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Studieren mit MOOCs und Auslandssemester

Ende letzten Jahres war ich an einem Punkt angekommen als ich mir vorstellen konnte nur in Form von MOOCs zu studieren. Momentan tue ich es. Beabsichtigt war das nicht, da ich aber für mein Studium der Bildungswissenschaft über MOOCs schreiben wollte und merkte, dass ich dafür noch mehr Teilnahmeerfahrung haben wollte, ist letztlich die momentane Situation entstanden, bei der ich an insgesamt sechs unterschiedlichen MOOCs aktiv teilnehme mit der Absicht auch ein Abschlusszertifikat zu erreichen.

Inzwischen verbreiten sich Bezahlsysteme und schaffen schon jetzt eine Differenzierung, die nicht ohne gefühlte Folgen bleiben wird. Ich kann nicht ermessen wo die Reise für jemanden wie mich hingehen wird, daher bin ich darüber froh, zum momentanen Zeitpunkt noch ein paar Experimente machen zu können wie eine große Anzahl an MOOCs gleichzeitig zu bewältigen ist.

Zur Zeit nehme ich mir für jeden MOOC einen Tag in der Woche Zeit um das Material zu bearbeiten und versuche einen Überblick über zu erbringende Leistungen zu behalten. Das ist das Schwierigste, besonders wenn Abgabetermine und Veröffentlichungen von neuem Materials in jedem MOOC anders gehandhabt werden. Nicht zu vergessen der Postkasten, den ich regelmäßig checken muss, damit ich nicht mit 60 Mails gleichzeitig konfrontiert werde. Bin ich online schaue ich in der Regel sofort nach was neu gekommen ist, es sei denn ich stelle die Benachrichtigung ab, da ich etwas mache, was eine Störung nicht gut verkraftet.

Neue Foren zu lesen und darin zu posten nehme ich nur auf,wenn alle anderen Dinge erledigt sind. Und bei der Auswahl gehe ich dann nicht systematisch vor, sondern lasse mich von den Threads anziehen, deren Titel interessant klingt. Ich lese und schreibe solange ich Zeit habe und mich fit fühle, werde ich müde, lege ich mich schlafen. Da ich immer erst um die Mittagszeit anfange zu arbeiten, kann ich es mir erlauben meinen Schlafrhythmus stark an meine Ruhebedürfnisse anzupassen (sprich, ich kann aufstehen, wenn ich wach genug bin). Insgesamt gehe ich sehr entspannt vor, Stress mache ich mir keinen.

Inzwischen kann ich auch englischen Vorträgen ohne Unterbrechungen folgen, Forenbeiträge ohne ständiges Übersetzen lesen und wage es einzusendende Arbeiten unmittelbar im Englischen zu verfassen. Ich habe auch keine Angst mehr vor Schreib- und Verständnisfehlern. Ich schreibe aus Gründen des besseren Behaltens und um später nachlesen zu können mit, daher benötige ich für die Lectures in der Regel relativ viel Zeit.

Inzwischen ist mir die Idee gekommen, dass ich auf diese Weise auch zu einer Art Auslandssemester komme. Ich bin ja hier in Deutschland ebenfalls nicht an einer Präsenzuni, das ist meine Vergleichsbasis, und so wesentlich anders als die Fernuni fühlen sich die von mir besuchten MOOCs auch nicht an. Die Themen stammen weitgehend aus verwandten für mein Studium interessanten Bereichen (mit Ausnahme der Programmierungskurse, die das Potential zu einem neuen Hobby haben, aber so etwas wäre auch an der Fernuni drin oder es gehört zu den Möglichkeiten eines Präsenzstudiums, dass man einen kleinen Teil absolviert, der ganz andere Inhalte hat).

Ich bin mit dem daraus entstehenden Lernen sehr zufrieden. Für mich funktioniert diese Methode und ich bedauere, dass das alles früher oder später zu einem Ende kommen wird. Warum es zu einem Ende kommen wird? Nun, ich habe wenig Zeit für andere Dinge nebenher und bin eigentlich voll beschäftigt. Das kann ich aber nicht unbegrenzt aufrecht erhalten. Was ich momentan mit den MOOCs tue ist letztlich ein Vollzeitstudium, wodurch zum Beispiel kein Raum mehr für mein eigentliches Studium bleibt, auch wenn die Inhalte dafür nützlich sind. Ich kann mir MOOCs aber nicht anrechnen lassen (geht bei verschiedenen Auslandssemestern aber auch nicht oder nur zum Teil), ich kann mit diesen Lernaktivitäten auch keine in Deutschland gültigen Abschlüsse machen oder sie beruflich verwenden. Sie sind gut um zu lernen, gut um Erfahrungen zu machen, gut um den Horizont zu erweitern, doch sie bleiben im Bereich des formal nicht zählenden informellen Lernens. Alle Begeisterung die ich investiere, alle Arbeit, alle Partizipation und Unterstützung anderer, bleibt mein Privatvergnügen.

Ich mag diese Art des Lernens und könnte noch sehr lange so weiter machen, doch es wird sein Ende finden (ich stehe momentan wieder sehr stark unter dem Eindruck der Schließung von MyOpera) und vielleicht ist das auch ganz gut so. Allerdings habe ich ich mir dann meinen Wunsch erfüllt und ausprobiert wie sich Studieren mit MOOCs anfühlt und erfüllte Wünsche ruhen nicht im Keller und treiben dort ihr Unwesen. 😉

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