Bildungsmäuschen

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Alles bereits da

Es ist eine eigenartige Sache mit vielen offenen Fragen an ein Thema heranzugehen das scheinbar wenig Beachtung findet, dann dazu nachzuforschen, und dann dabei zu entdecken, dass andere dazu bereits viele Fragen gestellt haben und es eigentlich auch eine ganze Menge Wissen sowie eine ganze Menge Antworten gibt.

Genau so ergeht es mir inzwischen mit den Thema Emotionen. Es ist letztlich nur eine Frage der Blickrichtung und des Interesses. Es gibt so viele Belege dafür, dass die Beachtung von Emotionen in Lernprozesse nicht nur wichtig und sinnvoll ist, sondern dass sie eigentlich immer beachtet werden, so dass es mich immer wieder neu zum Staunen bringt, wie Menschen ihre Bedeutung im Kontext von Bildung gering ansetzen können. Ganz gleich ob bewusst oder unbewusst, implizit oder explizit, als solche benannt oder anders etikettiert, Emotion spielen in Lernkontexten eine Rolle mit Bedeutung. Und genau aus diesem Grund muss immer in irgendeiner Form ein Umgang mit ihnen gefunden werden.

Die Art des Umgangs ist dabei vielfältig, hat jeweils unterschiedliche Konsequenzen und schließt auch Ignorieren und Verdrängen ein. Emotionen spielen eine Rolle bei der Durchsetzung einer Dominanzkultur und im Rahmen der verschiedensten Formen von Diskriminierung. Sie mischen sich sowohl bei der Formulierung von Leistungszielen ein, als auch bei der Akzeptanz oder Ablehnung derselben.

Und auch wenn das manche nicht scheinen wahrhaben zu wollen – wir sind emotionale Wesen und gebildet werden sowohl unsere Wahrnehmungsfähigkeit für eigene und fremde Emotionen, unser Emotionsausdruck, unsere Regulationsfähigkeit für Emotionen sowie unser Wissen über Bedeutung, Funktion, Nutzen und Problematik von Emotionen. Und diese Bildung ist nicht in der frühen Kindheit beendet, sondern setzt sich auch im Erwachsenenalter fort.

Diese Form der Bildung ist auch dann von Bedeutung, wenn die Vorstellungen dahin gehen, dass Bildung primär Verstandesbildung sei, und hat auch dann Bestand, wenn Bildung vor allem als Ausbildung für einen ökonomischen Nutzen betrachtet wird. An Emotionen kommt niemand vorbei. Nur an ihrer Benennung und ausdrücklichen Beachtung.

Aus genau diesem Grund sollten sie in Lern- und Bildungskontexten auch explizit benannt werden und Aufmerksamkeit erfahren. Was geschieht im Bereich der multiplen Komponenten aus denen sich Emotionen zusammensetzen? Was für Informationen werden von dort geliefert? Wie lässt sich jedes einzelne menschliche Leben durch diese Kenntnisse verbessern?

Bildung zielt auf die Vermehrung von Wissen und Bewusstheit. Vernunft ist auf die Optimierung und Verbesserung von Bedingungen des Lebens ausgerichtet. Und dazu gehören nicht nur materielle Bedingungen oder die Verwirklichung geistiger Ideale, dazu gehört auch das Wissen über den Bereich der Emotionen sowie die Förderung eines Wohlergehens, dessen Ursprung in einem positiven Umgang mit Emotionen gefunden werden kann.

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