Bildungsmäuschen

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Werteänderung

Es ist alles sehr, sehr seltsam geworden mit dem Thema Emotionen. Was daran seltsam ist, kann ich momentan selbst kaum erfassen, um es anderen nachvollziehbar zu vermitteln, fehlen mir Konzepte zur Einordnung der Vorgänge und Erfahrungen.

Zur Zeit kann ich nur Symptome beschreiben und sogar das fällt schwer.

Ich schaffe es sehr leicht so gut wie alle Menschen, mit denen ich etwas tiefgehender rede, auf das Thema Emotionen hin zu lenken und dadurch unterschiedlichste Informationen von ihnen zu erhalten. Es sind informelle, ungeplante Gespräche bei denen ich meine eigenen Überlegungen präsentiere und dazu Meinungen erhalte. Es handelt sich um sehr unterschiedliche Menschen aus unterschiedlichen Kontexten und mit verschiedenen Hintergründen. Interessant ist dabei der Unterschied zwischen Personen, die im Bildungsbereich arbeiten bzw. nicht.

Ich selbst verbringe einiges an Zeit damit zuzuschauen, wie in meinen Vorstellungen neue Verkettungen und Zusammenhänge entstehen, wie ich meine eigene Lebensgeschichte und meine Erfahrungen aus einem anderen Blickwinkel betrachte. Aus der Perspektive der Emotionen geschaut, hatte ich bisher ein ausgesprochen interessantes und sehr reiches Leben. Die Änderung der Blickrichtung lässt bei mir Anspannung sinken und hebt mein Selbstbewusstsein. Ich esse anders, ich trinke anders, ich gehe anders. Ich bin sehr viel entspannter. Entstehen Anspannungen, so nehme ich das viel schneller wahr und kann sie sich lockern lassen. Dadurch entstehen weniger neue Anspannungen und der Umgang mit mir selbst, den anderen und der Welt wird einfacher.

Ich habe Tätigkeiten mit emotionaler Bedeutung aus der Vergangenheit in die Gegenwart geholt und dabei auch meine Erinnerung an die emotionale Bedeutung, die sie damals hatten. Das ist die eigenartigste Sache. Buddhistische Literatur und alte JRPG. Beides in neuen Erscheinungsformen, nicht in den bereits mir bekannten Versionen. Ich beobachte die Verbindung von Empfindungen und dort vermittelten Werten und entdecke die Stellen, an denen meine Vorstellungen davon abweichen. Dort sind die Grenzen der Bereitschaft zu suchen, mich auf die vertretenen Inhalte einzulassen. Und es sind auch die Stellen, die dazu geführt haben, dass beides irgendwann an Bedeutung verloren hat und dann nicht weiter vertieft wurde.

Ich krame noch mehr aus der Vergangenheit hervor und überprüfe es auf seinen emotionalen Wert für die Gegenwart. Menschen, Orte, Tätigkeiten, Haltungen. Für die Emotionen sind Bereiche wichtig wie Musik, Tanz, Bewegung generell, buddhistische Achtsamkeit, Sprechen über Gefühle, Comics, Literatur, Filme, verschiedene Techniken, durch die eine Wahrnehmungsfähigkeit für den Körper gefördert wird…

In meinem Kopf wuselt das alles noch recht unsystematisch durcheinander. Ein guter Freund sagte mir vorgestern, dass ich mich mit Emotionen letztlich so lange beschäftige wie er mich kennt (und das ist schon ziemlich lange). Und er nimmt auch wahr, dass ich es momentan auf eine andere Art und Weise tue.

Ich selbst würde den Unterschied damit beschreiben, dass ich jetzt eine Vorstellung davon habe, was der gemeinsame Nenner von sehr unterschiedlichen Dingen etc. ist. Was vorher noch getrennt und verstreut war und aus letztlich unbewussten Motiven verwendet wurde oder interessiert hat, erhält einen gemeinsamen Rahmen. Mein Leben bekommt dabei einen neuen narrativen Faden. Dazu kommt, dass ich mich ja selbst inzwischen davon überzeugen konnte, dass Emotionen keine geringe Bedeutung für das menschliche Leben haben. Und das ist letztlich auch der wirklich entscheidende Punkt. Dadurch wird alles, was in besonderer Weise mit Emotionen verbunden ist, ebenfalls bedeutungsvoll und ist kein unwichtiger pillepalle Nebenbeikram mehr, sondern hat eine gezielte Beachtung verdient. Und ich kann dabei auf verschieden Theorien zugreifen, die mir verschiedene Erklärungsrahmen bieten, die ich vorher nicht kannte.

Ich vermute, ich bin momentan damit beschäftigt meine Werte neu zu ordnen und dabei bekommt vieles eine andere Bedeutung. Es fühlt sich sehr merkwürdig an, sich mit den „ureigensten“ Dingen wohlfühlen und sie unbeschwert genießen  zu dürfen. Genau das scheint es aber zu sein, was ich mir momentan zugestehe. Es ist momentan nicht die Entdeckung von Neuem, es ist Entdeckung von bereits Bekanntem in einer neuen Form.

Und erneut ist es wichtig zu erwähnen, dass diese Erscheinungen als Produkt der Konzentration auf Emotionen aus einer wissenschaftlichen Sicht auftauchen. Es existiert dabei keine Planung, die Steuerung ist nur gering. Letztlich stehe (bzw. liege oder sitze oder gehe) ich und staune.

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