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Der Bachelorarbeit entgegen

Aus gründlichem Aufräumen und Putzen, wie für die Zeit nach der letzten Hausarbeit geplant, ist bisher nichts geworden, und auch meine MOOC-Abstinenz werde ich voraussichtlich erst einmal weiterführen. Montag hat ein MOOC begonnen, zu dem ich schon seit Monaten angemeldet bin und dessen Thema mich sehr interessiert. Die erste Woche ist allerdings fast um und ich habe noch nichts von den Materialien bearbeitet, da ich ihnen nie Priorität geben konnte.

Unmittelbar nach Beendigung der Hausarbeit zum Modul 3B bin ich in Themenfindung, Literaturrecherche, erstes Lesen und sehr viel Reflektieren zu meiner Bachelorarbeit hinein gestolpert. Das war so nicht geplant und bisher habe ich auch noch kein sinnvolles Arbeitskonzept entwickelt, um später alles nachvollziehen und verwerten zu können was ich jetzt tue. Ich befinde mich aber bereits mitten drin in der Arbeit und bewege mich stetig vorwärts. Es gilt mal wieder das Prinzip, dass alles anders kommt als gedacht, und auch das mögliche Thema bewegt sich seit einigen Tagen in eine unerwartete Richtung. Zusätzlich dazu weiß ich noch immer nicht wie ich mit dem Blog im Bezug auf die Bachelorarbeit weiter verfahren soll.

Modul 3B hat sich u.a. mit Projektmanagement beschäftigt und erneut merke ich, dass ich in der Regel keine Projekte, sondern Prozesse gestalte. Ich hatte bisher keine Zeit mich genauer mit Prozessmanagement zu beschäftigen, außer mit dem kontinuierlichen Verbesserungsprozess, da ich erst während der Hausarbeit auf den Unterschied gestoßen bin. Jetzt befinde ich mich bereits in einem anderen Thema, doch nicht nur das Thema Prozessgestaltung, auch das Thema Institutionen, das nach der Beendigung von Modul 3E noch offen war, taucht erneut auf und will bearbeitet werden. Außerdem zeigt sich bereits, dass mein eigentliches Thema Überraschungen bereit hält. Es verbirgt sich anders dahinter als auf den ersten Blick gedacht. Plötzlich befinde ich mich dadurch unerwartet in einer Auseinandersetzung zum Thema Hüther und beginne anzuzweifeln was er tut. Das hat mich zuvor aber nie beschäftigt und überrascht mich beträchtlich, während es gleichzeitig jedoch sehr spannend ist.

Außerdem ist es nervend keinen kostenfreien Zugang zu aktuellen Papers aus dem englischsprachigen Raum zu haben. Lernmotivation durch emotionale Irritation hört sich in meinem Kontext sehr interessant an.

Zumindest habe ich mich jetzt um einen UniBib-Ausweis für die nächste Präsenzuni bemüht und konnte dort bereits einige Bücher finden, die nicht ausgeliehen sind oder vor Ort eingesehen werden können. Und zum ersten Mal wünsche ich mir ein Stipendium von 200€ pro Monat für Literatur und Bücher, wie es der Freund eines Freundes während seines Soziologiestudiums bekam. Genau das würde mir jetzt sehr weiterhelfen. Aber so etwas ist in meinem Bildungspaket leider so gar nicht drin. Obwohl… ich hatte ganz vergessen, dass ich zu Beginn meines Studiums von Freunden zur Unterstützung etwas Geld geschenkt bekommen hatte, das ich noch gar nicht anrühren musste. Vielleicht wäre jetzt der richtige Zeitpunkt darauf zurückzugreifen. Auch hier finde ich wieder einen Punkt, der bei genauerem Hinsehen ganz anders aussieht als auf den ersten Blick. Alles scheint momentan danach zu schreien genauer hinzuschauen und weniger in gewohnten Denk- und Sichtweisen zu verbleiben.

Während des Schreibens habe ich mich nun auch entschieden mit meinem Blog einfach so weiter zu machen wie gehabt. Die bisher verwendete Form des Bloggens hat sich für mich bewährt und funktioniert. Bei Csikszentmihalyi [1] habe ich die Aussage gefunden, dass es der Hauptpunkt beim Schreiben ist Informationen zu schaffen, nicht nur sie weiterzutragen, dass der langsame, organisch wachsende Prozess des Denkens beim Schreiben die Ideen zum ersten Mal entstehen lässt (Seite 176), und dass das Schreiben benutzt werden kann um Erfahrungen zu kontrollieren, ohne den Verstand davon beherrschen zu lassen (Seite 177). So wie das Nachdenken auf meinem Sofa für das Entdecken von Zusammenhängen nützlich ist, ist es das Bloggen um Dinge ans Licht zu ziehen, zu überblicken und dabei wieder loszulassen. Beides hat unterschiedliche Strukturen, Funktionen und Auswirkungen, steht aber in einem Zusammenhang und hilft sich gegenseitig, was ich vielleicht zu einem anderen Zeitpunkt einmal genauer untersuchen werde. Ich denke daher, der mögliche Gewinn für mich ist viel größer als der Inhalt meiner Ängste, die Gefahr, dass mir jemand etwas wegnehmen könnte.

Damit habe ich erneut eine Positionsbestimmung vorgenommen. In der letzten Zeit bemerke ich an mir insgesamt subtile, ermutigende Veränderungen, die ich noch nicht so ganz zusammenfassend beschreiben kann. Es bewegt sich in die Richtung, dass ich ernster nehme womit ich mich beschäftige und dabei insgesamt entspannter und gelassener bin.

Referenz:

[1] Csikszentmihalyi, M. (2004). Flow. Das Geheimnis des Glücks. Stuttgart: Klett-Cotta.

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