Bildungsmäuschen

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#Bildungsweihnachten 16. Tag

Der Satz für diesen  Tag lautet:

Bildungshunger überwindet viele Hindernisse!

Heute ist der letzte Tag in der Zählung der heiligen Nächte. Morgen gibt es dann noch meinen persönlichen Nachschlag und dafür wünsche ich mir eine rosafarbene Torte mit weißer Sahne.

Im Augenblick wirkt alles wie ein guter Start ins neue Jahr. Schon am Neujahrstag hatte ich das nicht begründbare Gefühl, dass es ein positives Jahr wird. In der Retrospektive war das letzte schrecklich. Interessant und geistig fruchtbar, aber grauenhaft. Erst die Rassismusauseinandersetzung und danach das Modul 3B und seine Überforderung und dann noch die permanenten Auseinandersetzungen mit den dunklen Seiten von Bildungsinstitutionen. Das war anstrengend. Vielleicht liegt genau darin der Grund für meine momentane Ausrichtung. Den Blick ausrichten auf das was wertvoll und erstrebenswert im Bereich der Bildung ist und es zu hegen und zu pflegen, statt wie ein vor Angst erstarrtes Kaninchen vor allem das anzustarren was problematisch scheint.

Noch macht der Vollmond die Nächte hell und der gestrige Tag war zwar kurz, aber voller Sonne und blauem Himmel mit weißen Wolken. Winterlicht und Winterbäume und Wintererde. Und dabei eine Entdeckung mit möglichen Folgen.

Heute startet der offizielle Bearbeitungstermin für die Prüfungsleistung im Modul 3B, und gestern war die UniBib in Kassel nach den Winterferien wieder offen. Ich benutze sie selten, da sie nicht gerade um die Ecke liegt. Ich versuche in der Regel anders an Bücher und Texte zu kommen. Klappt auch meistens gut. Dieses Mal brauchte ich aber einen zwanzigseitigen Text, auf den ich fortwährend Verweise fand. Ich hatte versucht die notwendigen Informationen aus anderen Texten zu gewinnen, die im Netz oder über die FernUniBib als elektronische Ressource für mich frei zugänglich sind, diese taugten dieses Mal aber nicht als Ersatz. Der Text ist im Netz zwar verfügbar und auch als Buch bestellbar, aber nur zu einem vollkommen unangemessenen Preis.

Die Recherche hatte allerdings ebenfalls ergeben, dass der Text in Kassel sogar mehrfach vorhanden ist, zwar in den meisten Fällen nicht verfügbar (wie kann ein Buch bis 2019 ausgeliehen sein?), bei der Berufspädagogik aber gleich zweimal erhältlich. Also gleich am ersten Bibliothekstag ab nach Kassel! Nicht bedacht hatte ich allerdings, dass diese Uni mehrere Standorte hat und es nicht nur die Zentralbibliothek gibt. Wir wurden also aus dem Zentrum wieder ans Ende der Stadt geschickt, und das genau in die Richtung aus der wir zuvor gekommen waren!

Es war nicht ganz einfach den Gebäudekomplex zu finden, der früher einmal gut erkennbar am Stadtrand lag, dann wurde er aber zu einer Entdeckung! Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass bei Mathematik und den Naturwissenschaften ganze Regalreihen von Büchern zu pädagogischen Themen stehen. Und mir war nicht bewusst, dass ich seit Beginn meines Studiums jeden Mittwoch des VHS-Semesters dort ganz in der Nähe vorbeifahre. Darauf hingewiesen hat mich auch niemand. Dabei lässt es sich für mich ganz einfach organisieren. Ein bisschen früher losfahren, kostenlose Parkplätze sind ausreichend sogar in unmittelbarer Nähe des Eingangs vorhanden, zusätzliche Fahrtkosten entstehen nicht, die Bücher können angesehen, gescannt, kopiert und ausgeliehen werden. Für mich eine unerwartete Fundgrube!

Fragen wirft jetzt noch die Scanfunktion der Kopierer auf, die wir nicht nutzen konnte, da wir weder einen USB-Stick noch eine SD-Karte dabei hatten. Was darf man mit diesen Scans tun und was nicht?

