Bildungsmäuschen

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Rückblick

Kurznachrichten:

Etwas über zwei Seiten Resümee zum #iddg13 sind für die Teilnahmebescheinigung der Fernuni geschrieben und warten noch auf den letzten Schliff.

Heute Nachmittag werde ich die Präsenzklausur für das hr2-Funkolleg Medien 2.0 schreiben, gefühlt kein Mooc, aber irgendwie auch dazu gehörend.

Seit Wochen habe ich das erste Mal den Eindruck morgen einen komplett lernfreien Tag haben zu können, ohne dass ich dadurch irgendwo nachhänge.

Ich lese das Buch von Chris Anderson: Makers und entdecke wieder einen neuen faszinierenden Bereich des Internets.

Ich schau mir vor der Präsenzklausur noch einmal den begleitenden Reader "Wirklichkeit 2.0" (erschienen Anfang Oktober 2012) an und dieses Mal fällt mir ins Auge, dass dort weder das Makerthema auftaucht noch der Mooc-Hype.

Was dabei heraus kommt:

Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Netz gehen schnell. Dieses Mal bin ich zur richtigen Zeit auf ein persönlich hoch passendes Angebot in einer sich gerade in beschleunigter Entwicklung befindlichen Strömung gestoßen. Der #iddg13 hätte diese Leistung nicht erbringen können und auch das viel früher begonnene Funkkolleg konnte diese Faszination nicht erzeugen. Der #mmc13 hat durch seine Unzugänglichkeit für Unerfahrene ein wenig daran gekratzt, aber das Angebot, das bei mir persönlich das Potential hatte in meinen Vorstellungen so etwas wie eine Revolution auszulösen, war der Kurs "Aboriginal Worldviews and Education" auf der Couseraplattform. Dieser konnte das aber nicht allein, sondern nur eingebettet in meine persönliche Situation zu diesem Zeitpunkt sowie vorbereitet durch Vorerfahrung mit anderen Angeboten und nachbereitet unter anderem durch den #iddg13 und diesen begleitenden Blog. Es war aber die spezielle Form dieses Couserakurses, die bei mir Visionen auslösen konnte und neue Perspektiven sichtbar machte.

An dieser Stelle möchte ich die dafür wichtigen Komponenten nicht aus dem Couserakurs zusammensuchen, mir geht es mehr darum die stabile Ruhe in Bezug auf Moocs zu beschreiben, die mich inzwischen erfasst hat. Ich habe in der Zwischenzeit keinen neuen Mooc angefangen, obwohl mich einige gereizt haben, und ich habe auch nur die fortgesetzt, in die ich wirklich einen Einstieg gefunden hatte. Und das ist mir nicht schwer gefallen. Durch den Blog zum #iddg13 und die Art der Auseinandersetzung, die ich hier geführt habe, ist mir klar geworden, wie ich mit den Moocs umzugehen habe.

Kein Mooc kann mir weglaufen, denn jeder Mooc bekommt für mich nur eine Bedeutung durch meine Arbeit. Habe ich die Zeit für diese Arbeit nicht, so habe ich auch keinen Gewinn. Ein Mooc lässt sich nicht verkonsumieren, die Teilnahme an einem Mooc ist ein kreativer Prozess, der von jedem einzelnen und jeder einzelnen selbst durchlaufen werden muss. Auch das ist ein Teil der Faszination. Ein Moocangebot, an dem niemand teilnimmt, ist tot. Zurückgelassene Daten vergangener Moocs sind wie Erdablagerungen: Geschichte, aus der das Leben entwichen ist. Zeugen einer vergangenen Zeit. So lässt sich in einem Bild das Gefühl beschreiben, das mich erfasst, wenn ich auf Seiten zurückkehre, die einmal voller Leben waren, voller Geschehen, voller Kommunikation und Austausch. In der realen Welt sind die Spuren von Gesprächen und Auseinandersetzungen verschwunden, in der Regel nur noch in der Erinnerung derer vorhanden, die teilgenommen haben. Im Netz bleiben diese Spuren stehen, können noch einmal abgelaufen werden, doch sie sind trotzdem nur Relikte von Vergangenem, Datenmaterial, das zurückbleibt und in einem neuen aktuellen Geschehen weiter verwendet werden kann.

So sieht es auch mit meinem Blog aus. Er bleibt als Produkt zurück. Er hatte seine Aufgabe bereits in dem Augenblick erfüllt als er geschrieben war. Ursprünglich wollte ich den Blog auswerten, doch das bedeutet in eine ganz andere Arbeitsmethode einzusteigen als die, einen Blog zu führen. Und darum geht es mir momentan nicht. Nicht objektive Analyse für systematisches Verständnis, sondern subjektive Bearbeitung mit dem Ziel individueller Handlungsbefähigung ist das was für mich momentan von Bedeutung ist.

Gefühlt sind Moocs ein Bestandteil meines Lebens geworden, den ich sehr schätze. Ich arbeite heute anders mit diesen Angeboten, ich gehe sie überlegter und systematischer an. Ich arbeite gewinnorientierter, zwar immer noch mit dem unverzichtbaren Anteil Lust an der Sache, doch ich möchte dabei etwas lernen, das hängen bleibt, und ich möchte am liebsten in irgendeiner Form einen vorzeigbaren Nachweis meiner Teilnahme. In meinem Resümee zum #iddg13 liest sich das so: "Durch die institutionalisierte Form eines Moocs tritt das Lernen aus dem Bereich des Informellen und rückt in den Bereich von non-formalen Angeboten wie beispielsweise Volkshochschulkurse, für die zumindest eine Teilnahmebescheinigung als Nachweismöglichkeit erwartet wird." Bin ich anfänglich noch mit einer rein informellen Haltung an Moocs herangegangen, so hat sich das gewandelt. Ich sehe jetzt darin die Möglichkeit gezielt und nicht nur nebenbei etwas zu lernen. Ich erwarte von den Anbietern von Moocs eine didaktische Vorbereitung und auch Begleitung, einen strukturierten Rahmen des Lernens.

Ob ich dafür auch zu zahlen bereit bin? Ja, wenn es meine finanziellen Möglichkeiten nicht zu sehr belastet und berücksichtigt wird, dass nicht jedem Menschen viele Finanzquellen zur Verfügung stehen, denn die grundsätzliche Teilhabemöglichkeit aller ist mir wichtig. An dieser Stelle lassen sich dann Verbindungen zum Mikrozahlsystem herstellen oder auch zu den Zahlsystemen des "Give what you like". Die Vermarktung des Spielebereichs hält dafür durchaus viele bereits erprobte Finanzierungsformen bereit wie z.B. das Freemium.

Auch für das Funkkolleg werde ich etwas zahlen. 10€ für die Möglichkeit einer Präsenzklausur, durch die ich die Möglichkeit bekomme, meine erfolgreiche Teilnahme offiziell nachzuweisen, andere TeilnehmerInnen live zu sehen, noch einmal in einer anderen Form mein erworbenes Wissen überprüfen zu können und die Erfahrung zu erwerben, wie diese Form der Überprüfung real gestaltet ist.

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