Bildungsmäuschen

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Noch einmal zurück zu den MOOCs

Inzwischen ist die Anfangsbegeisterung verschwunden und MOOCs sind für mich fester Bestandteil organisierter Lerngelegenheiten geworden. (Für das neue Jahr sind bereits neue belegt.) Sie stehen gleichberechtigt neben Vhs-Angeboten, Fernunimodulen, beruflicher Weiterbildung oder weiteren öffentlichen oder privaten Bildungsangeboten.

Der richtige Zeitpunkt um sich Gedanken über Besonderheiten zu machen.

Positiv:

  • Geringere Abhängigkeit der Belegungsmöglichkeit und -menge von finanziellen Ressourcen (bei vorhandenem Internetzugang)
  • Starke soziale Präsenz bei großen Kursen und Kursen, die Zusammenarbeit und Auseinandersetzung der Teilnehmenden fördern.
  • Kontinuierliche Anregung zur weiteren Teilnahme durch Wochenaufgaben und Bewertungen, die für den Nachweis erfolgreicher Teilnahme notwendig sind.
  • Geringes Risiko bei Fehlbelegung
  • Möglichkeiten zum Austausch mit oder der Wahrnehmung der Beiträge von Menschen mit großen Unterschieden in räumlicher oder sozialer Herkunft, Alter oder Vorbildung

Negativ:

  • Unzuverlässigkeit des Zugangs zu Kursmaterialien und -beiträgen vor allem nach Beendigung des Kurses
  • Frustration bei irreparablen technischen Pannen
  • Mangelhafte Voraussagemöglichkeit des tatsächlich notwendigen Arbeitsaufwands für eine individuelle Person.
  • Kommunikationsprobleme durch mangelnde Sprachkenntnisse (Fremdsprache, Fachsprache) und ausschließlich textbasierten Austausch
  • Geringe Möglichkeit der Anpassung an den Bedarf der spezifischen Teilnehmenden während des laufenden Kurses (Vhs-Kurse schaffen das beispielsweise durchaus!)

MOOCs sind keine Heilmittel. MOOCs sind nicht effektiv. MOOCs setzen einen Lernenden voraus, der oder die aus den vermittelten Inhalten etwas zu machen versteht. MOOCs können den Blickwinkel erweitern, neue Fähigkeiten vermitteln und die Beschäftigung mit neuen oder alten Interessengebieten fördern. MOOCs sind Orte der Anregung, aber nicht tatsächlichen Lebens.

Nach wie vor bleibt das Problem bestehen, dass Menschen tatsächliche, wirkliche, relevante Arbeit benötigen, um sich als Individuen zu entfalten. Wer in seinem Alltag über Möglichkeiten verfügt in MOOCs gewonnene Kenntnisse anzuwenden, ist immer im Vorteil vor denjenigen, die dazu keine Möglichkeiten zur Verfügung haben. MOOCs können die Problematiken mangelnder Arbeitsplätze oder minderwertiger Arbeitsplätze nicht beseitigen. MOOCs können tatsächliche gesellschaftliche Partizipation nicht erweitern. MOOCs können wie auch MMORPGs keinen Ersatz für tatsächliches Leben bieten. MOOCs sind keine Lösung für Ausgegrenzte und Marginalisierte.

Es bleibt die Forderung an moderne Gesellschaften bestehen sich sozial weiter zu entwickeln und den Zugang zu Arbeit und Partizipation gleichmäßiger zu verteilen. Wie auch Schulen sind MOOCs nur Spielplätze als Vorbereitung für den Ernstfall. Die Bewährung erfolgt im tatsächlichen Leben. Dort müssen den Menschen aber auch Möglichkeiten zur Verfügung stehen ihre erworbenen Kenntnisse anzuwenden und weiter zu entwickeln.

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