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Wissenschaft als Kunst, Magie und die Fülle des Lebens

Ist wohl nichts mit zurückziehen und nächste Woche zum zweiten Vortrag zurückkehren. Wie ich es bei Prof. Jean-Paul Restoule verstanden habe: Der Geist arbeitet mit dem Aufgenommene weiter und man weiß nicht, wann sich seine Wirkung zeigt. Sehr bald oder erst nach Monaten. Dieses Mal ist es kurz vor Morgengrauen beim ersten Zwitschern der Vögel, also in dieser Jahreszeit um 4.00 Uhr.

Wir machen keinen Bachelor of Science, wir machen einen Bachelor of Arts. Das wirft Fragen auf. Künste, was denn für Künste? Hilfreich ist der Informatikstudierende, der natürlich seinen Bachelor of Science macht, und der damit Schwammigkeit, Unexaktheit, und auch Unwissenschaftlichkeit (grrrrhhh!, aber Danke!) verknüpft. Hilfreich sind weiterhin die sozialwissenschaftlichen Studien, die ich zur Zeit lesen, und in denen die Forschenden zur intersubjektiven Nachvollziehbarkeit so viele Details über ihre Operationalisierung liefern, dass die Versuchssituationen zu Bildern in meiner Vorstellung werden. Feldexperimente. Das volle wahre Leben. Der Assistent, der das Opfer spielt, und bei einer unerwarteten Hilfsvariante in Unruhe gerät, weil dadurch der Zeitplan gefährdet wird und die nächste Versuchsperson (VP) gleich um die Ecke kommen kann. Und natürlich kann das einen Einfluss auf die Situation und das Verhalten der VP haben und dann wird dieser Aspekt vollkommen korrekt bei der Betrachtung der Ergebnisse aufgeführt.("FROM JERUSALEM TO JERICHO": A STUDY OF SITUATIONAL AND DISPOSITIONAL VARIABLES IN HELPING BEHAVIOR, JOHN M. DARLEY AND C. DANIEL BATSON, Princeton University, Journal of Personality and Social Psychology 1973, Vol. 27, No. 1, 100-108)

Aber halt! Das sind Psychologen. Die machen doch einen Bachelor of Science? Jetzt wird es etwas schwierig und genau so ist sie, die Fülle des Lebens: schwierig in der vollständigen Erfassung und schwierig auch in der Operationalisierung. Und dazu braucht es Kunstfertigkeit, um in dieser Vollständigkeit einerseits einen Teilbereich herauszuschneiden, andererseits die Verbindung dieses Teilbereichs zum vollständigen Ganzen zu bewahren, denn die sezierte Biene im Glas liefert nur einen Teil an Informationen, nur in ihrem natürlichen Umfeld beobachtet wird beispielsweise erst die wahre Bedeutung dieses kleinen Insekts für das Ökosystem klar.

Aber halt! Das machen Biologen und auch bei denen gibt es den Bachelor of Science! So komme ich nicht weiter. Also her mit der dritten Komponente des Titels, der Magie.

"Ich bin ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft." Vom deutschen Schulsystem mitsozialisiert assoziiere ich Goethes Faust. Das Gute und Böse benötige ich aber nicht, daher streiche ich es kurzerhand durch. Es bleibt als Information: eine Kraft, die will und schafft.

Kunst und Magie (nein, ich werde an dieser Stelle nicht definieren, was ich darunter verstehe) nutzen Befähigungen des Menschen, die auf Vollständigkeit basieren. Zugang zu allem was relevant sein könnte, ganz gleich welche Quelle es hat. Magie fügt dabei der Kreativität eine schwer zu beschreibende Komponente hinzu, die eben mit Goethes Kraft sehr gut erfasst ist. Eine auf Vollständigkeit basierende Verwirklichungskraft. So und jetzt wieder zurück zur Wissenschaft.

Inzwischen hat sich ein grauer Tag entwickelt und die Gedanken der Nacht beginnen zu verblassen. Ich versuche festzuhalten was verschwindet, doch es gelingt mir nicht. Schade. Doch wenn es wichtig ist wird es wiederkehren, da bin ich sicher. Also bleibt dieser Beitrag unter Verschluss, bis er zu einem anderen Zeitpunkt wieder aufgenommen werden kann.

Der graue wolkige Tag entfaltet sich zu Hitze, der noch einmal ausgeruhte Kopf prüft das Produkt der Frühe und hält es als Prozessdokument für exakt genug, um es auf den Weg zu schicken. Magie und ausgeruhte Kräfte gehören zusammen. Magie wäre damit in diesem Zusammenhang die Steigerung der Kunstfertigkeit in komplexen Situationen aus der Fülle von Wissen, Wahrnehmung, Erscheinungen und Handlungsmöglichkeiten ein Produkt zu schaffen, das einen neuen Einblick auf Zusammenhänge ermöglicht, der nicht aus der reinen Addition der Einzelheiten erklärbar ist, sowie die Möglichkeit Neues zu entdecken, zu entwickeln und zu realisieren.

Da fällt mir doch noch einmal ein deutscher Dichter ein mit dem sehr bekannten Schnipsel aus Hermann Hesses Gedicht Stufen: "Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben." Magie nutzt als willentlicher und steuerbarer Akt den Zauber der auch dem Anfang inne wohnt, die besondere Situation eines gesteigerten Zugangs zu den Möglichkeiten, die Menschen nun einmal haben, um ein Produkt zu schaffen, das den Alltag zu übersteigen in der Lage ist.

Möglicherweise hört sich das jetzt im Zusammenhang mit Wissenschaft sehr spinnert an, aber für mich gehören Kunst und Kunstfertigkeit und Magie zusammen. Und eine Wissenschaft, die den Begriff ART in ihren Titeln trägt, fordert geradezu heraus, auch diese Art des Zugangs zur Wirklichkeit auf die Anwesenheit in ihrem Repertoire zu überprüfen. Und mein noch nicht belegtes spontanes Urteil: ja, das hat sie.

Und damit ist alles gut!

Und die Flowchart von der Seite der Google-plus-Gruppe zum #exif13 habe ich jetzt völlig unsinnigerweise auf Japanisch und bin darüber für einen Moment sehr glücklich. Tja, wie war das mit einem anderen Spruch, dieses Mal nicht deutsche Literatur, "Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder…"

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