Auf jeden Fall passt die Erfahrung gut zu meiner Ausrichtung mich verstärkt darauf zu konzentrieren, wo sich Bildungsmöglichkeiten finden lassen. Vor dem VHS-Unterricht die Zentralbibliothek zu besuchen ist so aufwändig, dass es keine Option darstellt. Aber diese kleinere und immer noch große Bibliothek eines Fachbereichs zu nutzen liegt im Rahmen des Vorstellbaren. Und könnte den Rahmen meiner Möglichkeiten beträchtlich zum Positiven erweitern. Schon jetzt fühle ich mich weniger benachteiligt. Und dass ich an diesem Tag an beiden Bibliotheksstandorten nicht nur jüngere Menschen habe mit Texten arbeiten sehen, hat mir dabei auch sehr geholfen.

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5 Kommentare

  1. Die Scans behandele ich genau so wie die Literatur selbst. Also, nur für den eigenen Lese-Gebrauch, keine Weitergabe, keine Vervielfältigung usw.

  2. amirabai sagt:

    Danke für die Antwort! Das habe ich mir auch so gedacht, aber es wirft schon viele Fragen auf, wenn mit viel Aufwand ein Text in einer Bibliothek gescannt werden kann und dabei nur der Scan selbst etwas kostet, während ein Zugang übers Netz, um an den gleichen Text zu kommen, nur kostenpflichtig möglich ist. Irgendetwas daran ist heillos wirr.

  3. Oder eine Frage des Geldes. Die Bibliothek hat das Buch bereits durch den Ankauf bezahlt und berechnet wohl nur noch die Benutzerkosten des Scanners. Die Nutzung im Netz wird ebenfalls bezahlt, hier entfallen die Kosten für den Scan. Vielleicht kann man in diesem Fall das Netz als gebührenpflichtige Bibliothek betrachten?

  4. amirabai sagt:

    Ja, es geht um das Geld. Und es geht darum was wofür angemessen ist.

    Ich schildere dir mal das komplette Beispiel. Es ging um ein Buch, das nicht in der Lizenz der FernUni für Springerlink enthalten ist. Es ist in Hagen zweimal verfügbar, kann dort eingesehen, kopiert und ausgeliehen werden. Sind beide Bücher aber verliehen, gibt es in diesem Zeitraum dort nichts.

    Das Buch ist von 1992, ein einziger Artikel daraus wird in meinem momentanen Modul für das Fazit der Arbeit empfohlen und das Buch kann über Springerlink als Hardcover oder Pdf erworben werden. Auch der einzelne Artikel, den ich benötige, allerdings zu einem Preis von fast 30€.

    In Kassel steht das Buch in dem einen Fachbereich gleich zweimal und ich kann dort jede Seite für 1cent scannen. Der Zutritt ist für jeden Interessierten ohne Kosten möglich.

    Ich habe dann also meinen Scan (bzw. meine Kopie) für 20cent (bzw. 1€). Dafür habe ich Zeit und Fahrtkosten investiert, damit es für mich günstiger wird. Hätte mich der Artikel im Netz 5€ gekostet, ich hätte ihn durchaus auch dort erworben.

    Und das ist in meinen Augen irgendwie irre. Zumal es andere Artikel aus dem Buch gibt, die ganz legal an anderen Stellen sogar frei downloadbar gehostet werden. Aber eben dieser nicht, jedenfalls war er nirgends zu finden.

    Habe ich eine Papierkopie, ok, das Material muss hergestellt und versendet werden, aber ein Pdf ist da und kostet nichts mehr zusätzlich. Und es ist so vollkommen absurd, dass im Netz das ist was ich brauche, aber so teuer und damit für mich wieder unzugänglich, dass ich dann den günstigeren Weg wähle genau diese Kopie in der nächsten UniBib zu besorgen. Und das Pdf bekomme ich noch nicht einmal als Gebrauchtware!

    Ich hoffe, du kannst meine Gedankengänge nachvollziehen. Ich hänge momentan an dem Punkt, dass ich die Situation absurd finde ohne schon klar und kurz benennen zu können was das Absurde daran ausmacht.

  5. Ja, das kann ich nachvollziehen. Nur, ändern können wir es vorerst nicht.

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