Bildungsmäuschen

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Todenhöfer und Christian E.

Ich kenne einen Mann, der das Interview zwischen Todenhöfer und Abu Qatadah alias Christian Emde zufällig im Fernsehen gesehen hat. Er hat mir erzählt, dass er dadurch weinen musste.

Er hat mir schon vor einigen Jahren von diesem Neffen erzählt und was mit ihm los ist, doch ich habe es nur am Rande wahrgenommen. Auch bei dem Telefongespräch gestern habe ich nicht viel aus ihm herausbekommen, allerdings genug um das Interview zu finden. Dieser Mann kennt die familiären Wurzeln aus denen die Affinität zu der hier vertretenen Haltung erwachsen ist aus eigener leidvoller Erfahrung, die einen destruktiven Einfluss auf sein ganzes Leben hatte. Es hätte auch eine andere Ideologie sein können, mit Islam oder Gottesgläubigkeit hat es alles letztlich wenig zu tun. Die unbewältigten Sünden der Vorväter setzen die Kette des Leidens fort und führen dabei zu Identifikation mit den Tätern oder einem lebenslangen Kampf, um den Zumutungen und Verstrickungen der Vergangenheit zu entkommen.

Das ist kein Islam. Es ist die Fortsetzung des Nationalsozialismus unter anderem Namen. Möglich gemacht auf dem düngenden Boden familiärer Strukturen, die behindern, dass sich Menschen zu Toleranz, Verständnis, Vertrauen, Solidarität entwickeln können. Es ist Gewalt und Unterdrückung und Menschenverachtung und die Vorstellung, dass es eine Überlegenheit gibt, aus der sich Rechte über das Leben anderer ableiten.

Die Worte dieses Interviews haben einen Menschen zum Weinen gebracht, dessen leidvolle Familiengeschichte vor seinen Augen dabei als Schrecken aufgestanden ist. Der Großvater des Täters war der Tyrann seiner eigenen Familie. Der Enkel möchte die ganze Welt seinen Vorstellungen unterwerfen. Und wer seinen Vorstellungen nicht folgt, verdient Bestrafung und Tod. Die Kette setzt sich fort, die Geisteshaltung wird weitergetragen und sucht sich einen passenden Ort zu ihrer Verwirklichung.

Das ist kein Islam. Es sind menschenfeindliche Haltungen verknüpft mit Dominanzstreben, die sich Rechtfertigung und Absicherung suchen. Ich ehre den Mann der Tränen vergießen musste und mir davon erzählt hat. Aus den Schrecken der Vergangenheit sind auch ganz andere Blüten erwachsen!

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