Bildungsmäuschen

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Antwort an eine Kommilitonin

Dass Wenige das Modul 3E belegen, liegt in meinen Augen vor allem an der mündlichen Prüfung und dem Zusatzaufwand, etwas auch an der Thematik, die nicht für alle von besonderem Interesse ist. Ich hatte 3A parallel belegt, habe dort aber keine wirklich andere Situation vorgefunden. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich dort im Verlauf eines Jahres mit irgendjemanden in besonderen Austausch getreten wäre oder irgendeine Thematik hätte vertiefen können. Die 3er Module empfinde ich inzwischen vor allem als eine selbstständige Vertiefung und Anwendung von Vorausgegangenem und als Vorbereitung für die Bachelorarbeit.

Insgesamt sehe ich das Fernstudium inzwischen skeptisch und weiß momentan nicht so recht was ich davon halten soll. Gut, es ermöglicht einen gewissen Einblick in Theorien, die für den Bereich Bildung relevant sind und gibt Einblicke in wissenschaftliches Arbeiten, es ermöglicht einen gewissen Austausch und nebenbei entstehen manchmal Eindrücke von dem womit sich andere wie beschäftigen. Und man kann einen anerkannten Abschluss erwerben, wenn man die Anforderungen der Lehrgebiete erfüllt.

Ich habe gerade die letzte Zeit viel über mein Lernen vor dem Studium nachgedacht und über Lernen an sich. Vor dem Studium war es angenehm, da rein selbst gesteuert, aber es hat ein gewisser Kontext gefehlt. Zu dem habe ich jetzt Zugang. Was ich nun gerne machen würde, wäre so zu lernen wie vorher unter Einbindung des erworbenen Kontextes, um den dabei anzuwenden, zu erweitern und zu vertiefen. Und dabei hätte ich gerne das Gefühl jegliche Gestaltungsfreiheit zu besitzen und Nachweise von erworbenem Wissen und Fähigkeiten in vielfältigster Form darstellen und auf dieser Basis auch eine Bewertung erhalten zu können.

Ich empfinde das Studium inzwischen viel zu sehr als eine Einschränkung. Zu Beginn war es faszinierend so viel intellektuellen Input zu bekommen, es war auch in Ordnung erworbenes Wissen in Klausuren unter Beweis zu stellen. Was sich im Rahmen der Uni damit aber machen lässt, ist nicht vielfältig. Dadurch geht mir etwas verloren, dass ich nicht adäquat ersetzen kann. Im WS habe ich viele unterschiedliche MOOCs mit sehr unterschiedlichen Aufgaben gemacht. Das war eine gute Ergänzung und stellte für mich eine kurzzeitige Lösung dar. Dieses Semester habe ich das aber reduziert, um meine Arbeiten schreiben zu können, und wurde dabei selber reduziert.

Damit komme ich jetzt zu dem Schluss, dass für mich das Problem nicht in einem Mangel an Betreuung besteht, sondern in so etwas wie einem Mangel an Vielfalt bei Verwendung oder Anwendung. Als Produkt eine Hausarbeit oder Ausarbeitung oder Bachelorarbeit ist mir zu einseitig. Sich auf etwas Spezielles zu konzentrieren, das sonst keiner macht, und mich da einsam durchzukämpfen, damit komme ich inzwischen allerdings ganz gut klar. Ich würde aber gerne andere Produkte als Lernbeleg erstellen. Auch für Zwischenschritte.

Ich werde da noch ein bisschen drüber nachdenken. Denn eine Problematik klar zu bestimmen, kann die Lösung ja bereits in sich tragen.

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