Bildungsmäuschen

Startseite » Studium » Bachelorarbeit » Ein bisschen spielen?

Ein bisschen spielen?

Gut, der erste Tag hat mich auf dem Weg zur Bachelorarbeit nicht voran gebracht. Mein momentaner Plan sieht vor vier Stunden täglich gezielt auf die BA hin zu arbeiten; aber anscheinend reicht dieser Vorsatz allein nicht. Gestern habe ich zwar etwa sechs Stunden gelesen und geschrieben, beschäftigt habe ich mich aber nur mit liegengebliebenen Texten. Mit einem Programm für Verhaltenstraining in Grundschulen, mit einem Text zu Lehreremotionen und mit relevanten Teilen der Lernpsychologie. Ziemlich viel und sehr interessant, doch auch wenn ich dabei zu interessanten Ergänzungen meiner Erkenntnissen gekommen bin, letztlich ist alles wieder nur Aufschieben.

Warum? Es ist einfach einen einzelnen Text oder sogar ein Buch zu bearbeiten oder einen einzelnen Gedankengang zu verfolgen. Es ist auch einfach einen überschaubaren Blogbeitrag zu aktuellen Überlegungen zu verfassen. Das ist alles sehr überschaubar. Eine BA ist für mich aber nicht überschaubar. Ich nähere mich – und dann ziehe ich mich erschreckt zurück und begebe mich in vertraute Bereiche. Ich starre auf den Gestaltungsplan zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten, den ich vor einer Weile ausgedruckt habe, und denke, meine Güte, das ist alles so formal, so schematisch, so leidenschaftslos. Und bei genauerem Hinsehen ist er in meinem Fall auch nicht wirklich hilfreich. Deshalb habe ich ihn bei der ersten Bearbeitung vor etwa zwei Wochen wahrscheinlich erst einmal weggelegt. Momentan wirkt er auf mich bloß abschreckend und demotivierend.

Ich benötige eine andere Form von Plan, die zu mir passt, und ich glaube, jetzt ist es an der Zeit alle Register zu ziehen und zu spielen. Anders werde ich das kaum bewältigen können. Ich kenne den Weg nicht, aber ich kenne das Ziel und ich weiß, womit ich mich die letzten Monate beschäftigt habe. Ich starte also mit zwei großen, erst einmal leeren Blätter x und y und den Fragen: was befindet sich auf x und wie bekomme ich x auf y abgebildet. x ist dabei reichlich voll und enthält alle Elemente meiner Beschäftigung mit Emotionen. Das ist für die BA zu viel, als Hintergrund aber prima. Auf x zeichne ich nun viele Teilmengen. Manche überschneiden sich, andere stehen in keinem Zusammenhang, außer dass sie alle das Thema Emotionen und Bildung als Grundlage haben.

Was wähle ich nun aus? Ich versuche es mal mit der Intuition statt mit dem reflektierten Nachdenken als Zugang, die Argumentationen von Kerstin Oschatz (2011) haben mir dazu Mut gemacht. Was ist da in mir drin, das ich gerne untersuchen möchte? Was ist meine Teilmenge von x?

Spielen macht Spaß und locker. Ruck-zuck habe ich meine Teilmenge gefunden. Sie besteht aus Emotionswissen, Bildung und Nutzung. Das interessiert mich.

An diesem Punkt werde ich den Blogbeitrag verlassen. Ich kann nicht spielen und gleichzeitig schreiben. Wichtig ist es jetzt, dass ich etwas entwerfe, in das ich alle meine Möglichkeiten hineinstecke, ohne dass ich es dabei auf Realisierbarkeit und Passung überprüfe. Wie das Scribbel für einen Comic. Einfach vertrauensvoll drauflos. Es ist nicht ernst, es ist nur ein erster Entwurf, da muss nichts passen und stimmen, das lässt sich alles überarbeiten.

Mal sehen ob das jetzt weiterhilft.

Referenz:

Oschatz, K. (2011). Intuition und fachliches Lernen. Zum Verhältnis von ephistemischen Überzeugungen und Alltagsphantasien. Wiesbaden: Springer.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: