Bildungsmäuschen

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Lehr-Lern-Wechselprozesse

„MOOCs und was es dort so alles geben mag, sind keine Nürnberger Trichter. Sie sind schlichtweg nicht mehr und nicht weniger als gewisse Hilfsmittel, die den Lehrenden und Lernenden bei Studium zusätzlich zur Verfügung stehen.“ als Kommentar von M.G. vom 17.6.2013 aus einem interessanten Blog zum Thema Moocs.

Genau diese Aussage fasst für mich sehr gut meine eigene Einschätzung zusammen. Und daraus ergeben sich dann wieder zwei Seiten: die der Lehrenden mit ihrer Herangehensweise an das Angebot und die der Lernenden und ihr Umgang mit dem Angebot. Lernen findet dabei sowohl auf beiden Seiten statt und Lehren und Lernen vermischen sich. Einerseits beschäftigen sich die Lehrenden mit ihrem eigenen Angebot, andererseits beschäftigen sie sich auch durchaus mit den Angeboten, Konzepten und Vorgehensweisen anderer. Die Lernenden wiederum können in direkter Form zu Lehrenden gegenüber ihren Mitlernenden werden, aber auch zu indirekt Lehrenden, indem sie durch ihre eigenen Auseinandersetzungen und ihre Vorgehensweise zu Vermittlern für die eigentlich Lehrenden werden. Mit Sicherheit gibt es auch einen Begriff für diese Vorgänge, den ich aber nicht kenne, daher muss ich detaillierte Beschreibungen wählen. Macht aber nichts, ist umständlich, funktioniert aber auch.

Was momentan mit den Moocs vor sich geht, ist demnach ein Lehr-Lern-Wechselprozess. Und beide Seiten lernen wie sie damit umgehen können. Der Hype entsteht durch die Aktualität des Prozesses, die Menge an Aufmerksamkeit, die das Thema bekommt, die Menge an Beiträgen, die Fülle an Beteiligten. Dadurch kann etwas, das vielleicht schon vorher in ähnlicher Form bestand, aber wenig Interesse auf sich lenkte, in kurzer Zeit intensiv erkundet und in den kulturellen Bestand aller (oder zumindest den der interessierten Bevölkerungsgruppen) aufgenommen werden.

Die technische Entwicklung (und die Untersuchung aller Teile des Lebens auf eine ökonomische Verwertung durch den Einsatz von Netztechnologie) haben den momentanen Hype ermöglicht. Dabei lasse ich jetzt einfach mal außer Acht, dass eigentlich nur sehr wenige Menschen in sehr wenigen Ländern der Welt erfasst sind, und diese in der Regel schon im Vorfeld mit Bildung zu tun haben, auch wenn hohe Teilnehmerzahlen und Offenheit des Zugangs etwas anderes suggerieren. Und die Interessierten auf Seite der Lernenden und auf Seite der Lehrenden werden ihren Beitrag leisten Strukturen zu entwickeln, die mehr oder weniger sinnvoll sind, mehr oder weniger offen, und mehr oder weniger Demokratie fördernd.

Aber nach der Erkundung, Entwicklung und Etablierung neuer Möglichkeiten stellt sich wieder die Frage nach der Verbesserung der Bedingungen der sozialen Welt im alltäglichen Miteinander. Und damit taucht auch wieder die Frage auf: Wie kommt das Gelernte in die reale Welt? Und wie lassen sich reale Welt und digitales Angebot verknüpfen? Und wie lässt sich der Zugang für die sowieso schon Benachteiligten verbessern? Lehren mag zwar als reiner Selbstzweck oder Unterstützung des eigenen Lernens funktionieren, aber über das Netz Gelerntes sollte auch in der realen Welt zur Anwendung kommen und so wie der Schritt vom Studium in die Arbeitswelt mit Schwierigkeiten verbunden sein kann, kann sich auch der Weg vom Lernen zum Verwenden schwierig gestalten und muss erst gefunden werden.

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