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Prokrastination

Zwischen dem letzten Blogeintrag und jetzt liegen zwei Bücher von Interesse für das Thema Emotionen, zwei emotional sehr irritierende Erlebnisse, ein Tag dominiert von der Stimmung des Selbstmitleids, einige Ansätze zur Themenbestimmung der Bachelorarbeit und ein amüsierter fast Promotionsstudent, der mich auf meine Methoden der Prokrastination hingewiesen hat, die mir überhaupt nicht bewusst waren. Parallel hat er mir viele Beispiele von anderen und deren Strategien genannt und mir versichert, das sei alles sehr normal. Es meinte, das Hauptproblem sei, dass die Leute ihre Arbeit einfach nicht anmelden würden, weil sie sich zu diesem Zeitpunkt unwiderruflich festlegen müssten. An der Fernuni ist das System allerdings etwas anders als an seiner Uni, mein Problem ist daher slightly different, trotzdem erschreckend vergleichbar.

Ein wenig habe ich mich entschuldigt, vor allem mit den momentanen emotionalen Belastungen, die mich aus der Bahn geworfen haben, doch ein lächelndes Gesicht erklärte mir im Prinzip, wenn ich mich mit Emotionen beschäftige, dann kann ich diesen Zustand doch hervorragend zur Beobachtung von Emotionen und ihrer Prozesse benutzen (er hat eine ganze Menge von dem mitbekommen, womit ich mich auseinandergesetzt habe). Außerdem hat er mir konkrete Vorschläge für mein nächstes Vorgehen gemacht.

Seither ist der Weg des Herausredens versperrt und ich muss mir eingestehen, das erste Mal während meines Studiums hat es mich nun auch erwischt. Mit einem lächelnden Gesicht wurden mein Putzen und weiter Ablenkungsstrategien kommentiert und ja – das wirkt. Und letztlich ist auch die Stimmung des Selbstmitleids nichts anderes. Es wäre sogar eine hervorragende Prokrastinationsstrategie mich jetzt intensiver mit Prokrastination zu beschäftigen. Ich trickse mich selber aus und kann momentan froh sein, dass jemand da ist, der erkennen kann, was mir eigenständig nicht gelungen ist.

So – und jetzt gibt es noch ein paar unaufschiebbare Pflichten zu erfüllen und danach sollte ich den Ratschlag annehmen und mich an den Entwurf für meine Bachelorarbeit machen. Denn das war der Tipp: setz dir ein Ziel, z.B. in zwei Wochen deinen Entwurf fertig zu haben, und dann arbeite straight darauf hin. Es ist letztlich auch nicht wichtig für welches Thema genau du dich entscheidest. Du sollst schließlich nur belegen, dass du wissenschaftlich arbeiten kannst. Du musst auch keine weltbewegenden Entdeckungen dabei machen oder die Probleme lösen, die du siehst. Und – du kannst auch später noch mit deinem Thema weitermachen und kannst dann das was du in der Arbeit untersucht hast zusätzlich verwenden.

Es sind sehr wertvolle Tipps. Jetzt kommt es darauf an sie zu nutzen.

Die Liste mit meinen persönlichen Prokrastinationssymptomen will ich trotzdem kurz zusammenstellen, um die Bewusstheit für ihre Art zu erhöhen:

  • Die Sinnlosigkeit des Themas erklären
  • Die Sinnlosigkeit des ganzen Studiums erklären
  • Mich selbst als unfähig und unzureichend erklären
  • Putzen, das über die normalen Gepflogenheiten hinausgeht
  • Plötzlich Dinge reparieren und aufräumen müssen, die schon seit langem in diesem Zustand sind
  • Gedanken auf negative Zukunftsperspektiven ausrichten
  • Fernsehen
  • Mich von Vergnügungen und Entlastungen abhalten, da ich ja arbeiten muss, und trotzdem nicht zum Arbeiten kommen und dadurch den eigenen Zustand massiv verschlechtern.
  • Noch mehr lesen, da ein kleines Detail noch ungeklärt erscheint (sehr Selbst-überzeugend)
  • In Basteln versinken
  • Häufiges Essen
  • ???

Ich hoffe, ich schaffe es meine Prokrastinationstendenzen weiterhin zu erkennen, mich nicht mehr darauf einzulassen und auch keine neuen zu entwickeln. Sie können ganz schön trickreich sein.

Es wird sich zeigen.

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