zahl der bis zum Schluss Aktiven erhöhen, doch nicht die grundsätzliche Tendenz verhindern. Die Zahl der Anmeldungen gibt Auskunft über grundsätzliches Interesse, woran sich das Interesse allerdings orientiert, bleibt dabei noch unklar. Es kann einfach nur die Neugier am Format sein.

Den Erfolg eines Mooc zu messen, halte ich für Anbietende als auch Teilhabende für kaum bewertbar. War meine Teilnahme an diesem Mooc erfolgreich im Sinne von: hab ich etwas gelernt, ist etwas Wesentliches hängen geblieben? Der stärkste bleibende Eindruck ist momentan meine Auseinandersetzung mit dem Umgang von Fehlern im Zusammenhang mit Lernen. Und das war mehr ein Beiprodukt des Kurses. Die Themen selbst sind sicherlich hängen geblieben und wenn ich wieder mit ihnen zu tun habe, werde ich mich daran erinnern. Eigentlich bedeutet das, dass meine Teilnahme erfolgreich war. Habe ich mehr erwartet? Nein, eigentlich nicht. War dieses Lernen effektiv, also wie ist die Relation zwischen Zeitaufwand und Nutzen? Gefühlt zu hoch. Allerdings kann ich nicht beurteilen wie weit der Eindruck von der doch sehr aufwändigen Begleitung durch den Blog beeinflusst ist.

Mein persönliches Fazit lautet im Augenblick, dass ich mit dem investierten Zeitaufwand für Moocs achtsamer umgehen möchte. Die Offenheit verleitet zu einem Mangel an Ordnung. Und die freie Verfügung verleitet zum sinnlosen Sammeln. Hier mal gucken, da mal gucken, hier mal teilnehmen, da mal teilnehmen. Irgendwie geht das so nicht. Selbstbestimmtes, offenes Lernen stellt hohe Anforderungen an den Einzelnen und wird nebenher zum Lernen des Lernens. So wie ich auf meinem Rechner Massen von Dateien lagern kann, die ich alle interessant finde und in meinen Schränken Waren, die ich alle einmal gebrauchen kann, kann ich auch Moocs sammeln und andere Lernangebote. Jäger und Sammlerverhalten steckt uns vermutlich sogar in den Genen. Aber so geht das nicht. Der Sinn des Sammelns und Jagens ist eigentlich die spätere Verwertung, nicht das Horten eines Überflusses an Vorräten. Und ein Überfluss an Vorräten muss ja auch geordnet und gepflegt werden, um später noch verwendbar zu sein oder er verkommt zu Müll, der nicht weggeräumt nur den Weg versperrt.

Ich kann gut in solchen Bildern denken. So wie mich der reale Müll belastet, belasten mich auch all die "Wollte ich noch tun", "Habe ich noch nicht zu Ende gebracht". Darin liegt für mich das Problem. Ein zugemüllter Rechner schafft die gleichen Probleme wie ein zugemüllter Keller in dem einfach alles abgestellt wurde, wofür gerade keine Zeit war. Irgendwann wird die Nutzung schwierig. Weniger ist mehr gilt auch hier.

Der #iddg13 ist zu Ende und es war ein interessantes Angebot der FU. In etwa drei Wochen wird ein cMooc zum Thema wissenschaftliches Arbeiten starten. Kennung #exif13. Ob ich teilnehmen werde? Nach allen meinen bisherigen Erfahrungen stelle ich mir die Frage: brauche ich das jetzt wirklich? Wie wichtig ist es mir zu beobachten wie weit sich ein cMooc der FU von einem als dMooc bezeicheten xMooc der FU unterscheidet? Ein wenig ist es der Verlust der ungebremsten Spontanität. Nicht mehr mit staunenden Augen dort hin zu rennen wo etwas los ist, sondern Ruhe zu bewahren und erst einmal den Filter der Erfahrungen einzusetzen. Aber was hat diese Haltung dann wieder für Konsequenzen?

Es findet kein Ende. Neue Probleme, neue Versuche, neue Verhaltensweisen. Lebenslanges Lernen ist unumgänglich. Ich bin ein wenig müde und merke, dass es bei diesem vorläufigen Fazit bleiben wird. Nicht nur wegen meiner Sehnsucht nach Ferien, auch weil der Zustand fortwährenden Wandels ein endgültiges oder abschließendes Fazit unmöglich erscheinen lässt. Die Zukunft ist offen. Das ist Chance und Fluch.

Und wie mir das im Leben schon so häufig passiert ist, findet sich nach Abschluss meines Eintrags eine passende hilfreiche Information gleich um die nächste Ecke. Und ja, die Zeit den Artikel zu lesen, hat sich für mich gelohnt und ich freue mich sehr darüber, dass er auch noch aus dem Lehrgebiet Mediendidaktik der FU Hagen kommt. Eigene Überlegungen bei anderen wiederzufinden und durch deren Wissen ergänzt zu bekommen, ist wirklich hilfreich im Begreifen von Vorgängen in dieser Welt.

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