Bildungsmäuschen

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Let’s talk about Peers

Bevor ich jetzt ein zweites Mal aufschreibe was ich bereits aufgeschrieben hatte, muss ich erst einmal erneut über diesen Blog bzw. diese Software schimpfen. Keine Ahnung was ich jetzt schon wieder falsch gemacht habe, aber mehr als die Hälfte meines bereits geschriebenen Textes (mit dem ich sehr zufrieden war!) ist weg und ich kann ihn nicht wieder herstellen und in Gedanken zerschlage ich schreiend Bretter! Zack, krach!

Dann also auf ein Neues!

Mitten in der Nacht bin ich aufgewacht und bekomme die Peers nicht aus dem Kopf. Nachdem ich im gestrigen Blogbeitrag das Hohe Lied der Lehrer gesungen habe und dachte, ich könne mich jetzt entspannt meinen Weihnachtsvorbereitungen widmen, hat sich eine Schranktüre geöffnet und daraus quellen die Peers und ich bekomme den Schrank nicht so schnell wieder zu. Die Nachbearbeitung der Erfahrungen des letzten Jahres kann offensichtlich nicht bis zum Jahreswechsel warten!

Wir sind geboren, um in Gemeinschaften zusammen zu arbeiten. Dieser Satz hat sich in meinem Kopf festgesetzt und scheint mir wesentlich. Ich denke noch kurz über die Lehrer nach und merke, dass sie für mich unproblematisch sind und keine weitere Auseinandersetzung notwendig. Mit den Peers sieht es aber ganz anders aus. Übervoller Schrank, ungeordnetes Chaos.

Ich habe mir als Definitionsstichpunkte in meinem Kurs zu Lernen und Lernenden über Peers aufgeschrieben:

  • gleicher oder ähnlicher formaler Status, arbeiten zusammen in Organisationen oder Institutionen und sind dem gleichen „power agent“ untergeordnet
  • haben ein gemeinsames Interesse oder ähnliche physische Stärke
  • haben einen starken Einfluss aufeinander

Wenn ich die Liste jetzt so lese, erscheinen nur positive Bilder in meinem Kopf. Gemeinsamkeit, Ähnlichkeit, Zusammenarbeit. Doch aus dem Schlaf geschreckt wurde ich von etwas anderem. Wovon?

Nach kurzer Überlegung erscheint als Antwort: Mangel und unerfüllte Wünsche. In meinem Bett sind meine Gedanken zurückgeschweift zu unseren vermuteten Anfängen. Dort kommen unsere Bedürfnisse her, das was uns glücklich und zufrieden macht. Wir sind soziale Wesen, die in Gruppen zusammenarbeiten in denen jeder Aufgaben übernimmt und Bestandteil des Ganzen ist. Wir sind Stammeswesen. Ohne andere Menschen werden wir nicht zu Menschen und auch getrennt von anderen Menschen sind wir weiterhin Bestandteile sozialer Gemeinschaften. Wir lernen nicht für uns allein, wir lernen immer auch für unser Leben in einer Gemeinschaft. Dabei werden Menschen unglücklich wenn sie keine Arbeit haben und unglücklich wenn niemand da ist. (Das ist ein wenig komplizierter als da steht, das weiß ich, weil das was im Kopf ist so viel Bedeutung besitzt und nicht das was man von außen sieht, doch um vernünftig denken zu können sind Reduktionen zwingend notwendig.)

Die Peers und das Onlinelernen. Aus meinem Schrank starren mich Gesichter an und ich starre zurück. Wir starren noch ein wenig, dann mache ich den Schrank langsam wieder zu. Im Schrank rumort es aber weiter. Lehrer gestalten Lernangebote. Peers machen Kokolores. Wir haben noch viel zu wenig Erfahrungen im online Peer-sein. Ich habe noch viel zu wenig Erfahrung. Meine Gedanken versickern und ich werde ganz still. Ich bin auf etwas Wichtiges gestoßen, doch es ist noch ganz fremd.

Die Peers, die Verantwortung, das soziale Miteinander…das ist nicht einfach Nettiquette, das ist nicht einfach sich so verhalten können wie man es in anderen Zusammenhängen gelernt hat. Die Konsequenz aus wahrgenommen schlechten Erfahrungen in einen Rückzug ist dabei die ungünstigste Lösung. Für gutes Online-lernen benötigen wir gute Lehrer, eine gute Didaktik und Peers, die möglichst viel von dem zur Verfügung stellen können was Menschen als Menschen im sozialen Miteinander benötigen. Wenn ich mit Menschen zusammen lernen kann, für die diese Inhalte ebenfalls wichtig sind, so bestärkt das die Brisanz des Lernens. Das ist der große Unterschied zu einem Lernprogramm das ich ganz allein absolviere. Dort muss ich alle Bedeutung aus mir selber schöpfen oder aus der Anwendung im Zusammenhang mit meiner sozialen Umwelt, doch im Zusammenhang mit Peers kann die Erfahrung gemeinsamen Lernens eine Eigendynamik entwickeln, die sich in überwältigenden Höhen bewegt. Der Stamm entwirft gemeinsam seine Wirklichkeit, die jeden Einzelnen und jede Einzelne antreibt ihr oder sein Bestes für die Gemeinschaft bzw. in der Gemeinschaft zur Verfügung zu stellen. Das erscheint mir momentan als die optimale Umgebung für befriedigendes, gemeinsames Online-Lernen. Das geht aber nur mit Peers, die über diese Befähigung und Motivation zur Zusammenarbeit verfügen und sie aktiv praktizieren. Online verschwindet jede Person, die sich nicht von sich aus bemerkbar macht, in der Unsichtbarkeit.

Anderenfalls bleibt nur Präsenz- und Onlinelernen zu kombinieren, um ein zufriedenstellendes Lernerlebnis zu gewährleisten. Und das lasse ich jetzt ohne weiter Ausführungen erst einmal stehen.

Ebenfalls werde ich an dieser Stelle nicht auf all die negativen Erscheinungen im Zusammenhang mit Peers eingehen, denn als Fazit sehe ich für mich persönlich die Notwendigkeit zu erlernen wie ich eine gute Peer sein kann. Mit allem Drum und Dran. Auch mit der Bewältigung negativer Gefühle und Erfahrungen und einer Konzentration auf Verhaltensweisen, die für eine anregende, produktive Zusammenarbeit hilfreich sind.

Und nach dem zweiten Aufstehen findet sich auch noch ein passender Beitrag:  5 Wege um sicher zu stellen, dass man den vollen Nutzen aus einem MOOC ziehen kann.

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