Bildungsmäuschen

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Nach der Hausarbeit in Modul 3B

Die Papierversion meiner Hausarbeit zu 3B ist noch nicht abgesendet, da die Post noch nicht auf hat, und schon sind alle Pläne für ein paar entspannte Tage von Ordnen, Aufräumen und Putzen hinfällig. Ich bin wieder drin im vollen Leben und mein Blick wird auf die Emotionen gezerrt. Ich denke, Auslöser war die Gesamtmischung des Tages aus erfreulichen Erlebnissen mit Gruppen, sehr zufriedenstellend gelösten Problemen, positiven Begegnungen mit anderen Menschen und dazwischen die Wahrnehmung von Gefühlsverletzungen, die Kinder und Erwachsene innerhalb von Bildungsinstitutionen erfahren haben. Und dort eingemengt noch verschiedene Erfahrung des Ausschlusses von Internetseiten und die starke Wahrnehmung eines  beschränkten Zugangs zu notwendigen Ressourcen, die für viele Menschen ständiger Alltag sind. So ein einzelner Tag kann es ziemlich in sich haben und in Einzelerlebnissen zusammengepuzzelt ein erschlagendes Bild der Welt liefern, heftige Gefühle hervorrufen und viel Reflexionsbedarf erzeugen.

Aufgefallen ist mir im Rückblick, dass ohne die positiven Erfahrungen die Erfahrungen von Leid weniger fragwürdig wären. Das Wissen darum dass es anders geht, erzeugt den Wunsch nach Veränderung. Ziemlich bedenklich ist für mich dabei, dass ich es jedes Mal mit Gefühlsverletzungen zu tun hatte, die in Bildungsinstitutionen vorgefallen sind und von denen ich weiß, dass sie alle vermeidbar wären und dass ihre Vermeidung den Betroffenen und denjenigen, die deren Leid nachvollziehen, die Lebensqualität verbessern würde. Gleichzeitig waren es aber alles typische Vorkommnisse. Das was man im Alltag eben hinnimmt und einsteckt, Reaktionsformen, die man auch die Kindern lehrt.

Es gibt diese neuen Samuraifilme, wo der Antiheld am Ende, wenn alle am Boden liegen, sagt: ihr könnt mich mal. Was sind denn das für Werte, die ihr vertretet, wo führen sie euch hin? Was ich will, ist ein gutes Leben, schöne Dinge, vielleicht eine Frau und Kinder, ein nettes Dorf, Gemeinschaft. Ihr macht den Menschen nur Angst und am Ende ist alles kaputt.

Warum dieses Bild? Weil es das Aufbegehren gegen die Lösung repräsentiert, seine Pflicht zu tun, alles auszuhalten und zu ertragen, seine Gefühle zu bezwingen und bereitwillig in den Tod zu gehen. Ein Indianer kennt keinen Schmerz. Das Unvermeidliche muss man akzeptieren. Für die Besserung der Welt müssen wir die Ungläubigen vernichten.

Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin. Verletzte Gefühle sind vielleicht kein Kriegsschauplatz, aber sehr oft sind der Spielplatz von Gewalt, die von Menschen gegen andere Menschen angewendet wird.

Ich habe mich in meinem Leben der Auseinandersetzung mit Gefühlen auf unterschiedliche Weise genähert. Da ist es nur logisch, dass ich jetzt an einem Punkt stehe an dem ich es einmal auf Art der westlichen Wissenschaft versuchen will. Denn das hat mein Studium in der Zwischenzeit auch erreicht, mich vom Wert westlicher Wissenschaft zu überzeugen. Nicht vom alleinigen Wert, aber davon, dass sich damit Dinge herausfinden lassen, die man auf anderen Wegen vielleicht weniger gut erkennen kann.

Selbstverständlich habe ich bisher nicht gut aufgepasst was wissenschaftliches Arbeiten genau ausmacht. Das passiert so. Menschen nehmen selektiv wahr und achten besonders auf das was für sie von Bedeutung ist. Wissenschaftliches Arbeiten war es bisher eben nicht so sehr. Also muss ich da jetzt nacharbeiten. Und ich muss alles systematisieren, womit ich mich bisher beschäftigt habe, das für die Emotionen von Bedeutung ist. Und dazu gehören auch der heimliche Lehrplan und die schwarze Pädagogik.

Eine der großartigen Sachen bei der Hausarbeit zu 3B war, dass ich endlich kapiert habe, wie ich den UniBib-Zugang für mich nutzen kann. Seitdem bin ich glücklich, glücklich, glücklich. Und ängstlich, dass die Technik versagt. Ein weltweiter EMP wäre schon dramatisch. Oder Nutzungsrechte, die entzogen werden. Oder kein Geld mehr für einen Ersatz bei sich verabschiedender Technik zu haben. Ja, ja, die Gefühle. Permanent anwesend. Und viele ihrer Formen werfen viele Fragen auf. Es lässt sich aber viel über sie herausfinden, auch sehr vieles, das mir bisher nicht klar war.

Ich kann noch nicht beschreiben was den wissenschaftlichen Ansatz ausmacht. Durch eine andere Herangehens- und Denkweise, durch eine spezielle Perspektive geraten Zusammenhänge und Strukturen mehr in den Fokus. Bisher hatte ich es eher mit Methoden zu tun, die auf einen Umgang mit Gefühlen abzielen, nicht mit Methoden die fragen, was da eigentlich vor sich geht und wie es funktioniert. Und das zu versuchen ist jetzt ziemlich interessant.

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