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Zeitmanagement und der erfolgreiche Abschluss eines Moocs

Momentan versuche ich neben anderen Verpflichtungen zwei Courserakurse mit Zertifikat abzuschließen, d.h., ich benötige in beiden Fällen 70% der erforderten Leistungsnachweise bzw. Übungen. Beide Kurse bieten inzwischen bei wöchentlich neuem Stoff und Aufgaben einen erweiterten Zeitrahmen von zwei Wochen an, in dem die Aufgaben eingereicht werden können. Bei der ersten größeren Programmieraufgabe schien es den Veranstaltern sogar notwendig diesen Rahmen noch einmal um 48 Stunden auszudehnen.

Dennoch erfordert es ein gutes Zeitmanagement um mitzukommen, denn für die Aufgaben müssen ja auch die Videos geschaut und verstanden werden und zum Teil ist auch recht umfangreiches Textmaterial empfohlen. Wer denkt das schnell mal nebenher bewältigen zu können, kann schnell eines Besseren belehrt werden. Ich habe den bei der Beschreibung der Kurse angegebenen Zeitaufwand bisher immer deutlich überschritten. Und ist der Strang erst einmal unterbrochen, vielleicht konnte die eine oder andere Frist nicht eingehalten werden, vielleicht war die wöchentliche Punktzahl klein, vielleicht hat eine Aufgabe zu Konflikten geführt und konnte nicht erfüllt werden, schon lässt sich noch vor dem Ende ausrechnen, dass es für den Kurs kein Zertifikat mehr geben wird.

So sehr diese Struktur hilft das eigene Lernen zu strukturieren, so sehr ist sie auch ein eingrenzender Rahmen. Viele fangen mit Elan und Begeisterung an und wollen den Kurs auch abschließen, doch dann tauchen die Probleme des Alltags auf, die der fristgerechten Einreichung der Aufgaben immer wieder in den Weg treten. Mich würde interessieren ob die Verlängerung um zwei Wochen dieses Problem mildert und mehr Teilnehmer erfolgreich abschließen können, was mir denkbar erscheint. Ohne diesen erweiterten Zeitrahmen hätte ich es beispielsweise nicht bewältigen können, immer noch im Zeitplan zu liegen. Zwar mittlerweile in einem Kurs deutlich hinterherhinkend, aber mit dem Wissen, dass ich das im Lauf der nächsten zwei Wochen, wenn ich mehr Zeit habe, wieder aufholen kann, um noch genug Punkte für ein Zertifikat zu sammeln.

Die Art mit welchen Systemen Leistungsnachweise in Moocs erbracht werden können, finde ich bei Diskussionen und Berichten bisher wenig erwähnt. Nicht jeder Mooc benutzt Wochenaufgaben mit engen Fristen ohne die Möglichkeit später noch nachzuarbeiten. Und in anderen Zusammenhängen werden Lernleistungen sogar nur einmal am Ende erfasst, so dass nur ein einziger Termin einzuhalten ist!

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4 Kommentare

  1. anonymous sagt:

    Anonym writes:Hallo Angelika,dann mal den Bericht von einem Kurs bei openhpi zur Ergänzung deiner Frage: Dort war der Leistungsnachweis – nach meiner Erinnerung – wie folgt geregelt: Zunächst mal benötigte man für ein Zertifikat 50% der gesamten Punkte (bei weniger Punkten konnte man unter bestimmten Bedingungen noch immer eine Teilnahmebestätigung bekommen). Der Kurs dauerte 6 Wochen, jede Woche gab es neue Videos und Übungen und eine Hausaufgabe, die innerhalb der Woche (genauer 8 Tage) zu erledigen war. Alle Hausaufgaben zusammen machten die Hälfte der Punktzahl aus. Die andere Hälfte der Punktzahl war in der Abschlussklausur (online) zu erzielen, die mußte man in ca. 1,5 Wochen nach Bereitstellung erledigen. Für alle Hausaufgaben gab es jeweils ein Zeitlimit für die Bearbeitung von einer Stunde, für die "Klausur" zwei Stunden.Etwaige "Lücken" in der Bearbeitung konnte man durch Zusatzpunkte ausgleichen, den Gesamtumfang habe ich vergessen, ca. 10% der Gesamtpunkte würde ich meinen. Dazu musste man dann aber auch zustäzlichen Inhalt lernen, dies in einem 2 wöchigen Zeitrahmen gegen Mitte des Kurses. So ungefähr lief die Leistungsbewertung in dem Kurs. Man wird dadurch schon die 6 + 1 Woche "bei der Stange gehalten", das ist auch mein Eindruck. Das BIWI Fernstudium in Hagen ist da für mich flexibler gewesen. Je nach Lerntyp ist das sicher ein Vor- oder Nachteil.Bin gespannt auf deine weiteren Berichte und viel Glück bei MOOC- und BIWI Prüfungen 🙂 Cornelia

  2. amirabai sagt:

    Hallo Cornelia!Das spricht schon für meine Vermutung, dass auch ein zu enger Zeitrahmen von Seiten der Anbieter zu Problemen führen kann, diese Angebote mit Zertifikat abzuschließen. Ebenfalls das Problem mit dem angegebenen Zeitaufwand, der ja sehr von der einzelnen Person abhängt und sehr viel größer sein kann. Ich finde es immer sehr ärgerlich wenn die hohen Zahlen von Personen, die nicht offiziell erfolgreich abschließen, als Misserfolg interpretiert werden. Ich gehöre ja zu dem Personenkreis der durch die offenen Onlinelernangebote immens profitiert und bin sehr daran interessiert, dass sie sich in einer positiven und nützlichen Weise weiter entwickeln und auch grundsätzlich kostenfrei erhalten bleiben. Und ich möchte sie auch noch viel mehr Menschen empfehlen können. Den Bedarf dafür sehe ich. Daher achte ich momentan auch verstärkt auf die Schwierigkeiten, die für mich und andere auftauchen, um wirklich Kurse auch erfolgreich zu Ende bringen zu können. Ein wenig ist es so das Gefühl, je mehr Personen nachweislich davon profitieren, desto ernster wird die Sache genommen und um so eher werden sie weiter entwickelt und bleiben auch erhalten.:D

  3. anonymous sagt:

    Anonym writes:Hallo Angelika,die Quoten beim openHPI sind recht gut, von den eingeschriebenen Teilnehmern erreichen 17% ein Zertifikat.http://www.presseportal.de/pm/22537/2541225/internet-trend-moocs-online-lerner-bei-openhpi-mit-hohen-erfolgsquoten In dem Artikel steht dann auch: "MOOCs sind also kein Jugendphänomen, sondern ein wichtiger Beitrag zum komfortablen lebenslangen Lernen von Berufstätigen" Hier ist noch eine Statistik https://blog.openhpi.de/2013/01/einige-statistische-auswertungen-zum-internetworking-kurs/ Nicht vergessen darf man, so mein Eindruck, dass es für einige eine Hürde gibt, online zu lernen, zu handeln usw. Diese Hürde ist bei den Kursen von openHPI sicher besonders gering, da die TeilnehmerInnen sich ja für einen Kurs aus dem IT Bereich entschieden haben.Insgesamt sehe ich die MOOCs unter gesellschaftlichen Gesichtspunkten zweischneidig: Für die einen eine Chance, aber wenn ich gewisse Grundvoraussetzungen nicht habe (und ich kenne in meiner Umgebung sehr viele, die sich schon schwer tun, eine E-Mail an mehr als eine Person zu schicken) dann bleibt mir dieses Angebot verwehrt: Stichwort: Digital divide oder Mathäus Effekt "Wer hat, dem wird gegeben" (Das ist nicht von mir, aber ich suche jetzt nicht die Quelle 😉 ) MOOCs sind klasse, aber man sollte sie m.M. nach nicht als wesentliches Heilmittel gegen Bildungsbenachteiligung im Allgemeinen verstehen. MOOCs sind eine Chance zur (kostenfreien) Bildungsbeteiligung für Leute, die gewisse Grundvoraussetzungen mitbringen (Medienkompetenz, Fähigkeit zum eigenständigen Lernen), die anderen fallen hier leider durch das Netz. Bevor Missverständnisse auftauchen: ich habe dich nicht in die Richtung verstanden, dass du MOOCs als Allheilmittel begreifst :-). War mir nur grade wichtig, diesen Punkt noch mal herauszustreichen, er wird in meinen Augen oft zu wenig berücksichtigt.Cornelia

  4. amirabai sagt:

    Hallo Cornelia!Danke für die Links. Ich habe vor allem die Benachteiligung von Personen unterschiedlichen Alters in ländlichen Regionen mit geringen und/oder wenig vielfältigen Bildungsangeboten im Auge, die bisher über wenig Informationen über Netzmöglichkeiten verfügen oder ein gewisses Misstrauen gegenüber entsprechenden Angeboten haben, aber ein klares Weiterbildungsinteresse bekunden. Das mit den Grundvoraussetzungen ist mir klar, ich treffe aber immer wieder auf Menschen, die nur die richtigen Informationen und gegebenenfalls etwas einführende Unterstützung und natürlich deutschsprachige Angebote benötigen, um möglicherweise von Moocs oder anderen Onlineangeboten profitieren zu können. Wenn ich denjenigen von den Sachen erzähle, die ich für mich entdeckt habe, stoße ich sehr oft auf reges Interesse. Matthäus-Effekt geht auf Merton zurück. Von dem habe ich heute noch mal über seine Anomietheorie gelesen. 🙂 Ein interessanter Mann, den ich bisher immer überlesen habe. Da kann ich doch gleich nebenbei noch für die Klausur lernen.:D Wenn ich bei der Statistik von OpenHPI nur diejenigen nehme, die auch regelmäßig teilgenommen haben (2700) und diese mit denjenigen vergleiche, die wirklich ein Zertifikat erreicht habe (1662), dann sind das doch richtig gute Erfolgszahlen. Ich denke auf dieser Basis zu berechnen ist wesentlich sinnvoller als die reinen Einschreibezahlen heranzuziehen. Ich war auch schon bei Moocs eingeschrieben wo ich nur ein oder zweimal geguckt und dann entschieden habe, dass ich nicht teilnehmen werde. Zählte aber weiterhin als Teilnehmerin, da eine Abmeldung nicht geht. Und es gibt Moocs wo sich Leute nur einschreiben, um an die Materialien zu gelangen, die sonst nicht zugänglich sind. Ich denke, all diese Faktoren abgezogen, sieht der Erfolg (wenn er denn in Zertifikaten messbar ist) doch ganz gut aus. Und die Altersverteilung ist auch sehr interessant. Stärkste vertretene Gruppe 40-50jährige und auch noch hohe Werte bei den 50-60 und sogar den 60-70jährigen. Das freut mich doch sehr! Bei den Couserakursen sind sehr, sehr viele Ältere und auch Menschen aus abgelegenen Regionen, die sich sehr, sehr positiv über die Möglichkeiten äußern, die ihnen in der heutgen Zeit an die Hand gegeben werden!

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