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Prüfung bei Modul 3E

Gestern konnte ich erleben wie eine mündliche Prüfung im Bereich Bildungswissenschaft an der FernUni Hagen vor sich geht. Es war zwar wegen der Anfahrt eine aufwändige Angelegenheit, aber ansonsten eine sehr interessante Erfahrung. Rückblickend bin ich damit zufrieden dieses Modul im Wahlpflichtbereich gewählt zu haben. Das was ich dann innerhalb des Gesamtthemas gewählt hatte, hat mich emotional zwar so belastet, dass ich zwei statt einem Semester bis zur Prüfung benötigt habe und dabei mit dem Thema letztlich noch lange nicht fertig geworden bin, und ich denke, das ist auch der Grund weshalb ich mich nach bestandener Prüfung wie eine Betrügerin gefühlt habe. Ich habe jedoch durchaus eine Menge gelernt und die Informationen, die ich während der Prüfung von den Prüfenden erhielt, haben mir klare Hinweise darauf gegeben womit ich mich noch weiter beschäftigen sollte.

Als Nächstes steht daher das Thema Institutionen an. Ich habe bei meinem Thema zwar zu Erscheinungen innerhalb von Institutionen geschrieben, bin aber überhaupt nicht auf die Idee gekommen mich damit zu beschäftigen, was eigentlich eine Institution ist. So funktioniert es. Es gibt Dinge, die scheinen so selbstverständlich, dass ich übersehe, dass ich eigentlich keine genaueren Kenntnisse dazu habe. Also Danke an das Lehrgebiet für den Hinweis!

Außerdem sollte ich mehr auf unterschiedliche Analyseebenen achten. Geht es um Macht oder geht es um sozio-ökonomische Einflüsse. Klar trennen und nicht verwuseln!

Weiterhin muss ich Präsentieren lernen. Ich kann zwar schreiben und in einem längeren persönlichen Gespräch oder in einer Gesprächsrunde meine Vorstellungen erläutern. Ich kann aber nicht präsentieren. Und das hat etwas mit dem zu tun was ich in der Anwendung geübt habe. Schreiben und anderen etwas erläutern habe ich geübt, aber etwas kurz, knapp und präzise zu präsentieren nicht. Und rückblickend erinnere ich mich jetzt auch noch an andere missglückte Versuche. Ich hätte es schon vorher erkennen können!

Außerdem war es gut noch einmal auf die Denkfreiheit beim Studium hingewiesen zu werden. Ich darf meine eigenen Überlegungen ernst nehmen. Studium bedeutet Theorien und Wissen anderer zu kennen, aber es muss nicht dabei bleiben sie herunterbeten zu können. Eine auch kreative Anwendung, um dadurch Erscheinungen zu erklären und verständlich zu machen, ist legitim und wahrscheinlich sogar gewünscht. ich darf immer weiter denken und immer tiefer schaufeln! An dem Punkt merke ich, wie sehr ich von einem Alltag geprägt bin in dem abweichende Meinungen mit Mangel assoziiert werden. Ein Alltag, in dem es richtig und falsch gibt, und in dem diejenigen mit den falschen Ansichten einen geringeren Wert haben und in dem denjenigen mit einem geringeren Wert wiederum weniger Rechte zugestanden werden und ihre Weltinterpretation daher auch weniger zählt. Und das wirkt sich dann auf Selbstwertgefühl und Selbstverständnis aus und kann zu Rückzug oder Schweigen führen. Ein Teufelskreis!

Dazu passt letztlich auch der gestrige Artikel zur AfD. Ich bin über die AfD nicht glücklich, sie wird hier aber in einer Weise dargestellt, dass sie letztlich auch zur Interessenvertreterin von Interessen wird, die zu wenig berücksichtigt wurden. In diesem Fall geschieht allerdings nicht der Rückzug, sondern die Offensive. Und das ist das Interessante daran. Einer allein ist ein in bestimmten Kontexten ein Abweichler. Viele gemeinsam sind eine ernstzunehmende Macht!

Insgesamt merke ich wie mir das Studium Raum gibt Problematiken zu behandeln, die für mich wichtig sind. Letztlich umfasst das auch die Motivation überhaupt mit dem Studium zu beginnen. Ich finde mein eigenes Handeln, meine eigene Situation plötzlich eingebettet in größere Zusammenhänge. Die eigenen Erfahrungen sind persönlich, sie stehen aber nicht losgelöst im Raum. Letztlich gilt wieder der alte Spruch, dass das Persönliche politisch ist oder im Fall meines spezifischen Interesses bildungswissenschaftlich relevant. Ich studiere Bildungswissenschaft nicht ohne persönliche Involviertheit. Meine eigenen Erfahrungen, meine eigene Situation sind beispielhaft für zusammenhängende Prozesse. Erst jetzt im Nachhinein ist es mir bewusst geworden, dass ich bei der Wahl des Themas von 3E zwei Bereiche kombiniert habe, die für mich in meinem Leben zu Problemen geführt haben aus denen sich Fragen ergeben von denen auch noch so einige weitergehend zu klären sind.

Insgesamt fasziniert es mich immer wieder, dass meine eigenes Leben und meine Erfahrungen mit gesellschaftlichen Theorien verbunden werden können und dadurch das Individuelle in einen größeren Kontext gestellt werden kann. Und so wandelt sich auch das Verständnis meiner Motivation BiWi zu studieren und wird immer differenzierter und zeigt Aspekte auf, die für mich vorher nicht sichtbar waren. Das wiederum fördert die Motivation weiter nachzuforschen, weiter nachzudenken und das auch ganz allein zu tun. Die Inhalte haben ihre eigene Bedeutung erlangt. Und der angestrebte Abschluss bekommt mehr die Bedeutung eines Lohns für die Mühe der Bearbeitung wichtiger Fragen als den eines Mittels um anderen die eigene Kompetenz belegen zu können, womit meine ursprüngliche Motivation wohl eher beschrieben werden könnte.

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