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Kinder, Bilder, Bücher

Aus der Kombination von Liebe zum Vorlesen, Erfahrungen im kreativen Schreiben, langjähriger Beschäftigung mit Illustrationen, Begeisterung für Gruppenprozesse und das Ganze eingesprenkelt in das was menschliches Leben ausmacht, entstand im Frühjahr 2010 ein Projekt im Zusammenhang mit dem Sommerfest der Kindertagesstätte Hadekin in Bad Wildungen Reinhardshausen. Thema des Festes waren Bücher und in meiner Funktion als langjährige Vorlesepatin kam es dazu, dass ich einen Anteil zum Fest beisteuern wollte. Ich entschied mich dazu, die Kindern meiner eigenen Patengruppe und die Kindern der altersbegründeten Anschlussgruppe, die mich als Vorlesepatin kannten, je eine Geschichte erfinden zu lassen, die dann am Sommerfest gemeinsam von den Anwesenden illustriert werden sollte.

Die jüngeren Kinder gehören zur Igelgruppe und am Geschichtenerfinden nahmen die Ältesten zu Ende des Kindergartenjahres teil. Das Durchschnittsalter lag vermutlich bei 5 Jahren. Die ältere Gruppe bestand aus 8 Kindern der Mäusegruppe, deren Durchschnittsalter war etwa 6 Jahren.

Verwendete Methode: Orientiert an der gewohnten Sitzordnung beim Vorlesen saß ich gemeinsam mit den Kindern im Kreis, und nach einer kurzen Erläuterung war es in beiden Gruppen sehr einfach die Kinder zum Erzählen zu bewegen. Von den Erzieherinnen der Einrichtung war in meiner Erinnerung niemand beteiligt. Zur Aufzeichnung diente ein Notizblock, der es möglich machte, den Erzählstrang in Stichwörtern festzuhalten. Dabei entstanden verschiedene Handlungsstränge bei unterschiedlichen Kinder, die von mir durch Nachfragen am Laufen gehalten und in Richtung einer Verknüpfung untereinander gelenkt wurden. Aufzeichnungen zu den Gruppenprozessen wurden damals nicht gemacht, da das Interesse primär am Entstehen des Produkts ausgerichtet war und die Prozesse in der Gruppe nur insofern wichtig waren, dass sie das Entstehen einer gemeinsamen Geschichte ermöglichen sollten.

Beide Erzählungen wurden am gleichen Tag zusammengetragen. Auf der Basis der Aufzeichnungen zum Verlauf der Geschichte setzte ich diese in einer angemessene Sprache um und verteilte die Anteile der Geschichten auf Szenen, die gut illustrierbar erschienen.

Am Tag des Sommerfestes baute ich am Eingang einen Stand mit Zeichen- und Malutensilien auf, hängte die Zettel mit den Szenen nummeriert auf eine Leine, und versuchte die ankommenden Kinder und Erwachsenen zu motivieren, Bilder zu den Szenen anzufertigen. Dabei konnten sie sich Zettel mit Szenen frei auswählen. Das Ergebnis war relativ enttäuschend. Weder bei Erwachsenen noch Kindern fanden sich sehr viele Vor-Vorstellungen auf denen ich aufbauen konnte, um die Idee eines gemeinsam illustrierten Buches umzusetzen. Am ehesten erreichte ich Kinder im Grundschulalter. Erwachsen neigten stark dazu das Argument, kann nicht malen/zeichnen, vorzuschieben und im Laufe des Nachmittags wurde mein Angebot sehr stark zu einer Betreuungsmöglichkeit zu der Kinder von Eltern geschickt wurden, damit sie beschäftigt waren. Entsprechend wurde dann auch primär Farbe auf dem Papier verteilt, statt zu der Szene einer Geschichte etwas umzusetzen.

Dadurch wurden nur vergleichsweise wenige Bilder von den Teilnehmern direkt zu der Geschichte gemalt oder gezeichnet, so dass ich für das Projekt die vorhandenen Blätter nahm und bearbeitete, so dass ein Teil der Bilder nur durch Kollagen und Ergänzungen zustande gekommen sind. Die Bilder wurden anschließend zu zwei Büchern im A3-Format der verwendeten Zeichenblöcke gebunden. Der jeweilige Text befindet sich dabei immer in großer Schrift auf der Rückseite des vorhergehenden Bildes neben dem nachfolgenden. Anschließend wurden die Bücher im Foyer der Kindertagesstätte über einen begrenzten Zeitraum zur Ansicht ausgelegt. Erst zu diesem Zeitpunkt wurde es für die anderen wirklich sichtbar, welche Idee sich hinter dem Projekt verborgen hatte.

Insgesamt war es eine sehr interessante Erfahrung. Das Erzählen im Kreis würde ich in dieser Form wiederholen, allerdings halte ich es für eine sehr ungeeignete Herangehensweise Personen, die keine Vorerfahrungen habe, im Rahmen eines Festes Illustrationen zu einer vorgegebenen Geschichte anfertigen zu lassen. Im Wiederholungsfall würde ich eine Veranstaltung wählen, die nur den Sinn der Illustrationsanfertigung hat und einen Rahmen für ausführliche Anleitung und Begleitung bietet. Als sehr hilfreich hat sich auch erwiesen bereits fertige Produkte einzusetzen, da Kinder und Erwachsene eher eine Vorstellung davon bekommen was sie tun können, wenn ihnen das mögliche Endergebnis vor Augen ist. In diesem Fall die fertigen Bücher.

Da mir zum damaligen Zeitpunkt keine geeignete Reproduktionsmöglichkeit für die Bilder zur Verfügung stand, das Interesse der Eltern aber groß war diese Bücher in irgendeiner Form mitzunehmen, bin ich sehr begeistert davon die Möglichkeit der Videoherstellung entdeckt zu haben. Sie entspricht zwar nicht dem Buch, dem Gefühl beim Anfassen, der unmittelbaren Konfrontation mit den Bildern und dem bessern Zugang zu ihrer Herstellungsweise (Kollagen sind unmittelbar erkennbar), aber die Geschichte selbst kann mit den Bildern zusammen in dieser Form kostengünstig an beliebig viele Personen weitergegeben werden. Und damit lässt sich das Ergebnis einer solchen Arbeit besser mit denen teilen, die einen entscheidenden Anteil am Entstehen hatten.

Leider kämpfe ich noch mit den Tücken des Tons, aber erste Schritte sind gemacht und neue Möglichkeiten erschlossen. Das Buch der Mäusekinder liegt inzwischen als Video vor, das der Igelkinder ist in Arbeit.

Und hier folgt schon das zweite:

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