Bildungsmäuschen

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Zu Beginn der fünften Woche WS 2014/15

Noch einmal zur Erinnerung: Es ist nicht die tatsächliche sondern die gefühlt fünfte Woche. Nach außen lebe ich ein sehr gleichförmiges, unspannendes Leben und genau das ist auch der Rahmen, den ich zur Zeit brauche. Nachdem an meinem Arbeitsplatz die herbstliche Zählung des Bedarfs mit vorerst positivem Eindruck beendet wurde, ist meine Sicherheit gestiegen, dass mir genau dieser Rahmen auch noch eine Weile zur Verfügung stehen wird. Diese relative Gleichförmigkeit wiederum ist eine Grundlage dafür, dass ich in Ruhe vielen Gedanken nachhängen kann und dadurch einen Bedarf habe diesen Blog zu füttern.

Momentan sind es verschiedenste Punkte, die mir durch den Kopf gehen und ich werde versuchen die wichtigsten hier kurz zu sammeln.

Lernmaterial für Selbstlerner: Als mein Blick heute Nacht aus dem Fenster fiel, leuchtete mir das Sternbild des Orion direkt entgegen. Ich hatte schon lange keinen so klaren Himmel mehr von meinem Fenster aus gesehen und musste erst einmal in die Stille der Nacht hinaustreten, um noch mehr davon zu genießen. Es war mir wieder eingefallen. Als Kind und Jugendliche hatte mich der Himmel mit seinen damals noch besser sichtbaren Sternen sehr fasziniert und irgendwann hatte ich in einer Zeitschrift eine Beilage gefunden, auf der Sternbilder abgebildet und erklärt wurden. Damit habe ich eine Weile nicht sehr effektiv Sternbilder gelernt. Heute kann ich mir vorstellen dass es dafür eine App gibt, die vielleicht viel hilfreicher funktioniert, bei Bedarf immer zur Hand ist und möglichst auch noch so gestaltet ist, dass sie zum unmittelbaren Suchen von Sternbildern anregt, zum Lernen der Namen und das möglichst auch noch geteilt mit anderen, nicht so wie bei mir wo es sonst niemanden gab, der sich für Sternbilder zu interessieren schien.

Eine weitere Erinnerung tauchte dann noch auf. Die an ein Selbstlernbuch über Mengenlehre, das diejenigen über die Schule kostenfrei bekommen hatten, die darin noch nicht unterrichtet worden waren als Mengenlehre in den Lehrplan aufgenommen wurde.  Dieses Buch war die interessanteste Selbstlernerfahrung meines Lebens, und ich habe es heute noch irgendwo. Es konnte von vorne und hinten bearbeitet werden, denn es gab immer kleinschrittige Erläuterungen mit Beispielen und Aufgaben, deren Lösungen auf der folgenden Seite waren. Daher war das Buch in oben und unten unterteilt und oben war von vorne und unten von hinten zu bearbeiten. Das war zu Beginn der 70er sehr innovativ und faszinierend und ich habe mit diesem Buch dauerhaft in sehr kurzer Zeit Mengenlehre begriffen. Dieses Buch wurde für mich zu einem Maßstab was möglich ist.

Als ich vorgestern in der städtischen Bücherei war, fiel mir auf, wie sehr das Angebot an Lernliteratur für Kinder in den letzten Jahren erweitert wurde. Ich hatte diesen Bereich schon eine Weile nicht mehr besucht und konnte auch hier die Auswirkungen einer stärkeren Bildungsorientierung sehen. Nach kurzem Blättern in einigen Büchern war ich allerdings enttäuscht. Bunt, unübersichtlich und wenig motivierend lenkten sie meine Gedanken mehr in die Richtung des Bildungswahns. Hauptsache viel, ganz gleich wie. Aber so funktioniert das nicht. Das Thema Selbstlernmaterialien rückte allerdings auch dadurch erneut in mein Blickfeld. Das ist eine neue Erscheinung und passt letztlich zu der Richtung in die sich mein Studium inzwischen bewegt.

Es geht vor allem ums Lernen und den Lernenden. Der Pythoneinführungskurs bei HPI ist mit einer Menge Kritikpunkten abgeschlossen. Ich habe meine Kenntnisse aufgefrischt, alles bearbeitet und gelöst, bin aber von der Form der Vermittlung nicht überzeugt. Ich hatte die Erwartung einen Kurs zu finden, den ich jedem Anfänger empfehlen kann, wurde darin aber enttäuscht. Klar, es ist viel besser als nichts, keine Frage, und das Engagement der Anbieter verdient Anerkennung und Respekt, ich wünsche mir trotzdem eine andere Form. Und ich denke dabei an mein Mengenlehrebuch und die kleinen Schritte und die genauen, gut nachvollziehbaren Erläuterungen, die es mir leicht gemacht haben mir das Thema allein zu erarbeiten und zu verstehen.

