Bildungsmäuschen

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Der Flix und die Monster

Eigentlich wollte ich mich heute mit dem Blog zurückhalten, denn ich brauche die Zeit für anderes. Ich muss jetzt aber Bücher abgeben gehen und darunter ist auch die Held-Trilogie von Flix. Und dazu muss ich unbedingt etwas loswerden bevor das Buch weg ist. Der erste Teil des Buches gehört zu den Bildungsmomenten, mit denen ich mich momentan beschäftige. Was meinen Bildungsmoment ausmacht, ist der Umgang mit seinen Monstern, gegen die der Held sein Leben lang anzeichnet. Flix benennt die Monster nicht. Diese sind von klein auf bei seinem Helden, bis zum Schluss. Die Lösung von Flix ist dabei nicht so ganz mein Ding. Am Ende seines Lebens erkennt der Held die Bedeutung seiner Sophie. Wobei – Sophie bedeutet Weisheit, also vielleicht hat er letztlich dann doch das gleiche im Sinn wie ich.

Ich habe einmal die Geschichte der alten Frau gezeichnet, die auf ihr Leben zurückblickt und dort läuft die letzte Aussage auf die Manifestation von Weisheit hinaus. Meine Frau bekommt am Ende aber keine Frau, sondern sie blickt wissend auf die Nachfahrin. Die Form der Lösung selbst ist nun allerdings nicht das Entscheidende. Wichtige ist das Vertraute, der Bezug zum eigenen Leben und dessen Problemen.

Flix zeichnet das was wuselt und beunruhigt in der Form der Monster, der Ängste, der Beunruhigungen im Leben, die immer wieder hervorkommen und mit denen ein Umgang gefunden werden muss. Immer wieder mischen sie sich ein. Mal sind sie klein, dann riesig und überwältigend. Die Bilder vermitteln wie sich der Held fühlt. Die Bildgestaltung, die Figuren, sein Schwarz-Weiß-Stil begeistern mich dabei. Das ist fördernd, aber auch ohne wäre die Verwendung der Monster in dieser Form mindblowing. Während eine Lebensgeschichte in ihren verschiedenen Etappen erzählt wird, wird parallel dazu die Geschichte der Monster erzählt. Literatur kann das, Comic kann das, Graphic Novel kann das. Und da die Monster kaum identifizierbare Züge tragen, werden sie zum allgemein tauglichen Begleitmittel für eine ganze Welt von Problemen, Gefühlen, Schwierigkeiten. Jeder kann wählen welche Namen er oder sie den eigenen Monstern geben will, um die Geschichte zu übertragen auf das eigene oder jedes beliebige andere Leben.

Hier wird mir ein Kommunikation- und Darstellungsmittel geschenkt. Eine Möglichkeit eröffnet. So kann man es machen. Auf mehr als einer Ebene erzählend. Hier ist etwas Bild geworden, das Teil menschlicher Erfahrung ist. Bild und Erzählung, Fantasie und gleichzeitig Wirklichkeit.

Im Buch finden sich noch zwei weitere Geschichten, deren Zeichnungen ich mag, deren Geschichten für mich aber weniger bedeutungsvoll sind. Es ist die Art der Monsterverwendung, die meinen Bildungsmoment bewirkt hat. Das ist etwas Neues, es ist etwas Nützliches und es hat mit meinem Leben zu tun. Meine Vorerfahrungen können darauf aufbauen und es weiterspinnen. Es ist Ausdehnung und Erweiterung. Um das noch etwas abzugrenzen, die Art des Zeichnens könnte ich zur Weiterbildung nutzen, dadurch könnte ich noch sehr viel lernen. Aber als Bildung würde ich das nicht verstehen. Das wäre Verbesserung von Können, vielleicht auch Erkenntnis. Bildung ist in diesem Fall, dass ich jetzt neu und weiter denken kann, dass eine Verbindung zwischen den eigenen Erfahrungen und dem Erzählen eines anderen entstanden ist. Dass ich jetzt mehr vom menschlichen Leben verstehe und den Möglichkeiten, die Menschen zur Kommunikation zur Verfügung stehen.

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