Bildungsmäuschen

Startseite » Uncategorized » Let’s talk about people

Let’s talk about people

2013 wird für mich das Jahr der MOOCs sein und was sich für die MOOCs oder für mich aus diesem Jahr an Bedeutung ergibt, wird die Zukunft zeigen. Doch wenn ich auf die für mich wichtigen MOOCs zurückblicke, so bleibt mein Blick erneut an den Menschen hängen, die in diesen MOOCs als Veranstalter hervorgetreten sind und zu denen ich allen ein persönliches Verhältnis entwickelt habe, ohne dass diejenigen wahrscheinlich davon wissen und es daher für sie von Bedeutung wäre. Ein Schüler-Lehrer Verhältnis eben wo der Lehrer nicht weiß, was er beim Schüler in Gang gesetzt hat und wie sehr er Einfluss auf dessen Leben nahm.

Am Anfang steht Jean-Paul Restoule vom Kurs „Aboriginal Worldviews and Education“ und die „Idle no more“ Bewegung, die 2012 ihren Anfang nahm. Dieser Kurs nahm die Energie und Weltsicht einer jungen Bewegung auf und trug sie über diesen Kurs weiter. Dann folgten Sebastian Vogt und Markus Deimann mit dem #exIf13 der Fernuni Hagen, ihren wunderbaren Edutainment Sendungen und der Einbeziehung und der Förderung des Austauschs und der Vernetzung der Teilnehmer. Der nächste war Scott Plous und der Kurs Social Psychology, ein Kurs bei dem das Klassenarchiv inzwischen nicht mehr zur Verfügung steht, der aber im Sommer wiederholt werden soll. Durch seine Aufgaben erkannte ich, dass ich immer ein eingebettetes soziales Wesen bleibe, auch wenn ich ganz allein bin, und außerdem dass es für mich an der Zeit ist das Essen von Tieren und einige andere Formen der Konformität aufgeben kann, da ich sie nur ich entwickelt habe, um weniger Probleme im Leben zu bekommen. Inzwischen sind sie aber nicht mehr notwendig. 

Ebenfalls denke ich an das nette Paar der University von Toronto, Jennifer Campbell und Paul Gries, die mir auf ihre freundliche Art die ersten Schritte in Python ermöglicht haben und an William Kuskin, den etwas verrückten Comicliebhaber und die Endbesprechung mit seinem ganzen Team, die mir endlich meinen Wunsch erfüllen konnten einmal einen Kurs aus akademischer Sicht zu Comics zu erleben. Es tauchen auch die Gesichter von Joe Warren, Scott Rixner und John Greiner auf, deren Videos ich intensiv anschauen musste, um jeden Schritt nachvollziehen zu können, der notwendig war um die ersten Spiele meines Lebens zu programmieren. Und ganz zum Schluss des Jahres verweilt meine Erinnerung noch bei George Oduro, mit seiner Zahnspalte und seinem freundlichen Gesicht, seinem bedachten, suchenden Englisch und den auf die Praxis ausgerichteten praktischen Hilfen für den Umgang mit den Kindern an Schulen, aber auch endlich eine intensivere Konfrontation mit dem Thema Lernen und vor allem mit Lerntheorien. Gerade die beiden letzten Kurse fordern mich auf, dass ich mich auch über das Kursende hinaus mit dem Material beschäftige. 

Alle diese Menschen haben unglaublich viel Zeit und Energie in diese MOOCs gesteckt und ihre Erschöpfung, aber auch Begeisterung, war bei den meisten am Ende deutlich zu spüren. Ich hoffe, ihr habt alle genug für eure Anstrengungen bekommen. Ich habe es! Ich bleibe am Ende des Jahres mit Tränen der Dankbarkeit in den Augen zurück und ein wenig fühle ich mich wie diese Amerikaner, die mir am Anfang so suspekt waren, die in den Foren ihre Freude und Begeisterung über die Teilhabemöglichkeit an den Kursen in überschwänglichen Worten ausdrückten. Ich habe euch alle als begeisterte Lehrer erfahren. Lehrer, die etwas weiter geben wollten und es bei mir auch erreicht haben. Und damit wiederum dafür gesorgt haben, dass sich die Kette über mich weiter spinnt. 

Ich gehe nicht davon aus, dass ich ein Einzelfall bin. Welche Statistiken werden diese Gewinne erfassen?  Die der Lehrer und die der einzelnen Schüler? Und das was daraus im weiteren Verlauf entstehen? Alle, die ich genannt habe und noch einige andere, sind für mich zu tatsächlichen real existierenden Personen geworden, die unterrichten und durch die ich in Wissensbestände eingebunden werde. Und durch die Videos geht diese Erfahrung weit über das hinaus was nur durch Schreiben und Lesen möglich ist. Ich bin in tatsächlichen Klassenräumen gewesen, auch wenn ich mein Wohnzimmer und meine Kleinstadt dabei nicht verlassen habe. Und gerade weil ich das nicht getan habe, ist die Erfahrung so faszinierend.

Und ja, jetzt fehlt sie mir! Ich würde meine Fernunihausarbeiten viel lieber auf der Basis einer solchen Begleitung schreiben, als auf der Basis von Moodlebeiträgen und Bücherstapeln! Ich fühle mich als müsste ich aus der Neuzeit zurückkehren in die dunklen und kalten Gewölbe meiner Vorfahren. Ich habe mein Sommermärchen erfahren, meinen Blick auf Licht und Wärme und Fülle und Gemeinsamkeit.

Der Traum ist zu Ende. Doch er wurde geträumt und wird erinnert. Und er setzt neue Maßstäbe. Und es liegt auch bei mir auf der Basis dieser Erfahrungen Lernen neu zu gestalten. Auch wenn es nur mein eigenes Lernen ist.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: