Bildungsmäuschen

Startseite » Uncategorized » Sprachen

Sprachen

Menschen entdecken manchmal seltsame Dinge an sich, Dinge mit denen sie sich nie zuvor identifiziert haben. Ich habe mich nie mit Sprachen identifiziert, doch plötzlich entdecke ich, dass ich mich schon seit Jahren mit Sprache beschäftige. Ich hatte über die vhs kreatives Schreiben belegt (das war einfach), ich habe Selbsthilfe mit erzählenden Bildern gemacht (das liegt mir), ich habe gelernt Comics zu zeichnen (das war eine Quälerei und ich halte mich auch nicht für eine wirklich gute Zeichnerin), ich habe vor Jahren begonnen Japanisch zu lernen (am Anfang habe ich mich für völlig verrückt gehalten und es fällt mir auch ziemlich schwer, da ich nie genug übe und praktiziere), ich habe begonnen Programmiersprachen zu lernen und nicht nur eine, nein gleich zwei gleichzeitig und eine davon in zwei Versionen (und da drin bin ich noch schlechter als in Japanisch). Und jetzt habe ich auch noch einen Kurs bei einem Professor für englische Sprache und Literatur des Mittelalters belegt, weil der einen Kurs über Comics anbietet.

Und das alles während Sprachen in meiner Identifikation ganz und gar nicht mein Ding sind. Gerade einmal Deutsch beherrsche ich wirklich. Was ist denn da eigentlich mit mir los?

Ist es das Ringen um Verstehen oder das Ringen um Verständigung? Ist es die einsame Denkerin, die irgendwo irgendwie einen Weg sucht. Einen Weg wohin und wozu? Oder was ist es?

Es gibt den Weg des Sprechens und den Weg des Hörens, immer auch im übertragenen Sinne. Ich kann auch mit meinen Augen hören. Ich höre den Bildern zu, meinen eigenen und den fremden, ich tauche in die fremden Sprachwelten ein, die des Japanischen und des Codes. Ich höre zu, was sie mir von Strukturen erzählen. Ich höre meinen Studienbriefen zu und meinen eigenen Gedanken. Müsste ich mich jetzt malen, ich glaube ich hätte riesige Ohren. Da ist dieser Professor gekommen und hat begonnen das Englische in einer für mich neuen Form zu benutzen. Nein, deine Aufgaben kann ich nicht lösen, sie sind zu schwierig. Das würde alles viel zu lange dauern. Aber ich kann deinem so anderen Englisch lauschen. Englisch nicht nur als Kommunikation sondern als Kunst.

Vielleicht bin ich auch nur auf der Suche nach Erklärungen für die Welt. Weil sie mir niemand zufriedenstellend erklären kann und auch niemals konnte. Ich lausche den Fetzen aus dem Netz und versuche Vertrautes zu erkennen. Ich suche das was einen Reim ergibt und ein warmes Sippenfeuer bietet in der Grenzenlosigkeit eines kalten Universums. Ich bin wie der Lauschposten ins All, in der scheinbaren Grenzenlosigkeit auf der Suche nach dem einen richtigen Signal, damit die Geschichte endlich beginnen kann…

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: