Bildungsmäuschen

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Weihnachten 2013

Wenn ich meine momentane Position visualisiere, so befinde ich mich auf einem Backsteinziegel, der Teil eines gewaltigen Gebäudes war, das in einer Animation in seine Einzelteile zerlegt wird, um zu etwas Neuem geformt zu werden. Gerade befinde ich mich im Brausen der Dekonstruktion. Durch dieses Bild wird auch klarer, warum ich keinen Kopf für Weihnachtsvorbereitungen habe und warum der Weihnachtsbaum und das Weihnachtsfest mich nicht wie sonst beeindrucken können. Auf einem Backstein im Brausen des Umbaus ist keine gute Grundlage für besinnliche Weihnachten. Und abstellen kann ich den Prozess nicht.

Zuerst war ich davon ausgegangen, dass mich meine MOOCs vom Studium abgehalten haben und die seltsamen Erfahrungen mit den Peers und die merkwürdige Organisation in Moodle, doch jetzt, da alle MOOCs zu Ende sind und die Anmeldefrist für die Prüfungen ohne meine Teilnahme verstrichen ist, merke ich dass ich einfach nur in Ruhe nachdenken will. Und worüber? Tja, ich sehe überall nur noch bildungswissenschaftliche Themen. Und mein Kopf ist dabei voll von sich widersprechenden und ergänzenden Informationen, die einen Großangriff auf mein bisheriges Denken gestartet habe.

In dem Moment wo mir klar wurde, dass ich für den Rest des Studiums primär auf mich allein angewiesen bin, dass die Zeit des Stofflernens und -wiedergebens vorbei ist und ich jetzt das Gelernte anwenden muss und als ich mich entschieden hatte, diese Gelegenheit nicht für belanglose Dinge, sondern für Dinge, die mir wichtig sind zu verwenden, habe ich den Knopf gedrückt, der das Spiel startete. Und jetzt fliegen die Steine. Angenehm ist das nicht, mein Mäuschengehirn ist ziemlich überlastet und ich stelle an mir Anzeichen fest wie bei einem Rechner, der auf Hochtouren arbeitet und der weitere aufgeforderte Programme nur noch sehr zäh und langsam ausführt. Beispielsweise Weihnachtsvorbereitungen.

Ich finde aber genug Anzeichen in meinen Informationen, dass das alles seine Richtigkeit hat. Ich schaue den Fluten von Informationen zu, die durch meinen Kopf wirbeln, sich neu zusammensetzen, Erkenntnisblitze erzeugen und dann schon wieder weiter wirbeln. Ich kann froh sein, dass ich meinen Backstein habe, auch wenn ich nicht weiß woraus er besteht.

Doch nicht nur die bereits vorhandenen Steine wirbeln umher. Täglich sauge ich Informationen dazu. Aus den verschiedensten Ecken und Enden. Ob Fernsehen, Internet, Gespräche, ein Blick aus dem Fenster, das Betrachten eines Kochbuches. Alles verändert sich unter den Blicken durch die bildungswissenschaftliche Brille. Zwei Jahre intensive Fernunischulung sind auf die Welt losgelassen und ich denke, diese Auswirkungen hat niemand beabsichtigt, doch sie können eben geschehen. Anstrengend ist es und unangenehm, doch ich bin sicher, dass es vorübergehend ist.

So und nach dieser erneuten Positionsbestimmung werde ich ein erfrischendes Bad nehmen und mich dann an die Abarbeitung meines Weihnachtsvorbereitungszettels machen. Tagsüber stehen glücklicherweise etwas mehr Kapazitäten zur Verfügung.

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