Bildungsmäuschen

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Die Sache mit den Gefühlen

Der Titel nimmt den Titel der Graphic Novel auf, die ich jetzt endlich lesen will. Die Sache mit Sorge von Isabel Kreitz. Zur Zeit haben wir in der Betreuung eine ganze Reihe Kinder, die ausgesprochen gut zeichnen und gestalten können, was mich nach Jahren in denen es nicht so war vor allem glücklich macht (mit dem kleinen Wermutstropfen, dass ich das in diesem Alter nicht so gut konnte). Ich habe inzwischen auch einem Mädchen mit herausragenden Fähigkeiten die ersten Seiten meiner Heftchenerzählung gezeigt und mich unglaublich gefreut als ich das anerkennende und erkennende Leuchten in ihren Augen sah. Eine ganz kleine Kommunikation von zwei Begeisterten! Auch wenn das jetzt alles wegen des Studiums ein wenig zurückstehen muss, die Leidenschaft und Begeisterung für die gezeichneten Bilder bleibt!

Das war nun ein kleiner Ausflug zu den Nebenbeidings, die aus dem Hintergrund heraus immer ihren Einfluss bemerkbar machen. Und eine gute Einleitung zu dem worum es mir eigentlich geht. Das aufgetauchte Thema der Emotionen ist nicht verschwunden. Es begleitet mich im Hintergrund weiter und hat sich dabei stabilisiert. Ich weiß jetzt, dass es von Bedeutung ist Emotionen zu berücksichtigen und auch zu benennen, die Menschen begleiten während sie handeln, aufnehmen, verarbeiten, wahrnehmen. Es reicht zu erwähnen welche Emotionen mit im Spiel waren, welche ausgelöst wurden, welche emotionalen Zustände bestimmend waren. Eine kleine Information nebenbei, durch die eine Ebene Berücksichtigung finden kann, die sonst unerwähnt bleibt. Ich habe es gerade in dem Blogpost ausprobiert, den ich zu meinem Praktikumsmodul des BiWi-Studiums schreibe. Dort sieht es so aus:

Für Problematiken mit Eltern oder Mitarbeitern war die Kitaleitung zuständig, die Durchführende wurde damit nicht weiter belastet. In Erinnerung daran werden bei der Durchführenden Gefühle von Respekt und Dankbarkeit ausgelöst. (vom nicht öffentlich zugänglichen Praktikumsblog)

Der Kontext ist hier der Versuch sich freiwilliger Tätigkeit anzunähern und diese steht in einem starken Zusammenhang mit Emotionen als Basis für Motivation. Auch der Rahmen einer distanzierten Beschreibung ermöglicht es Emotionen einzubeziehen. Hier liefert es wichtige Informationen dafür, warum freiwillige Tätigkeiten über einen langen Zeitraum fortgeführt werden oder woran es letztlich scheitern kann. Aber auch in anderen Kontexten kann die Erwähnung von ausgelösten oder begleitenden Emotionen eine sinnvolle Ergänzung zum Verständnis sein.

Emotionen sind häufig der Grund dafür warum etwas getan oder nicht getan wird. Auch wenn dann ganz andere Gründe genannt werden. Begeisterung wird zu anderen Handlungen führen als Gleichgültigkeit oder Wut oder Verletzung. Das ganze Leben ist voller Emotionen, die Handlungsgründe liefern. JeanPolZitat

Da es nach Jean-Pol Martin bei Bildung um Handlungswissen geht, spielen Emotionen folglich eine entscheidende Rolle für Bildung. (Jean-Pol Martin auf Facebook, Screenshot vom 17.12.2014)

Aus diesen Gründen und wegen der Erfahrung, die ich gerade gemacht habe, werde ich in der nächsten Zeit versuchen wichtige Emotionen in den dazugehörigen Zusammenhängen zu erwähnen. Wahrscheinlich werde ich mich dabei zuerst einmal nur auf meine eigenen Emotionen stützen können, da ich diese am ehesten bestimmen kann. Wie weit ich die Emotionen anderer einbeziehen kann wird sich zeigen. In gewisser Weise betrete ich für mich Neuland. Die Benennung von Emotionen soll hier als gleichwertige Informationsquelle neben anderen stehen und Emotionen damit den Platz geben, den sie in meinen Augen im Leben haben. Emotionen sollten nicht als private Nebenbeizuständigkeit betrachtet werden, sondern als grundlegend für Handlungen, aber auch als entscheidend für Bewertungen. Es geht darum den Blick erst einmal anders als gewohnt auszurichten und dadurch möglicherweise einen anderen Zugang zur Welt zu gewinnen.

Ich denke in diesem Zusammenhang auch an das ARCS-Modell als Motivationsmodell, das in einem starken Zusammenhang mit Emotionen steht und eine Bewertung von Erfolg an der Zufriedenheit festmacht. Ich denke hier auch an das Bruttosozialglück (GNH) bzw. Bruttonationalglück (BNG), das sich auf einen letztlich nur emotional erfassbaren Zustand hin orientiert. Mir reicht das als Beleg dafür aus, dass Emotionen einzubeziehen nicht nur eine Marotte von mir ist, sondern dass es von weitreichender Bedeutung für jede Beschäftigung mit Menschen darstellt, die auf eine Verbesserung und Änderung hin zum Positiveren orientiert sind. Und diese Beschäftigung sollte in einer systematischen und bewussten Weise erfolgen und Emotionen aus der Position einer selbstverständlichen nicht weiter zu beachtende Nebenbeierscheinung herausheben. Ich habe den Eindruck, dass manches anderes beantwortet würde, wenn ein genauerer Blick auf die Emotionen geworfen würde, die dabei im Spiel sind. Im Fall freiwilliger Tätigkeit ist das auf jeden Fall so.

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