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Perspektivenwechsel

Heute ist der neunte Tag der #Bildungsweihnachten. Meine Wäscheleine mit Tagessprüchen wird voller und voller, präsenter und präsenter und lässt sich nicht mehr übersehen. Meine Achtsamkeit ist insgesamt stark auf das Thema Bildung ausgerichtet, was ich zu einem Teil als anstrengend empfinde, zum größeren Teil aber als interessant. Ich verkrieche mich zur Zeit sehr viel an einem angenehmen, gemütlichen Platz und widme mich meinen auftauchenden Gedanken. Irgendwann schlafe ich in der Regel dabei ein. Was währenddessen vor sich geht, lässt sich in vielen Teilen als ein Perspektivenwechsel beschreiben.

Ich hatte vor meinem Studium eine bestimmte Haltung zu Bildung, Lernen, Arbeit, Freizeit und Leben, dann habe ich mich in das Studium begeben und aufgenommen, wiedergegeben, aufgenommen, wiedergegeben und ab und an dazwischen reflektiert. Zu dieser Zeit war ich mittendrin. Momentan trete ich ein wenig dort heraus und schaue auf das große Ganze und stelle dabei fest, dass ich meine Sichtweise verändere.

Ich kann den Bereich Bildung nicht mehr wie zuvor betrachten. Ich kann ihn aber auch nicht so betrachten wie ich ihn im Lauf meines Studiums präsentiert bekommen habe. Während des Studiums habe ich parallel gelernt, dass alle Betrachtungsweisen immer nur Möglichkeiten darstellen. Daher ist es vollkommen in Ordnung wenn ich alles was ich im Lauf der Zeit aufgenommen habe in einen Gesamtzusammenhang bringe, der für mich einen Sinn ergibt, auch wenn diese Betrachtung von dem abweicht was ich bisher kennengelernt habe.

Ich begreife, warum die Ermöglichung von Bildung eine Verpflichtung der Gesellschaft allen ihren Mitgliedern gegenüber sein muss. Dass dies keine Frage von Alter oder ökonomischer Nützlichkeit sein kann. Dass der Begriff lebenslanges Lernen zu ungünstigen Vorstellungen führt, denn ein menschliches Leben baut sowieso auf Lernen auf, das über den ganzen Prozess der Existenz verläuft. Ich begreife es, weil ich es im Leben wie ich es erfahre sehen kann und weil es sich aus der Logik der Verarbeitung verschiedenster Informationen ergibt. Nicht weil mir das jemand so erläutert hat, sondern weil mich meine Gedankenwege und ihre Überprüfung zu diesen Schlussfolgerungen führen.

Verändert wird die Perspektive weiterhin durch die Veränderung des Stellenwerts und der Bedeutung die Gefühle und Emotionen für mich gewonnen haben.

Ich habe nun das Bedürfnis noch einmal zurückzugehen und alle meine Studienmaterialien aus dieser anderen Perspektive zu betrachten. Da das im Detail unmöglich erscheint, versuche ich es mit einem großen Überblick.

Ich habe viel Verarbeitungsbedarf und in vielen Teilen immer noch recht unvollständiges Wissen, auch wenn es schon deutlich umfangreicher geworden ist als noch vor einem Jahr.

Es ist bedauerlich, dass ich die Fülle von Gedanken, Vorstellungen und Themen, die ich in meinem Kopf bewege, nicht abbilden kann. Ich muss mich mit einem Anhauch zufrieden geben. Ich kann aber den Prozess an sich beschreiben und halte ihn für extrem wichtig für Lern- und Verarbeitungsprozesse, während ich gleichzeitig den Eindruck habe, dass er viel zu wenig Beachtung und Erwähnung findet, da er zu wenig als Aktivität wahrgenommen wird. Während ich äußerlich nichts zu tun scheine, befinde ich mich in einem derart aktiven Prozess, dass es mir zeitweise kaum möglich ist etwas anderes zu tun. Ich sage dann, ich bin müde und lege mich hin, aber eigentlich will ich nur in Ruhe nachdenken und meinen Gedanken zuschauen. Ich habe ein Rechtfertigungsproblem, auch vor mir selbst. Denn das Ideal ist der aktive, handelnde Mensch. Bücher lesen und Schreiben geht da gerade noch, aber herumliegen und scheinbar gar nichts tun…

Ich bin immer wieder erstaunt was sich im Leben alles beobachten lässt, wenn ich genauer hinschaue. Und wie viel Erkenntnisgewinn sich aus selbstverständlich erscheinenden Details ergeben kann. Und das Projekt #Bildungsweihnachten lässt mich unerwartet feststellen, dass ich einen beträchtlichen grundsätzlichen Klärungsbedarf meiner Haltung zum Thema Bildung habe.

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