Bildungsmäuschen

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Alles gleichzeitig da

Ein Fernstudium ist schrecklich.

Ein Fernstudium ist toll.

Beide Aussagen sind zur gleichen Zeit gültig.

Beide Aussagen beziehen sich auf ein Bewertungssystem, das mit körperlichen Empfindungen gekoppelt ist, die als ein Bestandteil von Emotionen betrachtet werden, die wiederum den mentalen Informationsverarbeitungsprozessen zuzurechnen sind.

Mein Spielansatz vom gestrigen Tag hat mich zwar nicht auf dem Weg zur BA weitergebracht, dafür sind mir Zusammenhänge zwischen Emotionsarbeit, Emotionsregulation, Lehrerrolle und der Möglichkeit bzw. Unmöglichkeit Emotionen als Ressource für Erkenntnisprozesse zu verwenden aufgefallen, die einen Hinweis darauf geben, dass es schwer sein könnte Emotionen in Lehrzusammenhängen wirklich als Ressource für Erkenntnis zu nutzen. Diese Verwendung könnte eher im Bereich der Psychologie verbleiben müssen, bzw. in Bereichen, die stärker auf Persönlichkeitsentwicklung ausgerichtet sind und weniger Vorgaben für den Erwerb vor allem fachlicher Kompetenzen in den Fokus stellen. Bezeichnenderweise enthalten die Programme von Förderschulen Zeit und Raum zur Förderung emotionaler und sozialer Kompetenzen in Richtung einer Defizitkompensation, von der angenommen wird, dass sie an Regelschulen in der Form nicht zu leisten ist. Doch wer weiß, was eine genauere Untersuchung ans Licht bringen würde. Vemutungen sind schnell aufgestellt.

Meinen Zeitplan habe ich gestern trotzdem knapp eingehalten, vor allem weil ich Citavi endlich neu installiert und die Campusversion angemeldet habe. Inzwischen funktioniert Citavi auch mit Opera, Chromium sei Dank. Ich hatte mit Citavi immer viel Aufwand und Zeiterfordernis verbunden (auch so ein Sache der damit verknüpften emotionalen Muster), bin inzwischen von seiner Nützlichkeit allerdings restlos überzeugt und begeistert. Das Programm ist fantastisch und die Betreuung hervorragend. Es ist möglich einen Newsletter zu abonnieren, der einem nach und nach eine kleine Menge Tipps zukommen lässt und die Tipps von gestern konnte ich sofort gewinnbringend umsetzen. Nachdem ich vor Eintreffen des Newsletters noch alle Bücher händisch eingelesen hatte, habe ich nun das hervorragende System der ISBN-Nummern entdeckt. Nummer eingeben, Programm starten und alle notwendigen Angaben erscheinen wie durch Zauberei. Auch die Übertragung in eine sortierte Literaturliste und die Umwandlung in verschiedene Zitationsstile habe ich ausprobiert. Fehler in Zitation und Literaturliste waren das Einzige, das mir bei der letzten Hausarbeit beanstandet wurde. Hätte ich denn da auch schon Citavi benutzt, statt alles selber machen zu wollen! Meine mit Citavi verknüpften emotionalen Muster haben sich auf jeden Fall sehr schnell geändert. Das bisschen Zeit für Installation und Einarbeitung wird durch den Zeitgewinn und die Faszination schnell wett gemacht. Allerdings lädt das Programm bei mir extrem lange.

Weiterhin habe ich innerhalb der vier Stunden gestern einige Exposés anderer Studierender gelesen, die aber wie schon bei den letzten Hausarbeiten keine Orientierung für mich bieten, sondern eher verwirren. Es ist sehr unterschiedlich, was Studierende in einer BA machen und es scheint mir nichts anderes übrig zu bleiben als wie auch immer meine eigene Konzeption zu entwerfen.

Inzwischen habe ich auch begonnen den Wochenstoff des Philosophie-MOOC zu Emotionen zu bearbeiten. Der Inhalt beleuchtet die Haltung zu Emotionen in den Philosophien des Westens und des Ostens. Wieder einmal verknüpfen sich dabei für mich Fäden dessen, womit ich mich während meines Lebens beschäftigt habe. Für die Emotionen sah es insgesamt recht schlecht aus. Meistens wurden sie nicht sonderlich gemocht und nicht als wertvoll betrachtet. Interessant und für mich neu war in dem Vortrag der Verweis auf die späte Ming-Zeit, als Emotionen in der Religion des Qing als nützlich für die Gestaltung und Akzeptanz moralischer Werte in der Gesellschaft betrachtet wurden.

Auch hier entstehen wieder Verknüpfungen zwischen Emotionen, sozialem Leben, Werten und Moral, auf die ich bereits gestoßen war. Nach und nach entsteht ein immer dichteres Geflecht, und ich kann oft mit meinem Schlüssel Emotionen herumlaufen und mir die Welt besser erklären. Emotionswissen ist eine wahrhaftige SCHLÜSSELkompetenz für mich und das  würde ich am liebsten aller Welt mitteilen und fühle mich gleichzeitig so gar nicht befähigt dazu, da alles viel zu komplex ist.

Es ist wie bei den Sätzen zu Beginn. Etwas das sich logisch zu widersprechen scheint ist dennoch zur gleichen Zeit anwesend, doch ohne ausführliche Erklärungen ist es unverständlich, es sei denn eine andere Person verfügt schon über das entsprechende Vorwissen.

Emotionen sind Episoden mit multiplen Komponenten, die durch Evolution und sozialen Kontext geformt wurden und auf vielfachen Wegen ausdrückbar sind. (nach: Shuman & Scherer)

Dagegen: „Emotionen werden als Gefühlszustände beschrieben, die mit physiologischen Reaktionen, […], und Kognitionen, […], einhergehen. (aus: Verhaltenstraining in der Grundschule).

Bei der zweiten Definition überzogen: Emotionen sind Gefühle… letztlich wenig sinnvoll, denn manche Autoren benutzen die Worte synonym. Aber so geht es zu im theoretischen Raum der Emotionen. Und das ist alles gleichzeitig da.

Vorsatz: Ich werde auch heute versuchen meine vier Stunden einzuhalten (klingt ja schon fast wie bei den anonymen Abhängigen).

Referenzen:

Petermann, Franz; Koglin, Ute; Natzke, Heike; Marées, Nandoli von (2013): Verhaltenstraining in der Grundschule. Ein Programm zur Förderung emotionaler und sozialer Kompetenzen. 2., überarbeitete Auflage. Göttingen [u.a.]: Hogrefe.

Shuman, Vera & Scherer, Klaus R. Scherer (2014): Concepts and Structures of Emotions. In: Pekrun, Richard & Linnenbrink-Garcia, Lisa (Hg.): International Handbook of Emotions in Education. New York: Routledge.

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