Bildungsmäuschen

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Unerwartete Auswirkungen

Irgendwo in all den vielen Artikeln und Beträgen, die ich gelesen habe, und wo ich jetzt die Stelle nicht als Beleg wiederfinde, wurde erwähnt, dass die direkten Auswirkungen von Moocs auf die Teilnehmenden nicht so einfach bestimmt werden können. Ich habe mich gestern dabei entdeckt, dass ich im Moodle des laufenden Kurses zu Sozialpsychologie das Diskussionsform zu den soziologischen Gegenwartsdiagnosen ganz selbstverständlich benutzt habe, um genau so zu arbeiten wie ich es im Mooc getan habe. Das heißt, ich habe einen Faden weiter gesponnen und nicht bin nicht allein bei dem geblieben was die Aufgabe war. Es war das Diskussionsforum und ich dachte, das passt schon, wenn ich hier meine Gedanken einstelle. Ich finde sie interessant und die gefundene Textstelle, die in ihrer ganzen Länge abzuschreiben ich mir die Mühe gemacht habe, ist für mich so hilfreich, das möchte ich mit allen teilen. Moodle ist kein Mooc. Dort geht es eher ruhig und aufgabenzentriert zu, doch warum nicht mehr daraus machen? Etwas was gut ist auch an anderer Stelle versuchen.

Der Durchbruch kam für mich im Mooc "Aboriginal Worldviews and Education". Ich bin in einer traditionell strukturierten Welt aufgewachsen und von ihr geprägt. Um einen Zugang auch zu intellektuellen Themen zu gewinnen, scheint für mich der Zugang über die Verarbeitung der eigenen Erfahrung das hilfreichste Mittel zum Lernen zu sein. Ich benötige diesen Bezug, ich muss mir das, wovon die Rede ist vorstellen können, in der Welt wiederfinden können, damit verbinden können, es muss schlicht und ergreifend etwas mit mir zu tun haben. Und genau da hat dieser Kurs damals begonnen und er hat gefördert, dass ich geplappert habe, so gut ich es auf Englisch konnte. Und mein erster Text wurde eine literarische Schilderung eines für mich bedeutungsvollen Ortes, da diese Bedeutung nur in genau dieser Sprache angemessen dargestellt werden konnte. Und für eine meiner Aufgaben wählte ich eine ethnologisch verfremdete Darstellung eines Einkaufs bei Aldi. Das sitzt alles noch heute und ist mein Schlüssel zum Thema.

Diese Form des Herangehens an Pädagogik hat uns bis zu universitärem Wissen und komplizierten Texten geführt, und ich habe damit ein Beispiel vor Augen, das mir Steine aus dem Weg geräumt hat. Meine Person mit ihren Erfahrungen, ihren Interpretationen, ihren Auseinandersetzungen, wurde in einen größeren Zusammenhang integriert. Das ist ein Weg der Aboriginal Education auf dem versucht wird, auch Menschen mit anderer Weltsicht mit den üblichen westlichen Weltsichten zu verbinden, um ihnen zur Erweiterung ihrer Teilhabemöglichkeiten an der Gesamtgesellschaft Zugang zu anerkannten Bildungsformaten zu erleichtern.

Und so wie die Erfahrungen, die ich in diesem Mooc gemacht habe, meine Haltung zu ganz anderen Moocs beeinflusst, beeinflussen die Erfahrungen während des #iddg13 meine Haltung zu vergleichbaren Formaten. Die gefundene Form der Teilhabe wird weiter geführt und der Mut nimmt zu. Mein erster Blogversuch fand verborgen im geschützten Raum der Fernuni statt. Es erforderte Mut Einträge auf öffentlich sichtbar zu stellen. Diesen Blog auf Opera einzurichten erforderte sogar noch mehr Mut. Kein geschützter Raum mehr. Prinzipiell jeder kann mitlesen und Einblick in meine Gedankenwelten erlangen.

Und plötzlich fange ich an auch woanders viel lockerer zu plappern. Und mit dieser Lockerheit wird die Tätigkeit spannender und interessanter und der daraus erwachsende Gewinn für das Verständnis nimmt zu und das wiederum wird zu neuem Treibstoff, der noch mehr Gedanken und Auseinandersetzung hervorbringt. Und dann kommt der Punkt an dem es interessant wird eigenständig systematisch Themen zu bearbeiten, einfach nur deshalb, weil es von Erkenntnisinteresse ist. Und ja, ich denke, das ist Lernen, das Spaß macht. Ist es also der Spaß am Lernen, der durch Moocs gefördert wird? Selbstbestimmtes Lernen, das genau dahin führt, wo für die handelnde Person der höchste persönliche Gewinn zu erhalten ist? Oder ist es einfach so, dass dieses System den Mangel an sozialem Raum für Fernstudierende füllt?

Mir machen Moocs Spaß. Mir macht das Lernen in Moocs Spaß und deshalb habe ich auch in Zusammenhang mit Moocs sehr schnell an Kinder gedacht. Gerade Kinder wollen Spaß. Doch weiter führen mich meine Überlegungen dazu immer noch nicht.

Es gibt noch viele Gedanken zu bewegen und noch viele Dinge zu beobachten. Und noch ein Artikel von Unispiegel zum aktuellen Thema Moocs aus den Toptweets der Woche.

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