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Am Ende der Hausarbeit

Die Hausarbeit zum Modul 3B ist fertig. Ich bin ausgeruht, entspannt und in einem positiven emotionalen Zustand. Das ist bemerkenswert. Kein Stress, keine Ängste, kein Schlafdefizit, genug Zeit für eine letzte Korrektur, eine positive Erwartungshaltung für die kommende Bachelorarbeit, kein Groll mehr auf  Modul 3B. Ich bin zufrieden mit meiner Arbeit. Für ein besonderes Glanzstück halte ich sie nicht, aber für eine gute Lösung bei meinen Problemen mit diesem Modul.

Gestern habe ich noch ein Kapitel zu Emotionen in einem Lehrbuch zur pädagogischen Psychologie [1] gelesen, das 2015 (!) in seiner zweiten Auflage erschienen ist. Es ist also noch ganz neu. Das was ich dort gelesen habe, fand ich sehr erstaunlich. So viel von dem was mich beschäftigt ist bereits bekannt. Thematisiert und berücksichtigt finde ich es dagegen kaum explizit. Und gerade im Rahmen meines Studiums nicht.

Mich unterstützt es jetzt darin, dass ich mich selbst ernst nehme. Ich habe mein Möglichstes getan, um meine eigene Praxis und die Modulinhalte zu verknüpfen. Ich kann nichts dafür, dass ich etwas ganz anderes tue und eine andere Ausrichtung habe. Ich habe keine Märchen erzählt und habe nichts zurechtgebogen, um etwas passend zu machen, das niemals passend sein wird. Ich habe keine Ahnung was das Lehrgebiet davon halten wird. Schon im Dezember hatte ich aufgehört mir die Arbeiten der anderen anzuschauen, weil mir das nicht weitergeholfen hat. Während des Schreibens selbst habe ich noch ab und an einen Blick darauf geworfen wie die anderen mit den formalen Anforderungen umgegangen sind, aber auf fremde Inhalte habe ich mich nicht mehr eingelassen.

Die Arbeit ist ein seltsames Ding geworden. Nicht Fleisch noch Fisch passt gut dazu. Es ist eine Auseinandersetzung mit Inhalten und mit Prüfungsanforderungen, angerissen, unfertig, tastend. Gelernt habe ich dabei. Vor allem mit meinen Prüfungsstress-Gefühlen besser zurecht zu kommen, Ausruhen und Reflektieren zu schätzen und Ideen für die Literaturarbeit im Hinblick auf die Bachelorarbeit zu entwickeln. Dort werde ich auch mehr Platz haben als in dieser Hausarbeit.

Es bleibt also nur noch zu hoffen, dass die ganze Einsenderei gut klappt und dass die Arbeit vom Lehrgebiet als ausreichend akzeptiert wird. Beim letzten Punkt bin ich zuversichtlich. Ich werde genug Anforderungen erfüllt haben, auch wenn es vielleicht nicht so ganz das ist was gewünscht wird und auch wenn ich nicht mit den tollen und wichtigen Projekten anderer und deren Beschreibungen davon mithalten kann.

Es läuft erneut darauf hinaus, dass es besser ist die eigenen Sachen zu machen, auch wenn die schlechter gelingen und es mit weniger Erfolg verbunden ist, als die anderer gut zu kopieren. An diesem Punkt soll es dieses Mal aber nicht stehen bleiben. Es geht auch darum die eigenen Dinge zu verbessern. Dazu dürfen diese aber nicht aufgegeben werden und müssen in ihrer Bedeutung und ihrem Potential erkannt werden. Auch wenn das erst einmal schwierig erscheint. Und wenn für mich Motivation und Emotionen das A und O beim Lernen sind, ohne die nichts aber auch gar nichts läuft, dann ist das eben so. Dann lässt sich danach fragen wie es zu dieser Einschätzung kommt, was davon zu halten ist und wer diese Haltung möglicherweise teilt. Dadurch wird die Beschäftigung damit und die Reflexion darüber ermöglicht und es lassen sich vielleicht Modelle finden, die eine entsprechende Herangehensweise an die Welt unterstützen, helfen sie besser zu verstehen und bewusster zu vertreten und zu gestalten.

