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Dritte Woche #exIf13 – Forschungsfrage

Freitag 28.6.13
Erst einmal der Link zum Impulsvortrag. So etwas sollte gut auffindbar aufbewahrt werden. Die Forschungsfrage erscheint hier als Leitthema, das den gesamten Forschungsprozess begleitet bis sie beantwortet ist. Während der Literaturrecherche ist sie schon anwesend oder entwickelt sich möglicherweise gerade dann, danach bleibt sie im Hintergrund präsent wie der fortwährend mitschwingende Ton des Universums klassischer indischer Musik.

Überhaupt das Universum. Ich habe anscheinend eine Neigung dazu kompliziert zu denken. Die Aufgabenstellung dieser Woche lautet prägende Forschungsfragen einer Wissenschaft zu finden, sowie Werke und Wissenschaftler. Das Netz muss für alles herhalten, jetzt lässt es mich aber im Stich. Ich scheitere schon an der Fragestellung. Sicherlich, es gibt jede Menge Informationen dazu was eine Forschungsfrage ist, aber wie fragt man nach den Forschungsfragen von Wissenschaftlern und welche waren prägend?

Jetzt muss ich meinen eigenen Kopf bemühen und da kommt das Universum ins Spiel. Irgendwie starte ich bei der Legende um Newtons Apfel und lande über Lichtbrechung, Mathematik, Astrologie, dem geringen Alter westlicher Wissenschaft, der Aufklärung, der Frage nach Wissenschaft in nichtwestlichen Ländern, Millionen von forschenden Menschen, Ameisen und Sandkörnern, unfassbaren Weiten, Bedeutungslosigkeit, Liebe und Vertrauen bei der Erde als kleiner Kugel im Universum und dann bin ich wieder von der Reise durch mein eigenes Netzwerk zurück. Ich habe Namen mitgebracht, die mir wichtig sind: Weber, Bourdieu, Niklas Luhmann, nur so ein paar herausgefischt aus dem Pool. Welche Fragen haben sie bewegt? Was hat sie herausfinden lassen worauf viele Wissenschaftler schauen und was so viele Studierenden präsentiert wird? Was waren ihre Forschungsfragen? Wo finde ich sie in ihren Büchern? Oder habe ich sie längst in meinem Kopf ohne dass es mir klar ist? Sind ihre Schriften nicht durchdrungen von ihren Forschungsfragen? Was wollten sie überhaupt? Plötzlich gibt es nicht einfach etwas zu lernen das aufgeschrieben da steht, das mir schon jemand vorbereitet hat, das ich nur noch zerschneiden und runterschlucken muss.

Etwas verzweifelt bemühe ich noch einmal das Netz. Gebt mir doch nur eine Erleichterung, einen Wink. Ich finde nebenbei eine Tauschbörse für Dokumente. So etwas gibt es?

Ich finde aber auch etwas, das mich anspricht und zwar eine Beschreibung zu Bourdieus Buch Junggesellenball. "Die hier versammelten Arbeiten Bourdieus über die Krise der bäuerlichen Gesellschaft seiner Heimat, dem südwestfranzösischen Béarn, kreisen nicht nur um ein konkretes Problem: Wie lässt sich die verbreitete Ehelosigkeit der Hoferben in einem Umfeld erklären, das doch für sein hartnäckiges Festhalten am Erstgeburtsrecht bekannt ist? Sie bieten auch die Möglichkeit, Schritt für Schritt die reflexive Entwicklung von Forschungsfragen nachzuverfolgen, mit der Bourdieu schließlich bis zu einem allgemeinen Erklärungsmodell gelangt, das dann als »Ökonomie symbolischer Güter« in seine gesamte, epochemachende Kultursoziologie ausstrahlt. Das in der »Eingangsszene« beschriebene dörfliche Tanzvergnügen erweist sich als konkrete Verwirklichung eines Marktes symbolischer Güter, dessen nationale Vereinheitlichung die Bauern, ihre Umgangsformen, ihre Kleidung, selbst ihren Körper, einer massiven Entwertung ausSetzt und dazu verdammt, als Relikte einer alten Welt mit ihr zu verschwinden." (kurze Zusammenfassung des Inhalts des Buches hier)

Da ist ein persönlicher Bezug: Bourdieu und Newton entstammen beide der Landwirtschaft. In Newtons Zeit noch mit intakten Strukturen, doch Bourdieu erlebte ihren Niedergang. Newton fragte noch nicht nach der Landwirtschaft. Wie Gauß gehört er zu den grandiosen Aufsteigern aus einfachen Verhältnissen ins Firmament der Wissenschaft. Schlammblüten mit dem Glück die richtigen Förderer zu finden in einer Zeit in der sich die moderne westliche Wissenschaft entfaltete. In der noch so viel ganz neu und auf neue Weise entdeckt werden musste.

Aber zurück zu Bourdieu und seiner Forschungsfrage. Nein es war nicht nur eine. Es waren viele. Aus Forschungsfrage und Antwort erwachsen neue Fragen. Aus einer Untersuchung ergeben sich weitere. Eine fortwährende Rundreise auf der Insel der Forschung. Wie es ja schon den Kindern aufgefallen ist denen ich die Karte zeigte: es gibt keinen Endpunkt. Bourdieu erlebte die Welten um sich her. Die Landwirtschaft, Frankreich, Algerien, Zeiten in denen sich Verhältnisse schnell änderten. Daher stammen seine Fragen. Aus der Beobachtung dieser Vorgänge in der Kombination mit dem was er als Haltung im Lauf seines Lebens entwickelte. Forschungsfragen, die darauf ausgerichtet sind den Dingen so lange auf den Grund zu gehen bis das Erkenntnisinteresse befriedigt ist, auch wenn das von nachfolgenden Generationen weitergeführt werden muss.

Doch alles womit ich mich beschäftige ist nur ein Umweg auf dem Weg zur Lösung der Aufgabe. Ich merke, dass ich die Texte lesen muss, um die Forschungsfragen zu finden, den mitschwingenden Ton. Ich kann scheinbar weder die Inhaltsverzeichnisse der Bücher bemühen und noch nicht einmal die Suchfunktion der Pdfs, die mir zur Verfügung stehen, hilft weiter. Da steht nicht Forschungsfrage, Doppelpunkt (oder research question). Wenn ich keinen Tipp oder Hilfe von anderen bekomme, werde ich die Aufgabe nicht so schnell mal nebenbei erledigen können. Noch nicht einmal für einen einzigen Theoretiker. Also werde ich versuchen, ob das Lesen der Studien im Modul 2C, Sozialpsychologie, mir dabei hilft. Sollte es eigentlich. Nach dem Prinzip: zwei Fliegen mit einer Klappe.

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