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Minderheitengefühl bei Social Pschology

Nachdem ich die Aufgabe der ersten Woche beim Couserakurs Social Psychology ohne Probleme abschließen konnte, scheiterte ich an der zweiten und damit wurde auch die dritten Aufgabe für mich unlösbar, da das Einreichen der zweiten Aufgabe Voraussetzung für die Teilnahme an der dritten Aufgabe ist. Ich möchte mich jetzt aber nicht weiter damit beschäftigen, dass ich eine solche Kopplung für problematisch halte, sondern mit der Erfahrung wie es sich anfühlt, wenn man aus kulturell vermittelten Gründen den Eindruck hat, gestellte Aufgaben nicht ausführen zu können und dadurch ausgeschlossen wird.

Die Aufgabe war, sich selbst in einem möglichst positiven Licht mit Bild und persönlichen Angaben zu präsentieren, zumindest habe ich das so verstanden und das angegebene Beispiel legte es auch nahe. Wie präsentiere ich mich also so, dass mich alle mögen…Das geht für mich so überhaupt nicht, das ist für mich Lüge und da kann ich mich auch nicht drüber hinwegsetzen. Ich will mich doch in diesem Kurs nicht als smoothes Produkt verkaufen und irgendwelchen Arbeitgebern als genau das Objekt präsentieren, das sie haben wollen. Und plötzlich bin ich in der Situation, dass ich auf dem Hintergrund meiner persönlichen Überzeugung eine an mich gestellte Anforderung nicht erfüllen kann und dadurch Nachteile habe. Es gibt keine Alternative. Entweder ich mache mit und passe mich an oder ich bin ausgeschlossen. Gleichzeitig habe ich den Eindruck mit einem kulturellen Phänomen konfrontiert zu sein. Amerikaner und viele andere auch scheinen mit Begeisterung diese Aufgabe umzusetzten und eine für mich inhaltlich grauenhafte Präsentation einer jungen Vietnamesin (alles wunderbar, alles super, alles läuft bestens und ich backe so gerne Kuchen für alle) findet begeisterte Annahme. Ich kann also mit meiner Haltung zwar partizipieren, aber einen Teil der Anforderungen für einen Abschluss nicht erfüllen und damit sinken meine Chancen den Kurs erfolgreich mit einem Zertifikat zu beenden.

Ich halte zwar nicht so viel von der muslimischen Kopftuchmode, doch plötzlich fühle ich mich überzeugten Kopftuchträgerinnen ganz nahe.

Im Nachhinein denke ich, dass ich mich hätte beschweren und nach einer Alternativaufgabe zumindest hätte fragen können. Oder ich hätte eine Präsentation in meinem Sinne erstellen können. Das zweite wäre eine gute Wahl gewesen. Allerdings wäre mir dann die Erfahrung entgangen wie es sich anfühlt ausgeschlossen zu werden, wenn das Bemühen eine gestellte Aufgaben wie gewünscht zu erfüllen mit der eigenen kulturell vermittelten Überzeugung kollidiert und die zweite stärker ist. Eine interessante Erfahrung, wenn auch ungewollt, hat der Kurs mir dadurch schon vermittelt. Ich denke demnächst kann ich mich besser in die Probleme von Menschen hinein versetzen, die mit einer ähnlichen Situation konfrontiert sind. Und noch einmal in eine ähnliche Zwangslage gebracht, werde ich versuchen mich auf der Basis des für mich Möglichen zu beteiligen, auch wenn ich dann die Aufgabe nicht wie gewünscht umsetze.

Das Fazit lautet also: Weder dem Wunsch der Autoritäten folgen noch sich ausschließen, sondern sich mit dem was für einen selbst möglich ist beteiligen. Wer weiß, was dann für Erfahrungen dabei heraus kommen.

Jetzt finde ich es schade, dass die Möglichkeit in diesem Kurs schon verpasst ist. Aber zumindest ein emotionales Happy End habe ich hinbekommen. Das ist doch auch schon etwas. 😀 Und ich kann dann demnächst in eine Darstellung von mir hinein schreiben: sieht ständig Probleme, ist aber durchaus in der Lage diese zu bearbeiten und positive Schlussfolgerungen daraus zu ziehen…Ob das Amerikaner allerdings als Darstellung von Sozialverträglichkeit bewerten würden? In meiner Vorstellung sagen sie zu allem: "wonderful, you are such a nice person", nur um sozialverträglich zu erscheinen indem sie ja niemandem auch nur in die Nähe der Fußspitzen kommen. Kulturunterschiede eben und Aussagen mit für mich letztlich nur geringem informativem Wert.

Nachtrag: Eine nette Kursteilnehmerin hat mich darauf hingewiesen, dass es doch ein Ersatz-Assignment für die dritte Woche gibt, das in der Reihenfolge vertauscht auftaucht, so dass es mir nicht aufgefallen ist. Da fühle ich mich doch gleich wieder mehr integriert und kann die Ausschlusserfahrung noch wesentlich mehr unter den letztlich positiven Erfahrungen einordnen.

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1 Kommentar

  1. anonymous sagt:

    Anonym writes:Ich glaube, die Aufgabe war ziemlich unglücklich formuliert. Nachdem ich eine Weile im Forum gestöbert hatte, habe ich den Eindruck bekommen, man soll sich einfach vorstellen, so wie man das über andere Profile in sozialen Netzwerken macht. Gut, ich gebe zu, ich war unsicher und wäre ich heute nicht um halb 5 aufgewacht, hätte ich das Assignment auch nicht gemacht. Letztlich habe ich ein paar Sätze über mich geschrieben und persönliche Informationen "angeboten" – in einem Video kam doch vor, dass man besser mit Menschen verhandeln kann, wenn man ein gemeinsames Interesse findet; habe etwas mit der Schriftart gespielt (Stichpunkt: angenehmes lesen hinterlässt angenehmen Eindruck) und habe kein Foto eingefügt. Also, das hat mich doch sehr irritiert, was für Fotos andere online gestellt haben. Warum ein Teilnehmer ein Bild mit seinen Großeltern hochgeladen hat, konnte ich nicht nachvollziehen …Jedenfalls: deine Perspektive war auch interessant und bestimmt lehrreich. Übersetz' doch den Text und eröffne damit ein Thema bei coursera? Das spricht doch interessante Punkte an!

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