Bildungsmäuschen

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Bildung und Bilder

Ursprünglich war dieser Blog nur für die Begleitung des #iddg13 gedacht, dann wurde er um Beiträge im Zusammenhang mit dem #exIf13 erweitert und nun bin ich mit dem Problem konfrontiert, dass ich auch über andere Themen im Zusammenhang mit Bildung genau an dieser Stelle schreiben möchte, denn auch ich erlebe den positiven Effekt eines Blogs für das Lernen und die Auseinandersetzung mit den Inhalten eines Studiums. Mir ist zwar noch nicht so ganz klar wie ich in diesem Blog ein sinnvolles Ordnungssystem aufrecht erhalten soll, dennoch werde ich jetzt einfach hier zu weiteren Themen schreiben

Zeichnen, Freundschaftsbücher und Poesiealben

In früheren Jahren gab es Poesiealben, die in den Klassen herumgingen, heute gibt es Freundschaftsbücher. Während die Seiten der Poesiealben noch komplett selbst gestaltet werden mussten, sind die Seiten der neuen Art von Büchern in sehr unterschiedlicher Weise vorstrukturiert. Es werden in der Regel irgendwelche Dinge abgefragt, die mehr oder weniger verwundern (das könnte ein weiteres interessantes Thema sein), mich beschäftigen aber vor allem die Bücher, die einen vorgegebenen Platz haben, an dem die Freunde ein Bild malen sollen. Kinder sind da wenig befangen. Jungen malen beispielsweise Autos, Mädchen Schmetterlinge oder Herzen, aber dann kommen die Seiten der Erwachsenen, die auch einen Beitrag im Buch erbringen sollen.

Ich hatte gestern ein Buch in der Hand, 9 gestaltete Seiten, 6 davon von Kindern altersgemäß umgesetzt, 3 Seiten von Erwachsenen ausgefüllt und auf keiner Seite der Erwachsenen war auch nur die kleinste Zeichnung, obwohl jede Doppelseite eine halbe Seite frei ließ, um ein Bild zu malen. Auf diesen Seiten wirkte das Buch sehr leer. Das ist zugegebenermaßen extrem, ich habe schon Bücher gesehen in denen auch Erwachsene gezeichnet haben und das durchaus auf einem Niveau, das einem Erwachsenen entspricht. Ich bin bei dieser extremen Erscheinung des Buchs von gestern aber wieder auf das Problem gestoßen, das mich vor vielen Jahren das erste Mal beschäftigt hat, als ich an meinen eigenen Zeichenfähigkeiten gearbeitet habe. Warum wird anscheinend in vielen deutschen Schulen das freie Zeichnen der Kinder nicht mehr weiter entwickelt? Warum bleibt es den Kindern in der Regel selbst überlassen, was sie dort noch lernen?

Zeichnen ist etwas, das in meinem Umfeld immer noch dem Kindergarten, der Vorschule und den ersten Grundschuljahren zugeordnet wird, und während die bunten Bilder aus den Schulbüchern verschwinden, werden auch die Hefte der Kinder immer farbloser und Zahlen und Schrift ersetzen Bilder. Zeichnen wird in die Technikenvermittlung des Kunstunterrichts eingemengt und der freie Ausdruck landet auf den Rändern der Unterlagen, die von den Lehrern nicht eingesehen werden. Schreiben, Lesen, Rechnen haben Vorrang und irgendwann kommt für viele Kinder, die noch zu Beginn der Grundschule keinen Gedanken daran verschwenden haben wie sie etwas zeichnen können, sondern es einfach getan haben, der Zeitpunkt an dem sie sagen, das kann ich nicht, und dann geschieht nicht mehr viel.

Ich habe meine Seite für Lilly so sorgfältig gestaltet wie jedes der Kinder im Buch es getan hat, jedes Kind auf seinem Niveau, und ich wiederum auf meinem Niveau als Beispiel dafür, dass Zeichnen weiter gehen und auch für Erwachsene eine Bedeutung haben kann. Und hier ist nun das Bild das für Lilly (ein kleines Mädchen mit feinem, blonden Haar und großen Augen) dabei herausgekommen ist. Titel: "Der Kaspar drängelt sich immer vor."
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