Das Wochenpensum des Teaching for Learning Kurses habe ich inzwischen auch geschafft, obwohl es diese Woche sehr geballt war. Es mussten einerseits das normale Wochenpensum mit Quiz, als auch die Evaluierung von drei Peerbeiträgen, als auch das Schreiben des zweiten Essays innerhalb einer guten Woche erledigt werden, da im Kurs eine ungünstige Verteilung der Abgabetermine implementiert worden war, die sich von den Betreuenden nicht mehr ändern ließ. Das Thema des Kurses hatte auf mich zuerst wenig attraktiv gewirkt, ging es doch darum was es bedeutet als Lehrer professionell zu arbeiten. Der Kurs stellte sich jedoch in der zweiten Woche für mich als genauso interessant heraus wie die mehr auf Lernen und Unterricht ausgerichteten Teile der Reihe.

Für das zweite Essay standen dabei zwei attraktive Themen zur Auswahl, und ich hätte schon gerne zu beiden etwas geschrieben, habe mich dann aber dafür entschieden mich mit der Fürsorgepflicht, statt mit meiner eigenen Lernphilosophie zu beschäftigen. Ich hatte im September nach vielen Jahren Betreuungstätigkeit endlich einmal die Möglichkeit an einer Fortbildung zu rechtlichen Aspekten der Betreuung teilzunehmen, und das dabei vermittelte Wissen konnte ich mit dem behandelten Stoff des Kurses verknüpfen. So wurde es dieses Mal keine theoretische Arbeit wie beim letzten Mal, sondern mehr eine Reflexion meiner eigenen Situation im Geflecht Schule; eine Lösung der Aufgabe die durchaus der Intention der Veranstalter entspricht und für mich gleichzeitig einen sehr praktischen Nutzen hatte. Und ich konnte Fortbildung, MOOC und berufliche Erfahrung und Handeln sinnvoll verknüpfen. Ich hatte zwar schon zuvor überlegt das Stichwortprotokoll der Veranstaltung noch einmal in eine formale Form zu bringen, es war aber bei der Absicht geblieben, da es keinen äußeren Anlass gab. Den hat nun in einer etwas abgewandelten Form der MOOC geliefert.

Damit ist nach den vier Wochen der eine Kurs beendet und für den anderen bleibt noch das Material der letzten beiden Wochen einschließlich der Evaluierung des zweiten Essays, was aber durch die Einstellung zu Wochenbeginn bis zum nächsten Montag bearbeitet sein kann. Dieses Ziel habe ich mir gesetzt, damit noch einige Wochen frei bleiben bis der letzte Kurs der Reihe startet, die dann nach mehr als einem Jahr vor Weihnachten beendet sein wird.

Die Themen des letzten Semesters verblassen dabei, denn auch im FernUni Bereich ist diese Mal alles auf Lernen und Lehren ausgerichtet. So entsteht momentan ein sich gegenseitig stützender Gesamtkomplex, der meine Gedanken in Richtung einer Auseinandersetzung mit Lernen und Lehren bündelt. Auf die FernUni bezogen schwanke ich in der Planung dabei noch immer zwischen: „Immer mit der Ruhe. Es dauert so lange wie es dauert.“ und „Ich will jetzt langsam mal fertig werden!“ Die Situation bleibt schlecht überschaubar, ich will an dieser Stelle aber nicht weiter darauf eingehen. Ich habe die Situation für mich erst einmal dadurch gelöst dass ich beobachte, ab und an einen Kommentar abgeben und mich ansonsten auf die Bearbeitung der für mich ziemlich interessanten Studienbriefe konzentriere. Inzwischen verdichtet sich meine Tendenz wegen der Zeitknappheit kein neues Praktikum zu machen, sondern etwas bereits absolviertes reflektierend zu bearbeiten, wenn ich dafür Bestätigung und Anerkennung bekomme, zumal ich momentan auch nur alte Ideen verwirklichen könnte, während ich aber eigentlich nach neuen suche. Die sind aber noch nicht da.

Meine Problematiken mit der FernUni beobachte ich momentan allerdings aus einer ganz neuen Perspektive, Schlussfolgerungen stehen jedoch noch aus.

Damit starte ich in die neue Woche. Wichtig wird es dieses Mal einen Aspekt zu berücksichtigen, der sonst nicht notwendig ist. Ich muss daran denken mir jeden Tag gezielt eine längere Zeitspanne für Bewegung zu reservieren. Schulferienzeit verleitet mich seit einer Weile sehr dazu diesen Aspekt zu vernachlässigen, mit ausgesprochen negativen Konsequenzen!

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