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Modul 3B und der Lernblog

Es ist nicht das erste Mal während meines Studiums, dass mich das Verhalten meiner Peers frustriert. Dieses Mal geht es um das Modul 3B und die ab dem nächsten Semester bestehende Verpflichtung zusätzlich zu den bisherigen Anforderungen eine Art Lerntagebuch mit gemeinsamem Austausch zu führen. Erst hat diese Information für mich Fragen aufgeworfen, dann hat sie mich begeistert und jetzt bin ich davon deprimiert. Die Art der von den Studierenden geäußerten Bedenken und die Art der Darstellung davon in Moodle erwecken bei mir einerseits nicht den Eindruck von Begeisterung für Lernen an sich, andererseits verbreitet sich eine verkrampfte Haltung des Nur-keine-Informationen-preisgeben. Einerseits aus Angst etwas weggenommen zu bekommen, andererseits aus Angst Datenschutzauflagen der Praktikumsstellen zu verletzten. 

Das Ganze erinnert mich an einschränkende, begrenzende, beklemmende Praktiken, die ich seit einer Weile auch aus meinem Umfeld kenne, und die ich dort allein als Blockaden und Barrieren erfahre, die vor allem den Effekt haben, dass sie Zusammenarbeit, Austausch und Problemlösungen verhindern. Sie verschleiern was tatsächlich vor sich geht, sie schließen aus, sie schaffen einen Haufen Probleme und vor allem sorgen sie dafür, dass Sachen keinen Spaß mehr machen. Wenn ich mit genau diesen Gefühlen die Diskussionen betrachte, vor allem nachdem die Formulierungen nach Beteiligung einer Vertreterin des Lehrgebiets einen offizielleren, distanzierteren Tonus angenommen haben, verlässt mich jegliche Motivation zur Teilnahme. Sowohl an der Diskussion als auch am Schreiben eines in diesen Zusammenhang eingebetteten Lerntagebuchs. Vor gut einem Jahr war ich durch die Lernpraxis von Peers schon einmal in einer ähnlichen Situation. Irgendwo auf diesem Blog ist das dokumentiert, beispielsweise hier.

Und jetzt ist es wieder da. Und sogar das Lehrgebiet benutzt zur Argumentation die Nützlichkeit für die berufliche Praxis, allerdings nur ganz wenig und die Argumentation bleibt schon in den Lerngedanken eingebettet. Ich allerdings bin inzwischen ausreichend abgeschreckt. Mit euch will ich nicht spielen, sagen meine Gefühle, und dass die sehr wichtig für Lernen sind, hat mir meine jüngste Beschäftigung vor allem mit nachhaltigem Lernen gezeigt. Ich kann es nicht verstehen, warum es so verbreitet ist, Lernen zu einer für mich furchtbaren Sache zu machen. Ich hatte mir nach etlichen frustrierenden Erfahrungen andere Möglichkeiten gesucht, und so werde ich es weiter halten. 

Wenn diese Lernkiste der Fernuni sich so gestaltet wie jetzt während der Diskussionen oder wie ich es ein paar Mal während des Studiums erlebt habe, wo Lernen nur Pflichtübung zu sein scheint, die Arbeit anderer genutzt wird ohne selbst etwas zu geben, Ängste bestehen etwas weggenommen zu bekommen, nur das gemacht wird was unbedingt notwendig ist und Auseinandersetzungen nur beschränkt gewünscht werden, dann will ich das nicht mehr. So etwas möchte ich mir nicht mehr antun. Ich möchte ein Lernen das Freude macht, dass Verbindungen zu alltäglichen Erfahrungen schafft, das positiven soziale Austausch einbezieht, in dem Zusammenarbeit als Gewinn für alle erfahren werden kann, das zum Weiternachforschen anregt. Ich hatte das Glück inzwischen andere Erfahrungen machen zu können, ich weiß wie es für mich besser geht, und in welchem Rahmen ich zufriedenstellend lernen kann. Und genau daran werde ich mich orientieren. 

Und die lerntheoretische Begründung dafür werde ich auch noch so lernen, dass ich damit besser argumentieren kann! 

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