Bildungsmäuschen

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Entwicklungslinien

Eigentlich habe ich keine Zeit für den Blog, müsste meine mündliche Prüfung vorbereiten, aber das was mich beschäftigt ist zu wichtig und möchte dokumentiert werden. Inzwischen bin ich an einem Punkt angekommen, an dem ich beginne nach Alternativen zu suchen. Das ist das was mein Kopf im Hintergrund tut, womit er sich in den Zeiten des Nachdenkens beschäftigt. Es erinnert mich an eine andere Zeit in einem anderen Leben (Tunix – Tuwas), als nach der Analyse des Bestehenden und der Erkenntnis seiner Untauglichkeit der nächste Schritt war, nicht mehr gegen das Bestehende vorzugehen, da es so nicht verändert werden kann, sondern danach zu suchen wie Dinge anders sein können, wenn man beginnt andere Werte anzuwenden. Und es erinnert mich auch an Idle no more.

Es ist eine überraschende Entwicklung und ich weiß nicht, ob und was daraus entsteht, aber ich habe seltsamerweise keine Zweifel (momentan zumindest nicht). Wie heißt es bei den Bremer Stadtmusikanten?

“ Ei was, du Rotkopf,“ sagte der Esel, „zieh lieber mit uns fort, wir gehen nach Bremen, etwas Besseres als den Tod findest du überall;..“ 

Ich kann Rassisten und ihre menschenverachtenden Haltungen nicht ändern. Ich weiß nicht, ob das überhaupt jemand kann. Sie sind wie Öl in den Händen. Immer wieder finden sie neue Formen und Begründungen, um immer wieder das Gleiche zu tun. Ich kann auch das schulische System nicht ändern, es ist von seiner grundlegenden Ausrichtung so tief gehend überzeugt, dass es gar nicht wagen kann Lernen ganz anders zu denken. Ich kann auch die zerstörerischen Seiten des gesellschaftlichen Wertesystems nicht ändern. Ich kann aber verstehen und kann beginnen an Alternativen zu glauben und kann mein eigenes Denken und Handeln beeinflussen. 

Heute habe ich in Moodle zu dem Thema Lernblog geschrieben, dass mir in dem Thread, in dem darüber diskutiert wird, die Freude am Lernen fehlt. Dass der Thread dazu führt, dass mir der Spaß an der Sache vergeht. Die persönliche Bedeutung dieses Schritts ist schwierig zu erklären. Sie besteht darin, dass ich versucht habe von dem negativen Einfluss der Diskussion auf mich weg zu kommen und darzustellen, wie ich mir einen positiven Umgang mit der Lernanforderung des Lehrgebiets vorstelle, weil ich das kann. Dass ich nicht geschwiegen, mir meinen Teil gedacht und die Konsequenz des Rückzugs in mich und des vor mich Hinschmollens gewählt habe. Nein, ich habe geschrieben was die negativen Auswirkungen auf mich sind, was ich lieber hätte und habe gefragt ob nicht auch andere da sind, die ähnliche Wünsche und Vorstellungen wie ich haben. 

Es ist nicht wirklich wichtig ob und welche Antwort ich bekomme. Wichtig ist es, dass ich meinen Vorstellungen Gewicht gegeben habe. Dass ich meine eigenen Vorstellungen formuliert und vertreten habe, auch wenn es anscheinend niemanden gibt, der zuerst an die Freude am Lernen zu denken scheint. Denn das ist mir dabei klar geworden. Ich möchte ein Lernen gestalten, das Freude macht, das beglückt. Mir selbst und anderen. Und das habe ich die letzten Jahre für mich versucht. Ob ich dazu fähig bin, ist nicht entscheidend. (Bin ich jetzt ohne es zu wollen bei Jean-Pols Glücksmodell gelandet?) Andere Gewichtungen zu wagen und zu vertreten, wenn es das ist was mir wichtig ist, das hilft weiter, das weitet den Geist, das schafft neue Vorstellungen und Erkenntnisse. Denn das was mir wichtig ist, ist es auf der Basis der Erfahrungen, die ich gemacht habe, der Überlegungen, die ich angestellt habe, der Versuche, die ich unternommen habe. Andere tun das auch. Auf ihrem Hintergrund. 

Ich kann nicht das Leben leben, das andere für mich bestimmen, wenn es für mich nicht gut ist. Das ist, wie der Esel sagte, für mich der Tod. Ich war die letzten Tage auf eine hinterhältige Weise krank. Heute morgen bin ich aufgewacht und war einfach nur glücklich über das ganz normale Gefühl von Gesundheit. Nichts Besonderes. Nur dieses ganz normale Sich-Wohlfühlen. The Pursuit of Happiness. Bruttonationalglück. Glück – eine unangemessene Forderung? Freude am Leben – das wo ich hin will? Und nicht nur für mich? Es klingt alles sehr banal – aber ist es das wirklich? Ist es nicht unglaublich großartig Glück und Freude als Maßstab für gelingendes Leben zu wählen? Ich weiß es nicht. Aber ich weiß, dass es nicht notwendig ist in alten Vorstellungen verstrickt zu bleiben. Verlernen ist möglich, umlernen, neu lernen. 

Und inzwischen habe ich in Moodle eine Antwort bekommen, die meine Argumentation begrüßt. „…etwas Besseres als den Tod findest du überall…“. Die Bremer Stadtmusikanten wagen daran zu glauben, dass es ein Entrinnen aus einer Lage gibt, die für sie keine begrüßenswerte Gegenwart und Zukunft darstellt und machten sich daran gemeinsam nach etwas zu suchen, das ihr Leben mit einem besseren Inhalt füllt…

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