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Eine kleine Reise ins Innere

Es wird immer verrückter. Als ich bei einer Visualisierung versucht habe Gefühle nun an einen Tisch mit anderen mentalen Vorgängen zu setzten, kam sehr Erstaunliches dabei heraus. Der gesamte Ablauf ist beschrieben ziemlich lang, daher werde ich mich auf die wichtigsten Aspekte beschränken.

Am Tisch fand ich letztlich drei Repräsentationen sitzend: die Gefühle, so etwas wie das Denken generell und das Denken in Bildern. Nach einer Weile der gegenseitigen Positionsbestimmung war es erstaunlicherweise die Repräsentation des Denkens generell, die wild wurde. So richtig wild. Und sie wehrte sich unter Verwendung von Emotionen gegen die Repräsentation der Gefühle. Das war ja nun schon reichlich merkwürdig, noch merkwürdiger war es, als sich sowohl die Repräsentation der Gefühle als auch die Repräsentation des Denkens in Bildern sehr ruhig, entspannt und den anderen zugewendet präsentierten, während die Repräsentation des Denkens generell sich wie Rumpelstilzchen aufführte und dabei die merkwürdigsten Argumentationen vortrug. Sie weigerte sich schlichtweg mit den Gefühlen an einem Tisch sitzen zu sollen.

Das führte mich zu der überraschenden Schlussfolgerung, dass in mir ein geklärtes und entspanntes Verhältnis zu Gefühlen und zum Denken in Bildern zu existieren scheint, was logisch wirkt, da ich mich viel mit beiden beschäftigt habe, und das Konfliktpotential anscheinend in anderen mentalen Bereichen zu suchen ist. Überrascht hat mich dabei, dass auch diese anderen Bereiche auf Emotionen zuzugreifen scheinen, um etwas darzustellen. Anscheinend sind nicht nur die Gefühle damit verbunden.

Ich habe sehr gute Erfahrungen mit Fantasiereisen und Imaginationen bei der Erkundung innerer Vorgänge gemacht, daher vertraue ich darauf, dass mir diese Bilder und Geschichten wichtige Hinweise liefern. Klar scheint mir jetzt, dass ich mich in Bezug auf Emotionen nicht mit den Gefühlen als ihrem mentalen Verarbeitungsbereich weiter beschäftigen muss, sondern nach etwas anderem Ausschau zu halten habe. Wie werden Emotionen im anderen mentalen Bereichen repräsentiert? Was gibt es dort eigentlich für Bereiche?

Hilfreich ist dafür das Denken in Bildern und wie es mit Emotionen umgeht. Das Denken in Bildern kann alles. Es kann mit Dämonen tanzen, Drachen reiten und der tiefsten Dunkelheit begegnen und darin ein Licht entzünden. Es hat keine Probleme damit den heftigsten schrecklichsten Emotionen zu begegnen. Daher ist es sehr entspannt. Die Gefühle haben es schwerer, sie können bei mir jedoch auf inzwischen langjährige Erfahrungen zurückgreifen und bekommen es recht gut hin das Wissen um die Veränderlichkeit aller emotionaler Zustände zu benutzen.

Wo genau liegt also das Problem? Ich bin ziemlich verblüfft. Ich (was ist denn nun eigentlich dieses ICH?) benutze etwas, das mir als Mensch zur Verfügung steht, ohne wirklich zu wissen was das ist und was ich da tue. Irgendwo gehen Dinge vor sich, es scheint ja auch (meistens) alles gut zu funktionieren – ich kann nur keine Aussagen darüber machen, weil ich auf der Ebene, auf der Aussagen gemacht werden können, nichts darüber weiß.

Ich weiß nicht, welche Bereiche mentaler Prozesse am Tisch rumgezickt und sich wie Rumpelstilzchen aufgeführt haben. Ich merke nur, wie ich mir selbst fremd bin. Ich kann feststellen, dass es in meiner Visualisierung offensichtlich mentale Bewertungsprozesse waren, die GedankenBILDER benutzt haben, um EMOTIONEN in ihren am Körper wahrnehmbaren Erscheinungsformen neben rationalen Argumenten zur Darstellung der Meinung zu verwenden, die sie von Gefühlen haben. Spricht nebenbei für die Verkettung von jedem mit jedem.

Aus meinem undifferenzierten Haufen des Denkens generell meine ich nun Bewertungsprozesse herausfiltern zu können. Die gespeicherte Bewertung dafür, dass Gefühle im Raum des Denkens nichts zu suchen haben und nicht am gleichen Tisch sitzen dürfen. Eine Bewertung, die zur Untermauerung ihrer Argumentation alles herbeiholt das sie kennt, ganz gleich ob das rational ist oder nicht. Das alleinige Ziel ist die Bewertung durchzusetzen.

Diese Erscheinung befindet sich in den Prozessen, die in diesem seltsamen auf den Gehirnfunktionen basierendem Geist vor sich gehen. Und da tobt sie noch immer. Ich kann sie anfixieren. In diesem Raum, der aber kein Ort ist.

Mit aktuellen Emotionen und Gefühlen selbst hat das dabei eigentlich gar nichts zu tun. Beide Bereiche verhalten sich recht ruhig und liefern ganz andere Informationen, während ich in der Lage bin mich auf einen inneren Film zu konzentrieren, der mir heftigste Emotionen vorführt, die aber gar nicht tatsächlich existieren. Ausschaltknopf gibt es nicht.

Das Ganze ist eine sehr merkwürdige Entdeckung, aber nach der ganzen Literatur zu Emotionen kann ich damit durchaus etwas anfangen. Normalerweise würde ich jetzt mit Emotionen auf diese inneren Bewertungsprozesse reagieren. Die Kopfbilder würden dabei zu den vorgeführten Erregungen und Anspannungen im Körper führen und ich würde mich beunruhigt fühlen. Mentale Prozesse können Emotionen auslösen. In diesem Fall liefern sie dem Körper ganz klare Vorstellungsbilder wie das Ergebnis aussehen soll: Aufregung wie Rumpelstilzchen. Ich lasse mich jetzt nicht darauf ein, weil ich Achtsamkeit für den Vorgang habe und weil dieses Rumpelstilzchen auf mich in keinster Weise überzeugend wirkt.

Ich gehe allerdings davon aus, dass solche Vorgänge öfter geschehen, ohne dass ich sie achtsam verfolge. Und schwupps – bin ich in einem aufgeregten Zustand, ohne die Gründe dafür überhaupt zu kennen. Bloß weil irgend so ein Bewertungssystem angesprungen ist. Höchst interessante Angelegenheit! Und die Aufmerksamkeit wird in so einem Fall meistens allein auf die Emotionen gelenkt, die aber nur das Ergebnis von mentalen Prozessen darstellen. Und diese Emotionen führen dann wieder zu mentalen Prozessen und was ergibt sich daraus?  Im Extrem innere Aufregung bis zur Erschöpfung…

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