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Menschenverachtung und Nützlichkeit

In gewisser Weise nehme ich eine Verschärfung wahr. Es ist eine verbreitete Erscheinung Menschen mit geringer Ressourcenverfügung auch gering zu achten. Eine ganz andere Sache ist es aber Menschen, die bestimmte Standards nicht erfüllen, als unnütz zu betrachten. Als etwas das bekämpft und beseitigt werden muss. Es ist an sich schon zweifelhaft Menschen nach ihren Ressourcen zu bewerten, denn aus ökologischer Perspektive betrachtet kann man Menschen mit hohem Ressourcenverbrauch durchaus eine sehr geringe Wertigkeit zuordnen. Aus sozialer Perspektive wiederum Menschen, die anderen Menschen durch ihr Handeln direkt oder indirekt einen Schaden zufügen, auch wenn sie dadurch über viele begehrenswerte Ressourcen verfügen.

Aber auf die Idee zu kommen zu bestimmen wer unnütz ist und wer nicht, das ist noch einmal einen Schritt weiter in Richtung Menschenverachtung. Wie lautet ein Merksatz? „Rassismus tötet!“ Unnütz – das legt Beseitigung nahe, oder Vernachlässigung, oder Kampf dagegen. Nützliche und unnütze Ausländer und Migranten, leistungsstarke und leistungsschwache Bevölkerungsteile, Sozialschmarotzer und Sozialparasitäre. Sündenböcke deren Beseitigung zu einer Verbesserung der Gesellschaft führen soll. Nicht mehr nur Abschieben an den Rand und isolieren in Perspektivlosigkeit, sondern ganz verschwinden lassen. Eine alte Methode, wieder hervorgeholt und aufpoliert.

Was sagt mir das über den Zustand meiner Gesellschaft? Mir sagt es, dass meine Freiheit beschnitten wird. Mir sagt es, dass über mein Leben bestimmt wird. Dass ich nur noch Gesellschaftsmitglied sein kann, wenn ich bestimmte Standards erfüllen. Dass ich nicht mehr Gesellschaftsmitglied bin weil ich in einer Gesellschaft lebe, sondern dass ich nur dann Gesellschaftsmitglied bin wenn ich das erfülle was diejenigen festlegen, die in der Gesellschaft über Definitionsmacht verfügen. Nicht mehr der Mensch in seinen vielen Ausdrucksformen ist das Maß an dem sich Gesellschaft orientiert, sondern das Bild vom nützlichen, leistungsstarken Menschen stellt die Eintrittskarte zu Gesellschaft dar. Und die anderen…nun, die gehören nicht dazu. Um die muss sich Gesellschaft auch nicht mehr kümmern.

Menschenverachtung tarnt sich, versteckt sich, hüllt sich ins Gewand des Normalen. Umschmeichelt, verführt. Bietet Lösungen aus Dilemmas auf Kosten anderer ohne den Preis zu nennen, der dafür von den Profiteuren zu entrichten ist. Das letzte Mal sind wir bis vor Moskau gekommen. Wo kommen wir dieses Mal hin?

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