Bildungsmäuschen

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Arbeitsfrustration

Seit meinem letzten Beitrag hat sich das WordPress Design des Eingabefeldes zum Schreiben gravierend geändert. Das fühlt sich sehr fremdbestimmt an und führt mir vor Augen, dass ich hier nur ein Gast bin, dem Rechte gewährt, aber auch wieder entzogen werden können. Das korrespondiert sehr gut mit einer Problematik mit der ich mich im Hintergrund beschäftige, während ich mich durch meine Ausarbeitung für das Prüfungsthema zum Modul 3E der Bildungswissenschaft an der FernUni quäle.

Alle meine Pläne scheinen hinfällig zu werden, ich bekomme es einfach nicht hin eine zufriedenstellende Ausarbeitung zu schreiben, und das bei einem Thema, mit dem ich mich letztlich seit zwei Semestern beschäftige. Es ist frustrierend und ich muss neben der Arbeit auch noch gegen diesen Frust angehen und versuchen, mich mit den verschiedensten Argumenten aufzurichten. Tag für Tag vergeht, ich tue jeden Tag so viel wie ich kann und komme doch nicht zu einem guten Ergebnis. Dabei wollte ich schon längst nur noch mit meiner zweiten Arbeit für ein anderes Modul beschäftigt sein, so dass ich auch dort alle Felle wegschwimmen sehe. Andere sind in den Ferien, genießen ihre Zeit, und ich fahre jeden Tag meinen Rechner hoch, schreibe, lese, denke…erziele aber kein Endergebnis und inzwischen zweifele ich mehr und mehr am Sinn des Ganzen und an meiner eigenen Befähigung.

Ich habe ein Thema gewählt bei dem ich merke, dass es um Dinge geht, die ich nicht ändern kann. Ich kann Vorgänge zwar besser verstehen, das ist hilfreich, ich sehe aber keine Möglichkeit sie zu ändern. Das liegt außerhalb meiner Macht. Momentan führt das zum Bedürfnis mich abzuwenden und mir einen erfreulicheren Bereich zu suchen. Allerdings habe ich gleichzeitig den Anspruch die begonnene Arbeit abzuschließen, so dass mir nichts anderes übrig bleibt, als mit meinem Frust und in ihm weiter zu arbeiten.

Es mag sein, dass ein solcher Blogeinträg nicht sehr viel weiter hilft, aber auch ein solcher Bericht gehört zu dem worüber ich in den letzten Monaten hier gebloggt habe. Während meines ganzen Studiums war ich noch nie so frustriert wie jetzt und es ist mir auch noch nie so sinnlos erschienen.

Monate mit Lesen, Schreiben und Nachdenken zu verbringen und dann unterm Strich nichts wirklich Brauchbares in der Hand zu haben ist grausam. Allerdings – ich habe jetzt entdeckt, dass ich eine bestimmte Option zum Umstellen habe und dann sieht wenigstens mein Eingabefeld in WordPress fast so aus wie vorher. Für mich ein Lichtblick, genau so etwas braucht es in meiner Situation. Das doch etwas gelingt oder das wenigstens nicht alles schlimmer wird. Daher werde ich jetzt weiter machen, Tag für Tag, bis ich durch bin, auch wenn mir der Sinn für das Ganze schwindet. Letztlich ergibt es noch weniger Sinn einfach alles aufzugeben.

Ich verstehe nicht wie es funktioniert, denn ich hätte die Möglichkeit jetzt sofort aufzuhören und etwas anderes zu tun, zum Beispiel in Ferien zu fahren. Doch es wäre gänzlich falsch. Es erscheint es mir, als sei gar nicht mehr der Inhalt das Wichtigste, sondern der Prozess. Ich darf den Prozess nicht abbrechen, denn dann hätte ich vor mir selber versagt. Ich muss ihn zu Ende bringen, ganz gleich mit welchem Ergebnis, ganz gleich ob mit guten oder schlechten Gefühlen. Ich habe nur die Chance fortzufahren, eben so gut wie ich kann, auch wenn alles schlecht erscheint, nichts wie gewünscht gelingt, der vor mir liegende Berg nicht kleiner wird, alles keinen Sinn zu haben scheint – ich darf nicht abbrechen.

Es ist ein unerwartetes Ergebnis, das sich aus dem Aufschreiben ergibt. Es bedeutet, im Gefühl des unvermeidlichen Versagens trotzdem das Möglichste tun. Und das fühlt sich schon wieder wie etwas Ehrenhaftes an.

Es ist durchaus erstaunlich welche Lösungsmöglichkeiten sich ein menschlicher Geist so ausdenken kann…

Also erneut ran und nicht nachlassen. Irgendwann ist das Ende erreicht! So oder so.

Und solche Bemerkungen wie: „Du hast einen Entwurf gespeichert. Gut gemacht!“, die jetzt beim neuen WordPress-Design in einem grünen Feld on top auftaucht, solche Bemerkungen nerven mich! Für so etwas brauche ich kein „Gut gemacht!“. Das entwertet für mich das „Gut gemacht!“.

Fremdbestimmt eben. Gast in fremdem Haus. Es schürt nebenbei die Sehnsucht nach einem eigenen Haus!

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