Bildungsmäuschen

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#Bildungsweihnachten 7.Tag

Der Satz des Tages lautet:

Was macht einen gebildeten Menschen aus und wie sieht ein gebildeter Mensch aus?

Das erste Mal formuliere ich eine Frage. Um konkreter werden zu können sogar eine Doppelfrage, die ich aber gar nicht beantworten möchte, sondern ich möchte damit nur Vorstellungen zu Bildung nachspüren. In Zusammenhang steht die Frage auch damit, wie ich mir einen Repräsentanten respektive eine Repräsentantin der Institutionen des Bildungswesens vorstelle und was ich von ihnen erwarte. Zum ersten Mal lasse ich dem Satz auch Gedanken folgen, die sich mehr oder weniger auf den Inhalt beziehen.

Bildungsleine

Festhalten kann ich für mich schon einmal, dass ich von Repräsentanten von Bildungsinstitutionen erwarte, dass sie mehr als Menschen in anderen Positionen Bildung auch verkörpern, d.h. ich lege dort strengere Maßstäbe an. Gleichzeitig ziehe ich auf Grund von Verhalten und Erfahrungen mit den Personen Rückschlüsse auf die den Institutionen zugrundeliegenden Vorstellungen von Bildung.  Daher habe ich eine Neigung Schwächen und Fehler der Personen in Bezug auf mein letztlich nicht bewusst formuliertes Vorstellungsbild eines gebildeten Menschen nicht bei den Personen zu belassen, sondern auf die Institutionen zu übertragen. Schwäche und Fehler der Person wird damit zu Schwäche und Fehler der Institution. Das ist so nicht falsch, weil sich die Institutionen in den Personen verkörpern und über diese Personen zu den Menschen kommen, es ist aber unvollständig, da die Institution mehr ist als die jeweilige Person.

Ich kann das ganze Themenfeld an dieser Stelle auch nur äußerst grob anreißen. Es gibt eine langandauernde Diskussion über den Unterschied zwischen Bildung und Ausbildung, und das was Menschen in Bildungsinstitutionen suchen ist in der zugrundeliegenden Intention oft sogar weder das eine noch das andere, sondern ihr Interesse gilt Zertifikaten. Zum momentanen Zeitpunkt neige ich dazu zwischen Bildung, Ausbildung und Zertifizierung als motivationalen Hintergrund zu unterscheiden, wobei ich davon ausgehe, dass sich alle drei in unterschiedlicher Weise vermischen können. Ich halte dabei alle drei Intentionen für berechtigt, ein Problem ist allerdings, dass für jede Ausrichtung andere Regeln gelten. Wenn sie sich vermengen ist es wichtig auseinanderzuhalten, was wo dominierend ist. Ansonsten führt es bei mir offensichtlich zu Frustrationen.

Beim schnellen googeln findet sich einerseits eine Diskussion zum Thema, als auch ein kurzes Essay. Erneut fühle ich mich mit meiner Fragestellung nicht allein, auch wenn ich jetzt lieber so etwas wie eine Checkliste gefunden hätte, die ich mir aber nun aus dem Artikel der NZZ zusammenstelle.

  • Wissen wird nicht nur konsumiert.
  • Man lässt sich darauf ein.
  • Man denkt darüber nach und reflektiert es (wo ist der Unterschied?).
  • Man hinterfragt Wissen.
  • Man denkt autonom.

Von Spaemann nehme ich noch eine Zusammenstellung aus einem Forum dazu:

-Ein gebildeter Mensch hat den animalischen Egozentrismus hinter sich gelassen.
-Er kann es sich leisten, einfache Sachverhalte einfach auszudrücken.
-Er beherrscht oft eine Wissenschaftssprache, aber er wird nicht von ihr beherrscht.
-Das Fremde ist ihm eine Bereicherung.
-Vor allem aber weiß er, dass Bildung nicht das Wichtigste ist.
-Gebildete Menschen haben aneinander Freude.

Beim Weitersuchen finde ich ein ganzes Buch zu der Frage: „Wer ist ein gebildeter Mensch“ und dort in der Beschreibung den Satz: „Diese Frage stellten sich schon Generationen von Pädagogen – und jeder Autor beantwortet sie auf seine Weise.“ Fühlt sich gleich richtig kuschelig an.

Nun finde ich auch noch einen Videoreihe zum Thema, in der 6Maßstäbe für Bildungsziele als Kennzeichen von Bildung basierend auf dem Buch Bildung von Hartmut von Hentig von dem Vortragenden Christoph Chorherr formuliert werden (Gestellte Fragen: Was ist ein gebildeter Mensch? Welche Art von Bildung wollen wir umsetzen?).

  1. Abwehr und Abscheu vor Unmenschlichkeit
  2. Die Wahrnehmung von Glück
  3. Die Fähigkeit und der Wille sich zu verständigen
  4. Ein Bewusstsein von der Geschichtlichkeit der eigenen Existenz
  5. Die Wachheit für letzte Fragen
  6. Die Bereitschaft zur Selbstverantwortung und Verantwortung in der res publica (Gemeinwesen)

Die Videos gehen auch noch auf 10 Anlässe ein wie die Maßstäbe erfüllt werden können, dies bezieht sich aber primär auf den Raum schulischer Bildung. Ich bleibe daher an diesem Punkt stehen, da mir der Input erst einmal reicht.

Der zurückliegende Tag lässt sich dadurch am stärksten als Fortführung des vorhergegangenen Tages beschreiben. Außerdem bekam ich ein hervorragendes Essen gekocht!

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