Bildungsmäuschen

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Kurze Zwischenzusammenfassung

Momentan ergibt sich eine kleine Lücke zwischen meinen MOOCaktivitäten, die Raum lässt einige der für mich wichtigen gewonnene Erkenntnisse kurz zusammenzufassen.

1. Bildung als Ausbildung und Bildung als Entfaltung des Menschen

Wenn ich im Bereich Bildung unterwegs bin, hat es sich für mich als sinnvoll erwiesen darauf zu achten, womit ich es gerade zu tun habe. Ich nehme dabei eine Trennung vor, die künstlich ist, denn beides ist miteinander verwoben, dennoch lässt sich durchaus unterscheiden welchem Bereich eine Aktivität, Erscheinung oder was auch immer zugeordnet werden kann. Ohne an dieser Stelle genauer darauf einzugehen kann gesagt werden, dass für beide Bereiche unterschiedliche Regeln gelten, was diese Aufteilung sinnvoll macht. Der Effekt ist dabei eine größerer Klarheit in Bezug auf Erwartungen, die jeweils erfüllt werden können oder nicht.

2. Neben der Messung des IQ gibt es weitere Intelligenzmessungen wie EQ oder CQ

Mir ist erst seit kurzem bekannt, dass sich Menschen auch Maßsysteme für emotionale Intelligenz [1] oder kreative Intelligenz [2] überlegt haben. Für mich bedeutet das einen immensen Zugewinn in der Betrachtung von Menschen (also auch Selbstbetrachtung) und Bildungsstrukturen. Nach der letztlich rassistischen Verwendung des IQ  durch John Phillip Rushton [3] und Erfahrung mit der Betonung von intellektuell orientierten Intelligenzformen, die in meinem unmittelbaren Umfeld Priorität zu haben scheinen, stellen diese Überlegungen Gedanken zur Verfügung, die auf verkrustete Vorstellungsstrukturen einwirken.

3. Das Bemühen von verflochtenen Gruppen ihre Macht zu erhalten kann dazu führen, dass notwendige Anpassungen an sich verändernde gesellschaftliche Bedingungen nicht erfolgreich durchgeführt werden können.

Dieser Punkt muss so ausformuliert an dieser Stelle stehen bleiben. Er steht mit den beiden oberen Punkten zwar in Zusammenhang, ich kann ihn im Rahmen dieser kurzen Zusammenfassung aber nicht verbinden. Ich möchte nur auf den Zusammenhang mit Bildung eingehen. Der Zugang speziell zu nordamerikanischen MOOCs gibt mir nebenbei auch Zugang zu einer anderen Art des Denkens. Dieses Denken in Kontrast gesetzt zum wahrgenommenen Denken von Menschen in meinem direkten Umfeld führt mich dahin mein gewohntes Umfeld mit anderen Augen wahrzunehmen. Über die MOOCs bin ich mit einem Denken konfrontiert, dass offen ist für die Verbesserung einer wie auch immer geartete Zukunft, während in meinem Umfeld versucht wird etwas zu erhalten oder zurückzuholen, das sich schon lange überholt hat. Während die Abwehrmechanismen der Machthabenden in der Vergangenheit bei mir wie bei vielen anderen wirksam waren und zu einem Engagement in Nischen geführt hat, strömen durch das Fenster der MOOCs neue Ideen in alten Mief mit noch nicht abzusehenden Auswirkungen.

4. Die Betrachtung von Menschen als Mangelwesen aufgrund von Alter gehört beseitigt

Wie bei Geschlecht oder Rasse sind mit dem Alter (alle Altersgruppen) Diskriminierungen und festschreibende Zuordnungen verbunden. Nachdem ich kürzlich erfahren habe, dass Jerome Bruner im Alter von 98 Jahren noch an der Universität von New York lehrt (ob das gerade im Augenblick noch aktuell ist konnte ich leider nicht herausfinden), nach Input wie „Studiengang: Glück im Alter“, oder vielen fantastischen Beiträgen von Kindern, die über das Netz zugänglich werden, erscheint mir eine Einteilung von Menschen nach altersbedingter Leistungsfähigkeit überholt. In einer Welt der Individualisierung und beschleunigten Entwicklung müssen die Kinder nicht mehr als identische Nachfolger der Erwachsenen erzogen werden und die Älteren müssen nicht mehr Platz machen für die Jüngeren. Wir haben die Möglichkeiten, und in meinen Augen besteht auch die Notwendigkeit, Menschen und ihre Verwirklichungs- und Beitragsmöglichkeiten nicht mehr in strikter Abhängigkeit von ihrem biologischen Alter zu betrachten. Wir leben nicht mehr in den Zeiten der Industrialisierung. Wir sind längst in einer anderen Gesellschaftsform angekommen.

Es bleibt spannend!

Referenzen: 

[1] J. D. Mayer, P. Salovey, D. R. Caruso (2004): Emotional Intelligence: Theory, Findings and Implications. In: Psychological Inquiry. Band 15, 2004. S. 197–215.

[2] Nussbaum, B.(2013). Creative intelligence : Harnassing the Power to Create, Connect, and Inspire. New York : Harper Business.

[3] Rushton, J. Philippe(1995). Race, evolution, and behavior: A life history perspective. New Brunswick: Transaction Publishers.

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