Bildungsmäuschen

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Emotionen, Lernen, Bildung und Veränderungsprozesse – narrativ

Manchmal scheint von einem Tag auf den anderen Wesentliches anders, weil sich etwas an den Empfindungen geändert hat, die im Körper wahrnehmbar sind.

Das ist ein sehr einfach wirkender Satz, den ich aus der ersten Version aber mehrmals angepasst an mein momentanes Interessengebiet, die Emotionen, umgeschrieben habe, damit ich dem besser auf die Spur kommen kann, was momentan mit mir los ist, denn alles scheint plötzlich anders als in vielen Wochen zuvor. Sprache ist ein bedeutendes Hilfsmittel des Denkens, Sprache ist aber auch überwuchert von Gewohnheiten, gerade wenn es um den Bereich geht, den ich jetzt in dem Begriff Emotionen zusammenfasse. Schnell schreibt sich etwas, das auf unreflektierten Traditionen beruht. Reflexion muss aber manchmal die Sprachbenutzung ändern, so dass die wahrgenommene Wirklichkeit in anderen Aspekten präsentiert werden kann, die dem Denken neue Möglichkeiten eröffnet. Auf diesem Weg kann sich der Sprachgebrauch über die Zeit verändern. Die beschriebene Methode ist dabei eine der Möglichkeiten wie ich das Bloggen für meine Erkenntnisprozesse nutze.

Das erste Mal seit langer Zeit kann ich mich an einen Traum erinnern. Bildung ist keine Therapie, das ist wichtig im Auge zu behalten. Ich muss keinen verborgenen Bedeutungen nachspüren, es reicht wenn ich der Geschichte lausche, die mir der Traum über das erzählt, das mich beschäftigt, und mir dabei hilft, die Bedeutungen in meinem Leben zu erkennen. Bildung hat überhaupt sehr viel mit dem Erzählen guter Geschichten zu tun. Der Traum erzählt mir von der Zufriedenheit mit dem was ich in der Erziehung meines Sohnes geleistet habe. Im Traum treffe ich eine junge Mutter mit einem frisch geborenen Kind, das als Nabelschnur eine grüne Tomatenranke hat. Ich bekomme das Kind in die Hände gelegt – und das Kind hat keine Bedeutung für mich. Die junge Mutter sagt zu mir, dass sie jetzt weiß, dass ich alles gut gemacht habe. Ich kann abschließen. Es liegt hinter mir.

Das alles geschieht in einer Traumversion von Schule, eine Einrichtung, die mir viel Stoff für Auseinandersetzungen geliefert hat. Im Traum war es ein enger, in meinen Augen chaotischer, improvisierter Platz, der aber irgendwie zu funktionieren schien. Ich war hier eine Beobachterin, die entspannt in der Ecke sitzen konnte und die niemand beachtete. Im Traum war ich überzeugt, dass die Organisation mit Absicht so erfolgte und dass es nicht meine Angelegenheit sei daran etwas zu ändern. Daher brauchte ich mir darüber keine Gedanken mehr zu machen und konnte mich auch davon befreien. Ein wenig kam ich am Ende des Traumes noch in Panik, da ich den Eindruck hatte, ich wäre an diesem Ort zu lange geblieben, um noch rechtzeitig zu meiner eigentlichen Arbeit zu kommen, doch ich hatte nur die Uhr falsch abgelesen, ich war nicht zu spät, half mir die junge Mutter weiter.

Ich kann die Anteile meines Lebens identifizieren, die den Traum inspiriert haben. Der Traum hat sie zu einem Ergebnis zusammengefügt, das mich sehr entspannt, aber auch in großer Offenheit zurückgelassen hat. Strahlender Sonnenschein am Morgen, eine leichte weiße Schneedecke und ein Körpergefühl, als sei ich eine ganz junge Frau, sind weitere Einflüsse.

Gestern bin ich außerdem überraschend schnell mit dem Rest der Bücher aus der UniBib fertig geworden. Das Buch von Wiltrud Gieseke wurde nach den ersten 100 Seiten zu speziell für mein momentanes Interesse und der Reader zu Schule und Emotionen von 2004 entpuppte sich weitgehend als Material, das viel zu alt ist, dass ich es noch nützlich verwenden könnte. Nach kurzem Überfliegen der interessantesten Beiträge war ich überraschend schnell mit dem Lesen des ausgeliehenen Materials am Ende. Es folgte ein Webinar zu Citavi, das aus dem Bereich WiWi der FernUni angeboten wurde, bei dem meine Konzentration aber irgendwann wegtriftete. Statt einer reinen Vorführung wie Citavi funktioniert und was man damit machen kann, hätte ich mir einen Bereich gewünscht, in dem persönliche Erfahrungen mit der Arbeit damit zur Sprache kommen. Noch während des Webinars entdeckte ich daher eine online verfügbare aktuelle soziologische Zeitschrift zum Thema Emotionen.

Motivation ändert sich weil Erfahrungen gemacht wurden. Zu Beginn meines Studiums war ich ganz wild auf Webinare und andere Onlineveranstaltungen. Eine Zeit lang waren MOOCs für mich der Gipfel des Möglichen, doch irgendwann ist der Reiz des Neuen fort und es bleibt die Frage nach dem was tatsächlich nützlich ist.

Am Abend habe ich die Hälfte des Soziologiemagazins entspannt liegend auf meinem Tablet gelesen, und als meine Konzentration nachgelassen hat noch ein wenig gespielt. Ganz zum Schluss habe ich eine App zum Lernen von Japanisch hervorgekramt, die ich gefühlt vor Jahren heruntergeladen hatte ohne sie je zu benutzen. Damit lässt sich eine ganze Menge selbsttätig üben, wenn man motiviert ist und sich selbst dazu disziplinieren kann.

Warum ich das jetzt alles aufzähle? Weil Lernen Dinge verändert. Auch das Lernen selbst. Lernen, Bildung und Emotionen stehen in einem sehr engen Zusammenhang. Wie? Nun zumindest sind alle drei schon einmal Prozesse, die lebensbegleitend sind. Und als Prozesse beinhalten sie Veränderungen. Und so kann es passieren, dass ich morgens aufwachen und mich mit einer neuen emotionalen Situation konfrontiert sehe, die keine Motivation mehr liefert Altes fortzusetzen. Und ich muss einen neuen Plan machen. Schließlich bin ich eine selbstbestimmte Lernerin und benötige emotionale Unterstützung für eine ausreichende Motivation zum Lernen. Also frage ich meine Emotionen was sie zu unterstützen bereit sind. Denn ohne sie geht gar nichts.

Ist eigentlich ganz einfach mit den Emotionen. Sie geben schon ziemlich den Ton an beim selbstbestimmten Lernen. Da lässt sich nichts machen, da lässt sich nur mit umgehen.

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