Ich bin jetzt jedenfalls sehr motiviert weiter zu machen und dabei auch meine Arbeitsweise zu verbessern. Und das sehe ich momentan als den größten Erfolg bei dieser Hausarbeit an. Ein paar Tage aufräumen, ordnen, putzen und danach Freunde besuchen, die ein wenig zu kurz gekommen sind. Und dann mit einer neuen Planung an eine neue Arbeit! Mal sehen was kommt.

Referenzen:

[1] Wild, E.,  Möller, J. (Hrsg.) (2015). Pädagogische Psychologie. 2. Auflage. Wiesbaden: Springer.

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2 Kommentare

  1. Anja Piehler sagt:

    Hallo,
    ich weiß nicht, ob du diese Nachricht noch lesen wirst, aber ich hoffe es. Selbst stehe ich noch am Anfang meines Studiums ohne zu wissen, ob ich jemals soweit kommen werde, wie du es bereits geschafft hast. Beim googeln bin ich auf deinen Blog gestoßen. Deine Einstellung beeindruckt mich sehr. Ich hoffe deine Hausarbeit wurde besser bewertet, als du erwartet hast.

  2. amirabai sagt:

    Hallo Anja!
    Einerseits erhalte ich Benachrichtigungen zu Kommentaren per Mail, andererseits benutze ich meinen Blog sehr intensiv als Lernblog. Für die Hausarbeit bekam ich nur einen kleinen Punktabzug für formale Fehler bei Zitation und Literaturverzeichnis. Inzwischen arbeite ich mit Citavi. Das hätte ich damals auch schon machen sollen. Ich war von dem Ergebnis überrascht und irritiert und habe das dann in der Facebookgruppe thematisiert. Ein Kommilitone hat mir dann weitergeholfen als er meinte, die Note würde belegen, dass ich mich im Sinne des Lehrgebiets ausreichend mit den geforderten Ansprüchen auseinandergesetzt hätte. Das hat mir eingeleuchtet. Insgesamt ist der Durchschnitt in dem Modul anscheinend auch ziemlich gut.
    Ich weiß nicht was dich an meiner Einstellung beeindruckt. So etwas hängt ja auch immer von den Werten der anderen Person ab. Mein Blog funktioniert für mich sehr gut als Lernunterstützung (sonst würde ich mir die Mühe auch nicht machen). Durch Reflexion verstehe ich besser und behalte länger. Ich bin dabei schon älter, bearbeite Berufserfahrungen und habe im Lauf der Zeit ein beträchtliches Erkenntnisinteresse entwickelt, womit ich zu Beginn gar nicht gerechnet hatte. Weiterhin bin ich recht unbefangen darin mir meine eigene Weltkonstruktion zusammenzubauen. So als Hinweise.
    Ja, viele geben unterwegs auf. Es gibt dafür sicherlich auch viele Gründe. Die Zeit zieht sich, Tag für Tag, Woche für Woche, Jahr für Jahr, und viele unerwartete Dinge geschehen. Ein Fernstudium ist dabei schon sehr speziell. Wirklich sehr speziell. Mit sehr guten und mit miserablen Seiten. Es ist aber zu schaffen und es kann ein richtiges Abenteuer sein – wenn man es sich dazu macht!
    Ich denke, für mich ist das das Wichtige. Dem Ganzen eine Bedeutung zu geben, die über Noten und Abschluss hinaus geht und das Potential zu einer Erweiterung der eigenen Möglichkeiten und Kenntnisse hat.
    Ich wünsche dir gutes Gelingen. BiWi kann ein erstaunliches Potential haben!

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