Bildungsmäuschen

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Glück – Ein Moodlebeitrag

Dieser Blogeintrag wurde in einem Thread der FernUni in Hagen in der BiWiLounge am 14.12.2014 geschrieben.

 

Glücklich
Ich habe vor kurzem begonnen mich mit Emotionen im Kontext von Lernen zu beschäftigen. Mich fasziniert es dabei immer wieder in einem Bereich zu studieren, dessen Themen sich mit dem decken können, das ich selbst im Studium erfahre.

Emotionen kommen und Emotionen gehen. Sie haben einen starken Einfluss auf das Lernen, finden bei Erwachsenen im Gegensatz zu Kindern aber oft wenig Beachtung in Lehr- und Lernkonzepten. Von Erwachsenen wird erwartet, dass sie im Verlauf zurückliegender Bildungsprozesse gelernt haben ihr eigenes Gefühlsleben kompetent managen zu können. „Beim lebenslangen Lernen kommt es darauf an, über die Fähigkeit zu verfügen, wechselnde, widerstrebende Gefühle/Widerstände produktiv für die individuelle Entwicklung, für Bildungswege zu nutzen.“ [1]

Emotionen – für mich sind sie der Motor hinter meinem Lernen. Diese immense Bedeutung findet aber selten die ihr gebührende Beachtung. Ich bin glücklich, zufrieden, fasziniert, begeistert, wütend, verletzt, frustriert, enttäuscht, überfordert, gelangweilt. Meine Lernprozesse könnten auch in emotionalen Verlaufskarten dargestellt werden. So etwas zu führen wäre eigentlich nicht die schlechteste Idee. Emotionen liefern Gründe für Entscheidungsprozesse. Liefern Motivation oder verhindern sie, lenken sie und zeigen Wege. Ohne Emotionen gibt es in meinen Augen kein Lernen.

Emotionen lassen sich wahrnehmen und managen, erzeugen, beeinflussen, lenken und verhindern. Emotionen lassen sich als Werkzeug benutzen oder als Indikator. Sie können aber auch zur Falle werden, zur Blockade, zum Hindernis, zur Gefährdung.

Glücklich
Heute bin ich glücklich, morgen zu Tode tief betrübt, übermorgen werde ich wütend, und am Tag darauf wende ich mich ab, da meine Gefühle verletzt wurden, um mich am nächsten Tag zusammenzureißen und trotz meiner abwehrenden Gefühle weiter zu machen.

Warum ich das hier alles erzähle? Weil ich denke dass es sinnvoll ist einen etwas anderen Blick auf Emotionen und Gefühle an sich zu werfen. Emotionen und Gefühle sind etwas das selbstverständlich erscheint, doch wenn man sich näher damit beschäftigt stellt sich bereits die Frage was sie eigentlich sind. Empfindungen im Körper? Reaktionen im Gehirn? Konstruktionen? „Everyone knows what an emotion is, until asked to give an definition.“ [2]

Wir wissen noch nicht einmal so richtig was das ist was uns so selbstverständlich Tag für Tag begleitet? Haben wir uns schon einmal gezielt damit beschäftigt wie wir damit am sinnvollsten umgehen? Wie wir das was uns da begegnet eigentlich verstehen und interpretieren? Mischt es sich ins Lernen ein? Wird Lernen dadurch gefördert? Wird es verhindert? Können wir es gezielt beeinflussen? Verbesserungen erreichen?

Emotionen sind einen genaueren Blick wert. Sie sind es auch wert einmal zurückzutreten und sich ihnen als etwas Unbekanntem, Fremdem zu nähern. Eine lebenslange Bekanntheit führt zu sehr viel Selbstverständlichkeit, die zu durchbrechen lohnenswert sein kann. Es mag sein, dass sich dahinter Überraschendes offenbart.

 

Referenzen:
[1] Gieseke, W.(2008). Emotionalität als Bildungs- und Kompetenzmotor im lebenslangen Lernen. URL: www.bibb.de/veroeffentlichungen/de/publication/download/id/1320
[2] Fehr, B. & Russell, J.A.(1984). Concept of emotion viewed from a prototype perspective. In Journal of Experimental Psychology : General, 113, 464 – 486.
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