Bildungsmäuschen

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#Bildungsweihnachten 10.Tag

Der Satz für heute lautet:

Bildung ist nur ein kleiner Teilbereich des Lebens.

 

Inzwischen scheine ich den Teil meines Konfliktpotentials in Bezug auf Bildung durchlaufen zu haben der mit heftigen Emotionen verbunden ist, denn ich fühle mich inzwischen friedlicher und entspannter als zu Beginn. Damit ist der Weg wieder frei für andere Dinge, und daraus erklärt sich nun der Satz des Tages. Einen Bereich zu studieren, in einem Bereich zu arbeiten, davon besonders betroffen zu sein oder aus anderen Gründen ein besonderes Interesse daran zu haben, kann die Neigung zur Folge haben diesen Bereich überzubewerten. Es scheint an der Zeit das zu relativieren und wieder ins richtige Verhältnis zum Ganzen zu setzen.

Gestern und vorgestern bestand mein abendliches Unterhaltungsprogramm aus den beiden Folgen der Verfilmung des Buches „Der Medicus“ auf ARD. Gestern folgte direkt im Anschluss noch ein Bildungsanhängsel in Form einer, in meiner Fernsehzeitung als Dokumentation bezeichneten, halbstündigen Sendung zu mittelalterlicher Medizin. In der letzten Zeit habe ich etliche Male Vorlesungen von Professoren sowie Expertengespräche im Offenen Kanal Kassel gesehen. Und gestern bin ich nachmittags auf 3Sat an einem knapp einstündigen Bericht über experimentelle Forschungen zum Transport der Moai, also der Steinfiguren auf Rapa Nui, der Osterinsel, hängengeblieben.

Zu meiner momentanen Auseinandersetzung mit dem Thema Bildung gehört es dass mir auffällt, dass jede dieser Sendungen auf Bildung ausgerichtet ist, dabei aber beträchtliche Qualitätsunterschiede bestehen. Das ist interessant, wichtig und hilfreich. Die optisch am besten gestaltete Sendung fließt dabei an mir vorbei und hinterlässt wenige Spuren. Die Aussagen bleiben sehr allgemein und nirgends entstehen Stockungen die Fragen aufwerfen. Die Sendung wiederum, die einen vollständigen Forschungsprozess miterleben lässt, ist für mich nicht nur was den Forschungsinhalt angeht von Interesse, sondern macht auch die Art des Forschungsprozesses sichtbar und gibt mir einen Eindruck davon, mit welchen Methoden diese Wissenschaftler arbeiten. Durch die Art der bildlichen Darstellung kann ich mich später sehr gut daran erinnern und davon erzählen. Bei den komplexen Vorlesungen und Expertengesprächen dagegen werde ich animiert meinen Stift zu zücken und mitzuschreiben, um auch nur einen Teil der Informationen zumindest in der nachträglichen Bearbeitung nutzen zu können. Zur Erinnerung muss ich dann vor allem auf die Notizen und die Bearbeitung zurückgreifen.

Diese Form der Weltbegegnung und Auseinandersetzung gehört zu meinem Studium und wird dadurch angeregt. Sie begegnet mir zwischen anderen Erfahrungen im täglichen Leben, die aber gar nichts mit Bildung zu tun haben. Was momentan für mich ansteht ist es, diese Anteile in das richtige Verhältnis zu setzen. Ich bin schon seit Jahren überproportional mit Bildungsthemen beschäftigt, mehr als ihnen in der Gesamtheit des Lebens zusteht. Wenn ich mich weiter mit diesem Themenbereich beschäftige wird das auch so bleiben. Das ist richtig, wichtig und logisch. Nicht hilfreich ist es wenn ich dabei aus den Augen verliere, dass diese Überdimensionierung nur für mich besteht, aber eben nicht das Leben an sich abbildet. Während ich selbst also stark auf Bildungsthemen ausgerichtet bin, muss mir klar sein welche Rolle sie tatsächlich spielen. Wie es unsinnig ist alle Aspekte des Lebens unter ökonomischen Gesichtspunkten zu betrachten, ist es unsinnig alle Aspekte des Lebens Bildungskriterien zu unterwerfen. „Der Medicus“ ist ein Film zur Unterhaltung, nicht für die Bildung. Auch wenn dort gewisse Bildungsaspekte gefunden werden können, er bleibt Unterhaltung. Und die hat ihre Berechtigung. Den anschließenden Versuch ein Bildungsangebot zu machen darf ich analysieren und bewerten. Doch nicht alles was Menschen tun muss auf Bildung ausgerichtet sein oder in diesem Kontext betrachtet werden.

Bei diesem Thema konnte ich, wie bei vielen anderen auch, jetzt nur ein wenig an der Oberfläche kratzen. Und auch wenn es unbefriedigend ist, so ist dieses Kratzen wichtig. Es lenkt die Aufmerksamkeit. Ich werde wahrscheinlich den Bereich des Verhältnisses zwischen Bildung und Leben an sich genauer im Auge behalten als vorher. Ich werde im Nebenher eher weitere Informationen dazu sammeln und damit meine Chance erhöhen mir im Lauf der Zeit weitere Fragen zu beantworten. Was dabei schon absehbar scheint, ist ein Zusammenhang mit der Pädagogisierung der Eltern und des Lebens, wenn man dem Thema Bildung in einer Gesellschaft, die ihre primäre Ressource in Wissensproduktion und -vermehrung sieht, eine unangemessene große Rolle zuweist.

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