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KlackerKlackerKlackerMomente, Komplexitätsreduktion und Kommunikation

Ein KlackerMoment ist ein Augenblick der Erkenntnis. Ein KlackerKlackerMoment ist eine Kombination oder Folge von Erkenntnissen. Und bei einem KlackerKlackerKlackerMoment werden ganze Welten von bereits vorhandenen Vorstellungen verschoben, als Bild recht gut repräsentiert durch das sich bewegenden Treppenhaus in Hogwarts (Harry Potter). Die Schreibweise der Worte wird im Bereich der Programmiersprachen als CamelCase bezeichnet und die Verdoppelung (allerdings nicht Verdreifachung) von Worten findet sich als Element in der japanischen Sprache, oft um Gefühle lautmalerisch zu beschreiben.

Und Komplexitätsreduktion – nun, die kann als Reduktion von Daten oder Informationen verstanden werden, um etwas besser erfassen, verarbeiten und/oder vermitteln zu können. Sie spielt daher z.B. im Bereich von Unterricht eine wichtige Rolle.

Mir geht es jetzt allerdings nicht um Komplexitätsreduktion, sondern um so etwas wie ihr Gegenstück. In der Zeit vor etwa eineinhalb Jahren, als ich mit dem Bloggen anfing, hatte ich Probleme mit Informationsüberflutung und der Verarbeitung von zu vielen, zu unterschiedlichen Informationen gleichzeitig, bedingt durch meine Studien und die erweiterten Möglichkeiten meiner Netznutzung. Die Erinnerung an diese Situation dient mir jetzt auch als Vergleichsbasis. Damals habe ich die Komplexität nicht auf ein leicht zu handhabendes Maß reduziert, sondern wollte so viel wie möglich gleichzeitig wahrnehmen. Letztlich habe ich versucht bis an meine äußersten Grenzen gehen.

Komplexitätsreduktion ist notwendig, um unsere Verarbeitungs- und Kommunikationssysteme am Laufen zu halten, gleichzeitig soll aber so viel wie möglich erfasst werden. Dabei sollen Auswahl und Zusammenfassung von Informationen eine möglichst sinnvolle Basis zur Wahrnehmung der Welt liefern.

Die Grenzerweiterung ist über ein schrittweises Vorgehen möglich. Je mehr für einzelne Bereiche Klärung und Vertiefung stattgefunden hat, je mehr Ordnungssysteme herausgebildet wurden, die eine schnelle Erfassung erleichtern, desto mehr Informationen können zeitgleich wahrgenommen werden, da sie schnell zugeordnet werden können. Dadurch erhöht sich die Erfassung der Komplexität der Welt, da das was im gleichen Zeitraum bewusst wahrgenommen werden kann mehr Aspekte umfasst. Dadurch werden auch mehr Kombinationen von Aspekten möglich, die zur Wahrnehmung von Zusammenhängen und zu Erkenntnissen durch Vergleiche führen können.

KlackerKlackerKlackermomente sind dann die Momente in denen sehr viele Denk- und Wahrnehmungsprozesse sehr zeitnah angeregt werden, weil wie jetzt bei mir eine andere Perspektive, die Betrachtung von Erscheinungen bei Betonung eines bestimmten Aspekts, auf alle dafür relevanten Bereiche angewendet wird. Dadurch können neue Gesamtzusammenhänge aufgedeckt werden und sich ein ganzes Ordnungssystem ändern. Das hat dann wiederum Auswirkungen auf den späteren Output, also die Schlussfolgerungen, die aus der Wahrnehmung der Welt gezogen werden.

Damit bin ich thematisch zum ersten Absatz zurückgekehrt, in dem verschiedene Wissensbestände kombiniert werden, um darüber Repräsentationen von Wahrnehmung zu erschaffen, die dann als Kommunikationsmittel eingesetzt werden können. Hier ist die Kombination individuell nützlich, da sie Bedeutsames und Verstandenes  der verwendenden Person nutzt. Für andere, die diese Wissensbestände nicht teilen, sind aber zusätzliche Erläuterungen notwendig, was zu einer Sperrigkeit der Aussage führt. An diesem Punkt wird dann die Einigung auf geteilte Vorstellungen und Begriffe sinnvoll, aus der sich dann die geteilten Weltkonstruktionen beispielsweise von Familien, Kulturen oder Disziplinen ergeben.

Was mir als Thema zum Schluss noch fehlt, ist die Schwierigkeit die Komplexität, die wahrgenommen werden kann, angemessen zu kommunizieren. Ich kann das nicht und kenne auch kein Mittel mit dem das getan werden könnte. Ich mag Comics bzw. Graphic Novels, weil sie sehr komplex vermitteln können. Sie haben Bilder für Handlungen, Zustände, Gefühle, Beschreibungen usw, Text für Sprache, Töne und Gefühle, sie können Informationen von Farben und Formen nutzen, sie haben Seiten, die als eigener Informationsträger gestaltet werden können, sie können Fantasien bildlich transportieren. Und Leser und Leserin können sich die Informationen dabei im eigenen Tempo erarbeiten. Das was ich in einem einzigen Moment wahrzunehmen in der Lage bin, kann ich aber nicht so komplex kommunizieren wie es geschieht. Vor allem nicht so schnell und gleichzeitig. Comics bzw. Graphic Novels erlauben zwar eine hohe Gleichzeitigkeit der Weitergabe sehr unterschiedlicher Informationen, ihre Produktion ist aber unglaublich aufwändig, viel, viel aufwändiger als reiner Text.

Es existieren Science Fiction oder Fantasygeschichten, in denen die Wünsche nach einer unmittelbaren Übertragung von Geistesinhalten von einer Person auf die andere thematisiert werden. In der Realität gehen wir bei unserer Kommunikation allerdings ständig an Krücken. Und wenn ich jetzt noch berücksichtige, dass all unsere Wahrnehmung bereits Reduktion und Konstruktion ist, dann kann ich durchaus auch zu dem Schluss kommen, dass es eigentlich eher erstaunlich ist, wenn Menschen in der Lage sind gut funktionierende gesellschaftliche Systeme zustande zu bringen.

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1 Kommentar

  1. KlackerKlackerKlackerMomente habe ich öfters und fast immer verbunden mit einer furchtbaren Offenbarung, zum Beispiel warum die Nachbarskatze nicht mehr zu uns kommt.

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