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Bemerkungen zur Arbeitsmethode beim selbstständigen Erarbeiten eines Themenbereichs

In den letzten Tagen habe ich ein Lehrbuch intensiv durchgearbeitet, das sich mit Emotionen in Organisationen [1] beschäftigt. Dabei bin ich ähnlich vorgegangen wie ich es bei der Bearbeitung meiner Studienbriefe entwickelt hatte, da dieses Buch genauso geballt Informationen zusammenstellt. Das Buch umfasst 158 Seiten (und ein extrem langes Literaturverzeichnis) und ich dachte, innerhalb von zwei Tagen wäre es bewältigt. Es dauerte aber über eine Woche und wirkte auf mich, als würde ich einen meiner Studienbriefe als Grundlage für eine Klausur bearbeiten.

Inzwischen habe ich ein weiteres Lehrbuch über Emotionen, Motivation und selbstreguliertes Lernen [2] begonnen, das zu Beginn verschiedene Arbeitstipps enthält. Dazu gehört:

  1. das Gelesene gleich bei sich selbst in die Tat umsetzen,
  2. viel nachdenken,
  3. die Kapitel mit eigenen Worten zusammenfassen,
  4. das Wissen immer wieder anhand des Sachregisters überprüfen,
  5. die Inhalte in Beziehung zueinander setzen
  6. und mit anderen über den Inhalt sprechen.

Den Hinweis auf die Wissensüberprüfung anhand des Sachregisters kannte ich noch nicht, alle anderen Methoden habe ich im Verlauf meines Studiums beim Bearbeiten meiner Lehrmaterialien anzuwenden gelernt. Bei dem Buch über Emotionen in Organisationen waren es vor allem die ersten beiden Punkte, Anwenden und Nachdenken, auch in der Kombination von durch Nachdenken anwenden, mit denen ich viele Stunden verbracht habe. Durch die Ballung der Informationen konnte ich immer nur relativ wenige Stunden an dem Text selbst arbeiten und bin dabei auch nur langsam voran gekommen.

Das Buch selbst habe ich als Teil in einer ganzen Reihe von Texten zum Thema Emotionen gelesen, und es steht dabei auf einer guten Position. Die Autoren betrachten Emotionen aus der Sicht der Betriebswirtschaftslehre und liefern das erste Mal im Verlauf meines Lesens über Emotionen eine klare, sinnvolle Unterscheidung zwischen Gefühlen und Emotionen, auf denen auch der Inhalt logisch aufbaut. Die Ausrichtung ist dabei sehr stark auf die Arbeitenden in Organisationen gerichtet, da aber Bildungseinrichtungen Organisationen mit darin Arbeitenden sind, passt das gut, während gleichzeitig ein wichtiger Aspekt ausgiebig zum Thema wird, der beispielsweise in pädagogischen Texten weniger breit ausgeführt wird.

Passend lief dann im Fernsehen, als ich den Text fertig bearbeitet hatte, ein Bericht über neue Organisationsformen in Betrieben, die zu mehr Wohlgefühl bei der Belegschaft und darüber zu mehr Betriebserfolg und zu einer Verbesserung der Lebensqualität geführt haben. Momentan sichte ich Emotionen und ihre Bedeutung ja auch noch generell, nicht nur gezielt auf Bildungsprozesse bezogen, versuche also erst einmal den gesamtgesellschaftlichen Zustand zu erfassen, bevor ich spezifischer werde.

Das Buch selbst habe ich vor allem daher so intensiv bearbeitet, da es sich um ein komplexes wissenschaftlich basiertes Lehrbuch handelt. Es liefert erst einmal ein umfassendes Fundament zum Thema Gefühle und Emotionen und führt durchgehend eine erstaunliche Menge Theorien an. Bei dem Buch, das ich jetzt anschließend bearbeite, merke ich, wie ich dessen Inhalte damit vergleichen und zuordnen kann. Nach und nach ist mein Bild über Emotionen und über das Wissens, das dazu in verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen vorhanden ist, auf diesem Weg der Bearbeitung ausgewählter Büchern durch Ergänzung und Vergleich von Text zu Text komplexer geworden.

Im Kopf habe ich in den letzten Tagen auch immer wieder Zusammenfassungen meines bisherigen Standes oder des neu Dazugekommenen gemacht, mir allerdings nie die Zeit genommen einen Blogbeitrag zu verfassen. Ich habe es immer wieder vorgezogen erst einmal weiter zu lesen, gespannt darauf was noch für Aspekte angeführt werden. Zum Teil war der Grund allerdings auch, dass mir das Tempo, in dem ich momentan vorankomme, beängstigend langsam erscheint. Die Zeit für das Lesen der einzelnen Texte und das Nachdenken darüber möchte ich allerdings nicht verkürzen.

Letztlich bringe ich mich dadurch selbst in einen Konflikt, den ich jetzt aushalten muss. Es geht ja auch darum aus einem anderen Blickwinkel heraus denken zu können, und das kann ich in diesem Fall leider nicht sehr schnell lernen, auch weil ich es mit lebenslangen, letztlich unreflektierten Denkgepflogenheiten zu tun habe. Auch wenn ich es gerne anders hätte, erzwingen kann ich es leider nicht.

Referenzen:

[1] Küpers, W. & Weibler, J. (2005). Emotionen in Organisationen. Stuttgart: Kohlhammer.

[2] Götz, T. (Hg.). (2011). Emotion, Motivation und selbstreguliertes Lernen. Paderborn: Schöningh.

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