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Gefühlsmanagement

Nach und nach wird für mich die Bedeutung von Emotionen für das Lernen klarer. Dabei wird nebenbei und ohne dass ich mich darauf konzentriert hätte auch der Zusammenhang mit verschiedensten Formen der Diskriminierung und ihren unterschiedlichen Auswirkungen auf Lernerfolge sichtbar. Einer Idee folgend zeigt der kurze Blick in zwei Bücher zu Lerntechniken [1] und Zeitmanagement [2], die noch aus meiner Studienanfangszeit stammen, dass auch hier Gefühle thematisiert werden. Die Lerntechniken enthalten ein Kapitel zu Motivation, beim Zeitmanagement finde ich eine Übung, die man dem Gefühlsmanagement zuordnen kann und die reißerisch lautet: „Die Ärgermechanismen im Gehirn umprogrammieren.“ [2]

Endlich googele ich auch einmal zu dem Begriff Gefühlsmanagement und es entsteht der Eindruck, dass dieser Begriff v.a. in den Bereichen Erwachsenenbildung und Coaching Anwendung findet. Dabei stoße ich auch auf eine Ratgeberseite, die zuerst interessant erscheint, auf der auch Kurse angeboten werden und angeboten werden können, deren Artikel zu Gefühlen bei genauerem Hinsehen aber wenig konsistent und tiefgehend sind. Ich habe den Eindruck in einem oberflächlichen Konditionstraining stecken zu bleiben, das vorher noch nicht einmal abgeklärt hat was seine Grundlagen sind und ob das was es trainieren will überhaupt sinnvoll und machbar ist. Zudem war der Triumph des Willens für mich schon immer eine zweifelhafte Angelegenheit und hier wird tatsächlich der Wille verwendet um zwanghaft unhinterfragte Interessen durchzusetzen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich auf diesem Weg beträchtlicher emotionaler und psychischer Schaden anrichten lässt. Mit leichten Gruselgefühlen wende ich mich davon wieder ab.

Glücklicherweise sind beide meiner Ratgeberbücher nicht in einem solchen Geist geschrieben, und die wissenschaftliche Literatur, die ich bisher zum Thema Emotionen gelesen habe, unterstützt ganz eindeutig die Ausrichtung meines Interesses erst einmal feststellen zu wollen, womit ich es bei Gefühlen eigentlich zu tun habe und wie die Empfindungen und ihre Verarbeitung miteinander in Beziehung zu setzen sind. Im Gegensatz zu der Ratgeberseite, auf der die Begriffe negative und unechte Gefühlen Verwendung finden, auf der es um Vermeidung und Änderung geht, habe ich hier den Eindruck, dass mit Gefühlen in einer respektvollen Weise umgegangen wird. Und ich denke, genau das ist für mich der entscheidende Punkt und Antrieb meines Interesses. Für ein positives Lernen ist es wichtig, dass es den Gefühlen wohl ergeht. Dazu muss man mit ihnen pfleglich umgehen. Verletzungen, Bekämpfung, Ignoranz und Unterdrückung sind hier fehl am Platz.

Nachbemerkung:

Als ausgesprochen interessantes Werk erweist sich im Zusammenhang Emotionen eine Zusammenstellung von kurzen Zusammenfassungen der Hauptwerke der Emotionssoziologie, das auch unter diesem Titel erschienen ist [3]. Auf angegebenen 378 Seiten wird ein weiter Überblick über soziologische Arbeiten präsentiert, die sich alle in durchaus sehr unterschiedlichen Ansätzen mit Emotionen beschäftigen. Auch wenn das Buch mir aktuell wenig weiter hilft, ist die Wahrnehmung einer Fülle von Aspekten sehr geeignet, um der Auseinandersetzung mit dem Thema Emotionen zusätzliche Bedeutung zu verleihen und es in meinen Augen weniger als Exotenthema erscheinen zu lassen. In diesem Kontext zeigt sich auch, dass die gezielte Suche in Datenbanken zu wesentlich besseren Ergebnissen führen kann als die freie Suche im Netz.

 

Referenzen:

[1] O.A.(2011). Das große Buch der Lerntechniken. München: Compact.

[2] Herwig,U.E.( 2011). Zeitmanagement. Fränkisch-Crumbach: Edition XXL.

[3] Senge, K. & Schützeichel, R. (Hersg.) (2013). Hauptwerke der Emotionssoziologie. Wiesbaden: Springer.

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